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Kampagne der Urologenverbände: Ehemalige Handball-Nationalspieler setzen sich ein

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Hirschberg/Rhein-Neckar. (sha) Die Diagnose war unfassbar und ein großer Schock für Michael Roth. Der bekannte Handballer, der in seiner aktiven Zeit für die SG Leutershausen auf Torejagd ging, war an Prostatakrebs erkrankt. Das war im Jahr 2009 - Roth war gerade einmal 47 Jahre alt.

Eigentlich wollte er damals nur eine Magen-Darm-Spiegelung zur Vorsorge machen lassen. Ein erhöhter PSA-Wert im Blut sorgt dann dafür, dass weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Am Ende steht die bittere Erkenntnis: Der Olympia-Silbermedaillengewinner hat Krebs. Anschließend wird auch sein Zwillingsbruder Ulli untersucht - auch bei ihm wird Prostatakrebs festgestellt. Die Brüder gehen von Anfang an sehr offen mit der Krankheit um und beschreiben ihre Erlebnisse im Buch "Unser Leben - unsere Krankheit".

Aktuell gehen die beiden früheren Handballprofis wieder mit diesem Thema an die Öffentlichkeit. Die Zwillingsbrüder unterstützen eine große Vorsorge-Kampagne der deutschen Urologenverbände. Und die vermelden in einer Mitteilung alarmierende Zahlen: So suchen noch immer viel weniger Männer den Arzt auf als Frauen, wenn es um das Thema Vorsorge geht. Rund 18 Prozent der Männer nutzen die Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane beim Urologen, während 60 Prozent der Frauen regelmäßig die Früherkennungsuntersuchungen beim Gynäkologen wahrnehmen.

Doch dass soll sich jetzt ändern: Dazu bauen die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) ihre Aufklärungsanstrengungen weiter aus, um vor allem auch junge Männer sowie Frauen zu erreichen sowie auf kinderurologische Erkrankungen aufmerksam zu machen.

"Wir möchten erreichen, dass mehr Männer die Früherkennungsuntersuchung beim Urologen wahrnehmen, um Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen", betont DGU-Präsident Tilman Kälble in der Mitteilung der beiden Verbände.

Mit der Kampagne "Für alle. Für jeden. Für uns. Die Urologie." möchten man dazu animieren, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen und über den Vorsorgeplaner Termine zu vereinbaren, sodass es für Männer ganz selbstverständlich werde, den Urologen - ähnlich wie den Zahnarzt - mindestens einmal im Jahr aufzusuchen. Ein Anliegen, das Uli und Michel Roth sehr gerne unterstützen. Schließlich wissen die Zwillinge nur zu gut, wie wichtig diese Vorsorgeuntersuchung ist.

"Die Diagnose hat uns damals wie ein Blitz getroffen. Und natürlich überdenkt man in solchen Momenten sein Leben neu. Man kommt zum Kern und setzt all seine Energie in den Kampf gegen die Krankheit Krebs", sagt Michael Roth. Deshalb setze er sich zusammen mit seinem Bruder für die Vorsorge-Kampagne ein. Denn mit jedem Mann, der dadurch endlich zur Vorsorgeuntersuchung gehe, könne eventuell ein Leben gerettet werden.

"Männer gehen ja grundsätzlich eher ungern zum Arzt", weiß Uli Roth. Da seien Frauen viel vernünftiger und auch mutiger. "Man kann bei Männern also nur an ihre Verantwortung der Familie und sich selbst gegenüber appellieren. Und an die Frauen: Bitte schickt eure Männer zur Vorsorgeuntersuchung und geht selbst auch zum Urologen, wenn ihr beispielsweise mit Blasenerkrankungen zu tun habt."

Und wie geht es den Roth-Zwillingen heute? "Wir fühlen uns gut und leben ein ganz normales Leben", sagt Uli Roth gegenüber der RNZ.

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