Wieder Tabellenführer: Rhein-Neckar-Löwen deklassieren die Füchse Berlin
Von Daniel Hund
Mannheim. Welche Demonstration, welch ein Handball-Fest! Beeindruckend war’s, was die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend im Topspiel der Handball-Bundesliga in der SAP Arena ablieferten. Der Meister spielte mit den Berliner Füchsen Katz und Maus und feierte vor 10.579 Zuschauern einen 37:23 (18:9)-Erfolg. "Das war wirklich schon nah dran an der Perfektion", lächelte Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen, "wir haben das in allem Mannschaftsteilen super gelöst."
Es ging um viel, ums Prestige, aber vor allem um die Tabellenführung. Denn bereits vor dem Anwurf war klar: Gewinnen die Löwen, schieben sie sich an die Spitze - und dabei wollten alle mithelfen. Auch Patrick Groetzki war zurück. Der Rechtsaußen hatte seine muskulären Probleme im Oberschenkel auskuriert, war bereit für das tierische Duell zwischen den Löwen und den Füchsen.
Und zusammen sind sie stark. Die Angriffe rollten, die Abwehr stand, und im Tor lauerte ein gewisser Mikael Appelgren auf die gegnerischen Rückraum-Geschosse. Der Schwede war sofort hellwach, krallte sich einen Wurf nach dem anderen. Der Lohn war ein schnelles 4:1 (6.). Das beruhigte und versetzte die Fans in Partystimmung. Der gelbe Anhang machte ordentlich Radau.
Und der Tabellenführer? Der kam nicht richtig ins Rollen. Nationalkeeper Silvio Heinevetter krachten die Bälle nur so um die Ohren. In der 14. Minute zog Gäste-Trainer Velimir Petkovic dann die Notbremse. Beim Stande von 8:4 für die Badener bat er zur Auszeit. Kurz sammeln und neue Impulse geben, lautete die Devise. Gebracht hat der Plausch aber herzlich wenig. Es ging weiter mit Einbahnstraßen-Handball.
Regelrecht überrollt wurden sie, die Berliner. Gerade im Angriff fanden sie kein Mittel, genau wie am eigenen Kreis gegen Löwen-Kapitän Andy Schmid. Der Schweizer schüttelte einen Zauberpass nach dem anderen aus dem rechten Wurfarm und besorgte das 13:6 selbst (21.).
Es wurde nun mehr und mehr zu einer Macht-Demonstration, die Petkovic nur schwer ertragen konnte. Immer wieder schaute er hoch zum Videowürfel, sah die Zwischenstände und schüttelte mit dem Kopf. Fakt ist, dass einer bei Berlin schmerzlich vermisst wurde. Nämlich Petar Nenadic, der gesperrte Spielmacher. Ohne ihn fehlten die Ideen. Dementsprechend schlichen die Berliner auch in die Pause. Saft- und kraftlos verschwanden sie in den Katakomben. Warum, stand oben am Videowürfel: Löwen 18, Füchse 9. Die Vorentscheidung war da natürlich längst gefallen.
In der 34. Minute, beim Zwischenstand von 23:10 (!), schwappte dann bereits der Gassenhauer "Oh, wie ist das schön" durchs Arena-Oval.
Rhein-Neckar Löwen: Schmid 7, Sigurdsson 10/3, Mensah larsen 5, Pekeler 6, Groetzki 2, Reinkind 2, Guardiola 2, Taleski 1, Petersson 2.
Füchse Berlin: Wiede 7, Struck 1, Mandalinic 3, Lindberg 2/2, Zachrisson 4, Gonzalez 2, Drux 2, Elisson 1.
Stenogramm: 4:1, 6:3, 10:4, 13:6, 18:9 (Halbzeit), 23:10, 26:22, 26:16, 29:18, 34:20, 37:23 (Endstand).

