Jahresrückblick 2017: Die Rhein-Neckar Löwen als Wiederholungstäter
Von Daniel Hund
Viele dachten es wäre ein einmaliger "Ausrutscher". Ein Erfolg, den es so nie wieder geben würde. Doch die Rhein-Neckar Löwen haben es wieder getan. Nach 2016 eroberten sie auch 2017 den deutschen Handball-Thron. Unter Trainer Nikolaj Jacobsen, dem Vater des Erfolgs, wurde der Titel verteidigt. Diesmal wurde die große Meistersause sogar bereits drei Spieltage vor dem Saisonende gefeiert.
Und der Rahmen hätte nicht besser sein können: Beim 28:19 über den Rekordmeister THW Kiel verwandelten die Gelben ihren ersten Matchball. Nach der Partie war dann Party. Sektkorken knallten, Bier floss in Strömen. In die Hälse und über die Köpfe. Über 13.000 Zuschauer klatschten sich damals in der SAP Arena die Finger wund. Und die Geschäftsführerin jubelte. Jennifer Kettemann zur RNZ: "Für mich ist die Titelverteidigung eine Sensation. Uns hatte doch eigentlich gar keiner auf dem Zettel."
Was vor allem mit dem kleinen Kader zusammenhing. Denn während der eine oder andere Konkurrent quasi zwei Mannschaften aufs Feld schicken kann, ist die Personaldecke der Löwen überschaubar. Die erste Sieben ist überragend, die zweite Durchschnitt.
Wobei auch in 2017 wieder ein Mann hervorgehoben werden muss: Andy Schmid natürlich. Manchmal glaubt man, da wäre ein Außerirdischer am Ball, wenn der Schweizer das Zepter im Rückraum schwingt. Seine Pässe sind nicht von dieser Welt. So präzise, so überraschend und ja, teilweise eben auch so unwirklich. Vom No-Look-Pass bis hin zum Bodenpass im Rückwärtsfallen. Familienvater Schmid macht das Unmögliche möglich.
Und wer weiß, vielleicht reicht es 2018 sogar zum Titel-Hattrick. Die Chancen sind da. Das Rudel mischt ganz oben mit, hat mit die besten Karten. Vieles wird von den Europameisterschaften im Januar 2018 abhängen. Verletzen sich hier wichtige Spieler, kann der Titeltraum schnell ausgeträumt sein.

