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Rhein-Neckar Löwen: Hinten sicher, vorne präzise

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Von Daniel Hund

Minden. Nikolaj Jacobsen lächelte. Der Trainer der Rhein-Neckar Löwen wirkte erleichtert, freute sich über 60 Handball-Minuten mit vielen Höhen und ganz wenigen Tiefen. So eben hatten sich die Löwen mit 35:24 (17:13) bei GWD Minden durchgesetzt. "Wir haben das heute gut gemacht", sagte der Däne, "Andreas Palicka hat sehr gut gehalten und auch unser Spiel 7:6 hat mir gefallen."

Los ging es wie erwartet: Hinten drin stand wieder Filip Taleski, 21, seinen Mann. Das Talent sollte Beton anrühren, mit Hendrik Pekeler im Innenblock die Lücken schließen. Und das gelang gut. Nur einen bekamen die Badener nicht in den Griff: Christoffer Rambo, der knapp zwei Meter groß ist und im rechten Rückraum einer Rakete gleicht. Sein linker Arm ist eine Wucht, hat die Lizenz zum Treffen. Immer wieder feuerte Rambo den Ball in die Maschen.

Vorne waren die Löwen trotzdem. Mit 10:6 nach 15 Minuten. Frank Carstens, Mindens Trainer, hatte da genug gesehen: Auszeit, kurz besprechen, die richtige Taktik gegen den Meister finden. Also die Lösung raus arbeiten, die seit rund zwei Jahren nur ganz wenige gefunden haben. Und auch Minden suchte zunächst vergeblich. Es ging mit Einbahnstraßen-Handball weiter. Gegen die dichtgestaffelte Löwen-Defensive gab’s kaum ein Durchkommen. Die Folge: Ein 12:6 nach 18 Minuten und hängende Köpfe beim Gegner. Irgendwie schienen die Ostwestfalen da gedanklich schon in der Kabine zu sein, enttäuscht und geschlagen beim Frust-Bierchen.

Doch dann waren es die Löwen, die die Tür wieder öffneten. Mit überhasteten Würfen aus dem Rückraum, ohne Killerinstinkt. Plötzlich leuchtete ein 13:10 (25.) von der Anzeigentafel. Auch die Heim-Fans hatten ihr Lachen zurück. Mit einer 17:13-Führung verabschiedeten sich die Löwen in die Pause. Stimmt, richtig beruhigend ist anders.

Zurück auf der Platte tauchte einer im falschen Trikot im Löwen-Angriff auf. Gemeint ist Harald Reinkind, der seinen Daumenbruch auskuriert hat. Auf dem Hemd stand Kristian Bliznac, drin war aber Reinkind. Sein eigenes wurde offenbar beim Kofferpacken vergessen.

Die Dominanz war nun weg. Die Heim-Sieben spielte zu Beginn der zweiten Halbzeit auf Augenhöhe mit. Auch weil es der Löwen-Abwehr an Beweglichkeit fehlte. Nur gut, dass da noch einer zwischen den Pfosten die Arme ausbreitete, der sein Handwerk versteht: Andreas Palicka war hellwach, krallte sich etliche freie Würfe und entnervte die Ostwestfalen sichtlich.

Weiter geht es am Samstag. Ab 17.30 Uhr steigt im Sportzentrum Harres in St. Leon-Rot das letzte und bedeutungslose Gruppenspiel in der Champions League. "Dieses Spiel", sagte Jacobsen unter der Woche im RNZ-Gespräch, "dieses Spiel steht nicht in unserem Fokus." Das ist nachvollziehbar. Schon am Dienstag wartet ab 19 Uhr in der SAP Arena eine der wichtigsten Partien in dieser Saison. Leipzig gastiert im "Ufo". Es ist das Viertelfinale im DHB-Pokal, der letzte Schritt auf dem Weg zum Final Four in Hamburg.

Morgen steht eine Pressekonferenz an. Auf ihr soll das Comeback von Kim Ekdahl du Rietz verkündet werden.

Minden: Rambo 8, Zvizej 3/1, Südmeier 3, Gullerud 2, Michalczik 2, Bilbija 2, Svitlica 1, Nowatski 1, Pusica 1.

Löwen: Sigurdsson 11/3, Mensah Larsen 7, Pekeler 5, Schmid 5, Groetzki 3, Baena 2, Reinkind 1, Taleski 1.

Stenogramm: 1:3, 4:4, 6:12, 11:15, 13:17 (Halbzeit), 17:21, 20:24, 20:27, 22:31, 24:35 (Endstand).

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