Großsachsen: Handballlegende Hans Lochbühler ist tot
Hirschberg. (wabra) Eine traurige Nachricht erreichte die Gemeinde am Wochenende. Im Alter von 88 Jahren verstarb Handballlegende Hans Lochbühler (Foto: Brand) aus Großsachsen. Seine sportliche Heimat hatte der "Lochbühler Hannes", wie er hier genannt wurde, bei der Sportgemeinde Leutershausen. In jungen Jahren erlernte Hans Lochbühler das Handballspiel in der Jugendmannschaft beim RV "Germania" Großsachsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte er zur DJK Leutershausen. Aus der DJK und der "Germania" Leutershausen bildete sich 1946 die Sportgemeinde Leutershausen. Von 1948 bis 1952 stand Lochbühler im Tor beim TV "Germania" Großsachsen. Danach wechselte er wieder nach Leutershausen, wofür er viel Kritik von Großsaasemer Sportfreunden einstecken musste.
Feldhandball, der in den 1950er und 1960er Jahren in Leutershausen sehr erfolgreich gespielt wurde, lockte damals einige Tausend Zuschauer an. Mit dazu beigetragen hatten damals die Handballer um Hannes Lochbühler, der in Großsachsen wohnte und bei der Firma Lanz in Mannheim seine Brötchen verdiente und ab und zu auch beim damaligen SGL-Vorsitzenden Heinrich Beck in dessen Metallbaubetrieb aushalf.
Viele ältere Hirschberger erinnern sich heute noch daran, wenn Lochbühler mit seinem besonderen Outfit bei den Verbandsspielen antrat. Der schwarze Sportdress mit dem weißen "V" war sein Markenzeichen. Mit diesem bestritt "der Hannes" unzählige Handballspiele. Lochbühler gehörte in den 50er Jahren zu den besten deutschen Feldtorhütern. Viele Mannschaften aus dem süddeutschen Raum hatten großen Respekt nicht nur vor der SGL-Mannschaft, sondern vor allem vor dem agilen Torhüter, der oft wie eine "Gazelle" den Ball noch aus dem Tor herausfischte.
Bis zu fünf Mal wurde in der Woche auf dem Sportplatz trainiert. Im Jahr 1956 erreichte die Mannschaft das Finale um die Deutsche Meisterschaft, das sie allerdings verlor. Ein Jahr später wurde Leutershausen zum zweiten Mal Vize-Meister. "Hause" stand erneut Kopf.
Aufgrund seiner sportlichen Leistungen wurde Lochbühler in die Deutsche Nationalmannschaft berufen. Er gehörte zu den ersten Nationalspielern bei der SGL, die ihn mit der Ehrenmitgliedschaft würdigte. In den Jahren danach übernahm Lochbühler das Training von Nachwuchsspielern. Später trainierte er die 1b vom TVG Großsachsen und war über 20 Jahre lang der Erfolgstrainer beim TV Oberflockenbach.
Auch bei der Feuerwehr war Lochbühler über 70 Jahre Mitglied und half in seinen aktiven Jahren bei vielen Brandeinsätzen. Seine politische Heimat hatte er bei der CDU. Als Hobby-Winzer war er auch Mitglied bei der Winzergenossenschaft Schriesheim. Zu Ehren kam er als "Gassefestbojemoschter" 1999.
Sein Stammplatz bei den Heimspielen der SGL wird nun leer bleiben. Die Bestattung findet am Freitag, 12. Januar, 13 Uhr, auf dem Friedhof in Großsachsen statt.

