Rhein-Neckar Löwen: Flensburg-Partie soll Heimsieg werden
Von Daniel Hund
Heidelberg. "Weihnachten, volles Haus - ich erwarte ein Handball-Fest." Nikolaj Jacobsen ist heiß auf den Donnerstag, voller Vorfreude auf den ausverkauften Knaller gegen die SG Flensburg-Handewitt, die ab 20.45 Uhr in der SAP Arena aufkreuzen wird. Dann heißt es Erster gegen Zweiter, Meister gegen Vize-Meister, Löwen gegen Ostsee-Riesen. "Gewinnen wir, sind wir drei Punkte vor ihnen", rechnet Jacobsen hoch. Und die könnten laut dem Meistermacher bereits einen leicht vorentscheidenden Charakter haben: "In der Rückrunde stehen wir beide nicht mehr vor so schweren Auswärtsspielen. Da werden wohl nicht mehr so viele Punkte abgegeben."
Am Wochenende genossen Andy Schmid und Co. die Ruhe vor dem Sturm. Von Freitag bis Sonntag war frei. Einfach mal abschalten, den Kopf frei bekommen - lautete die Devise. Oder wie es Jacobsen mit einem Lächeln sagt: "Für Flensburg brauchen wir volle Akkus und ganz schnelle Beine." Denn die Nordlichter ähneln den Gelben in Sachen Spielanlage. Das Tempospiel steht über allem. Blitzschnelles Umschalten ist das Ziel. "Wenn wir aufeinander treffen, entscheidet deshalb meist die bessere Abwehr und der Torhüter über Sieg und Niederlage", grübelt Jacobsen. Und der macht aus seiner Topspiel-Taktik auch kein Geheimnis: "Spielen wir zu viel sechs gegen sechs, wird’s gefährlich." Die Lösung: "Wir brauchen leichte Tore, Treffer über die erste und zweite Welle." Verzichten muss Jacobsen am Donnerstag wohl auf Momir Rnic. Der Rückraum-Mann ist im Training umgeknickt.
Beim Gegner wird - wie seit ein paar Jahren bei den Löwen auch - auf Kontinuität gesetzt. Spieler wie Holger Glandorf oder Thomas Mogensen sind echte Identifikationsfiguren. Der Mannheimer Morgen brachte beide vor einigen Jahren auch als Neuzugänge bei den Löwen ins Spiel. Bewahrheitet haben sich diese Spekulationen bekanntlich nie...
Die Verpflichtung von Abwehr-Hüne Jesper Nielsen, 28, über die die RNZ bereits im November berichtet hatte, ist hingegen seit gestern offiziell. Der schwedische Kreisläufer kommt von Paris St. Germain und unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis 2021. Und der freut sich: "Gerne will ich meinen Teil dazu beitragen, auch in den nächsten Jahren um alle Titel mitzuspielen." Sagt Nielsen.
Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen, war entscheidend am Transfer beteiligt. Er bastelt an der Zukunft. Vom Nieslen-Coup ist er überzeugt: "Jesper ist im besten Handballalter und passt hervorragend in unser Konzept."
Doch das ist Zukunftsmusik. Momentan zählt nur Flensburg. Auch bei Roggisch ist die Anspannung spürbar. Der lange Blonde zur RNZ: "In diesem Spiel wird viel Kampf drin sein." Und weiter: "Es muss viel passen. Denn Flensburg hat schon bewiesen, dass es in der SAP Arena gewinnen kann."
Jacobsen beurteilt die Lage ähnlich: "Flensburg war die Mannschaft, mit der wir in den letzten Jahren vielleicht die größten Probleme hatten."

