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Das Pokal-Tagebuch der Steinadler (Teil 1)

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Liebes Tagebuch!

"Die lächerlichsten und kühnsten Hoffnungen sind manchmal die Ursachen außerordentlicher Erfolge gewesen.", sind Luc de Clapiers Worte überliefert. Wie Recht dieser französische Philosoph, Moralist und Schriftsteller doch hatte. 300 Jahre ist dieser Satz schon alt und so aktuell wie nie zuvor. Nachdem ich mal wieder in meinen alten Aufzeichnungen zu de Clapiers Schaffen geblättert habe, schlug ich in unsere Fußballrunde vor, dass wir diesen Aphorismus doch zum Leitmotiv für uns Steinadler machen könnten. Er schien mir ganz geeignet, jetzt da wir das Final Four des Landespokals erreicht haben. Aber was soll ich dir sagen, liebes Tagebuch?!

Ich drücke es mal so aus: In einem Umfeld, in dem das Rülpsen des Titelsongs von „Ein Colt für alle Fälle“ bei den Mitspielern allergrößtes Ansehen erfährt, ist kein Platz für Luc de Clapiers. Stephan Mellack hat doch allen Ernstes behauptet, von de Clapiers schon gehört zu haben und der hätte doch mal bei Wismut Aue gespielt! Letzten Endes hat sich Axel Bornemann mit seinem Vorschlag für die Steinadler durchgesetzt und nun soll überall stehen: "Alt sein ist wie jung sein – nur krasser!"

Gute zwei Wochen haben wir jetzt noch Zeit, um uns auf das Pokalfinale in Potsdam vorzubereiten. Dabei haben sich die wenigsten von uns bereits vollständig von der letzten Pokalrunde Anfang November erholt. Björn Rupprecht läuft immer noch herum wie ein T-Rex - so ganz krumm und mit angewinkelten Armen. Nur André Langen scheint das alles überhaupt nichts ausgemacht zu haben. Während wir anderen nach dem Ende unserer Donnerstags-Fußballrunde versuchen, auf allen Vieren kriechend den Bierkasten zu erreichen, ehe der Timer automatisch das Hallenlicht ausschaltet, sprintet er jedes Mal eine Viertelstunde lang wie ein Irrer durch die Halle und übt Tempogegenstöße und Hüftwürfe von Halblinks.

Aber ich sollte nachsichtig sein, liebes Tagebuch. André ist halt ein wenig speziell. Wohl vor allem, weil er aus dem tiefsten Sachsen-Anhalt kommt und deshalb schon immer etwas mehr leisten musste, um genauso viel zu erreichen wie andere. Du kannst dir nicht vorstellen, wie verbissen der ist! Einer seiner Freunde, ein Schwimmer, der mit André auf dem Sportinternat war, hat mir mal erzählt, woher das kommt. André war in der Jugend beim SC Magdeburg auf der Sportschule. Die hatten da zum Beispiel keine Mensa. Mittagspause sah demnach so aus: Die Mannschaft musste sich an die eine Grundlinie vom Spielfeld stellen und an der anderen Seite stand der Trainer mit einer Packung Filinchen, einer Rolle Harzer Käse und drei Halloren Kugeln als Kompott. Auf Pfiff mussten die Jugendlichen lossprinten und nur der Erste hatte dann für die Woche zu essen. Das erklärt doch vieles, wie ich finde.

So, für heute muss ich wieder den Stift aus der Hand legen. Die Steinadler haben nachher noch einen Termin bei Sebastian Stölzig zu Hause. Der will uns zeigen, wie man mit einem Staubsauger genauso viel Erfolg beim Schröpfen erreicht, wie auf die sonst übliche Methode mit den Gläsern. Ist ihm angeblich zufällig aufgefallen, als seine Eltern abends mal im Kino waren und er auf den laufenden Staubsauger gefallen ist. Wir werden sehen.

Dein Marc

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