Rhein-Neckar Löwen: Siegen gegen Flensburg-Handewitt
Von Daniel Hund
Mannheim. Für die Fans der Rhein-Neckar Löwen kann Weihnachten kommen! Die gelben Feiertage begannen für sie quasi schon am heutigen Donnerstag. Ihre Lieblinge hatten im Topspiel der Handball-Bundesliga nämlich die Nase vorne. In der ausverkauften SAP Arena fertigten die Löwen die SG Flensburg-Handewitt mit 32:27 (20:16) ab und haben somit als Tabellenführer drei Punkte Vorsprung auf die SG. "Es war vielleicht das schnellste Spiel, das ich je gespielt habe", grinste Kapitän Andy Schmid, "aber was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, war wirklich überragend."
Die Vorzeichen waren nicht die besten. Denn gerade der Heimvorteil war zuletzt keiner: Die letzten beiden Male stürmten die Ostsee-Riesen die SAP Arena, siegten verdient. Doch diesmal sollte alles anders werden. Eine Einheit war das Ziel, das perfekte Zusammenspiel zwischen Fans und Mannschaft. Da passte diesmal dann tatsächlich auch kein Blatt dazwischen. Über 13.000 Fans kamen und die waren nicht besinnlich, die gaben Vollgas.
Die Löwen begannen mit ihren "Stars". Rotieren war nicht. Nicht in diesem Spiel, nicht gegen diesen Gegner. Die Abwehr-Formation war die gleiche wie zuletzt gegen Berlin. Trainer Nikolaj Jacobsen setzte auf eine 5:1. Mit Kreis-Riese Hendrik Pekeler in vorderster Front.
Und dieser Schachzug ging erneut auf. Flensburg fiel nicht viel ein. Verlass war in den Anfangsminuten eigentlich nur auf Holger Glandorf. Das Rückraum-Ass spielte seine Klasse aus, ging in Eins-gegen-Eins-Duelle und traf mehrfach. Doch das war zu wenig. Andy Schmid und Co. machten nämlich genau dort weiter, wo sie gegen die Hauptstädter aufgehört hatten. Vollgas-Handball gab es zusehen, blitzschnelles Umschalten mit sehenswerten Toren. In Zahlen: Nach 16. Minuten leuchtete ein 12:6 vom XXL-Videowürfel. Das nächste Schützenfest bahnte sich an. Aber dazu kam es nicht, was auch mit einigen fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns Schulze/Tönnies zusammenhing. Irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, dass beide die Partie offen halten wollten.
Egal, die Löwen ließen sich nicht beirren, drückten weiter aufs Tempo und stiefelten mit einem 20:16 in die Pause. Beim 21:19 (38.) waren es dann plötzlich nur noch zwei Törchen. Begann jetzt das große Zittern? Nein, die Löwen kämpften sich raus, bissen sich fest. Und hatten einen Ausnahmekönner im Kasten: Mikael Appelgren, den Schweden mit den gigantischen Reflexen.
Ab heute können nun auch die Löwen-Spieler Weihnachten feiern. Schlemmen ist erlaubt. Das eine oder andere Glas Sekt auch. Allerdings in Maßen. Denn der nächste Kraftakt ist schon in Sichtweite: Am kommenden Dienstag, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, geht es im Landesderby um Punkte. Dann gastieren die Badener im Schwabenland. Beim TVB Stuttgart. Anwurf ist um 17 Uhr.
Und zum Abschluss noch eine vorgezogene Bescherung: Gudjon Valur Sigurdsson, 38, bleibt den Löwen erhalten. Der Linksaußen mit isländischem Pass hat auch auf Wunsch des Meisters eine Vertragsoption gezogen und bleibt bis zum 30. Juni 2019 ein Löwe.
Stenogramm: 3:3, 6:4, 8:5, 10:6, 12:6, 15:8, 19:14, 20:16 (Halbzeit), 21:19, 26:21, 28:23, 30:25, 32:27 (Endstand).
Löwen: Schmid 6, Sigurdsson 9/4, Baena 2, Mensah Larsen 4, Pekeler 5, Groetzki 4, Petersson 2.
Flensburg: Glandorf 5, Mogensen 3, Svan 1, Wanne 2, Zachariassen 2, Hansen 2, Lauge 9, Mahe 3/2.

