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Rhein-Neckar-Löwen: Lehrstunde für die Berliner beim Handball-Meister

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Von Daniel Hund

Mannheim. Er ist einer, der eigentlich immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Doch am Donnerstagabend gegen 21 Uhr fiel ihm keiner ein. Da war Velimir Petkovic längst in seine eigene Welt abgetaucht. Der Trainer der Berliner Füchse war konsterniert, suchte nach Erklärungen für ein Debakel historischen Ausmaßes. Denn das Spitzenspiel bei den Rhein-Neckar Löwen war keins. Was sich da 60 Minuten zwischen den Kreisen abgespielt hatte, erinnerte eher an ein Pokalspiel. An ein Duell zwischen einem Drittliga-Zwerg und einem Schwergewicht aus der Bundesliga, der stärksten Liga der Welt: Mit 37:23 fegte der Meister den großen Rivalen, der bis dato eine überragende Runde gespielt hatte, von der Platte.

Die SAP Arena tobte, erlebte einen Handball-Feiertag wie schon lange nicht mehr. Und Petkovic, der rieb sich noch lange nach Spielschluss verwundert die Augen: "Es ist unglaublich, was wir hier heute erlebt haben. Die Löwen waren sehr stark und bei uns hat nichts funktioniert." 19 Gegenstoßtore hatte der gebürtige Bosnier gezählt. "So viele wie noch nie in meiner Karriere", hauchte Petkovic bei der abschließenden Pressekonferenz ins Mikrofon. Berlins Nationalspieler Paul Drux war da schon längst auf Tauchstation. In der Kabine der Füchse begann das große Wunden lecken. "Die Löwen waren heute sehr stark, aber mit 14 Toren dürfen wir dennoch nicht verlieren", seufzte das Rückraum-Ass unmittelbar nach der Schluss-Sirene.

So viel zu den Verlierern, weiter mit den Gewinnern, den Helden aus der Löwen-Manege. Meisterlich war’s, was die gegen die als Tabellenführer angereisten Hauptstädter zeigten. Nun sind sie selbst wieder ganz oben, dort, wo sie in den letzten zwei Jahren nicht zu verdrängen waren. Der Titel-Hattrick scheint zum Greifen nah zu sein. Falls nun am kommenden Donnerstag auch noch Flensburg fällt, ist die Ausgangslage gigantisch.

Und gegen die Riesen von der Ostsee könnte es ähnlich gehen, wie gegen die Berliner. Das schnelle Spiel, die überfallartige erste und zweite Welle, beherrschen die Gelben im Schlaf. Trainer Nikolaj Jacobsen weiß das, der Däne hob auch genau das am Donnerstag hervor, um dann aber sofort wieder auf die Bremse zu treten: "Ich will das alles nicht überbewerten. Der Respekt vor Berlin war groß und das ist er immer noch."

Trotzdem deutet vieles darauf hin, dass der Höhenflug der Petkovic-Sieben mit dem Start der Rest-Rückrunde im Februar beendet sein wird: Dann wechselt Petar Nenadic nach Veszprém. Und ohne ihren Denker und Lenker sind die Füchse eine andere Mannschaft. Erschreckend harmlos und ideenlos. Was in der SAP Arena, wo der Serbe gesperrt fehlte, einmal mehr deutlich wurde.

Wie auch immer, die Löwen haben nun mal etwas, das sie eigentlich nie haben: Freizeit. Jacobsen gönnt ihnen ein verlängerten Wochenende. Freitag bis Sonntag ist trainingsfrei, um dann mit vollen Akkus ins nächste Spitzenspiel zu gehen...

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