MAZ: VfL Potsdam auf der Suche nach der Balance
Der 1. VfL Potsdam empfängt in der 3. Handballliga am Sonntag die Handball-Freunde Springe – und will einen Schritt aus der Krise machen. Um für schwierige Situationen besser gewappnet zu sein, hat das Team im Training spezielle Elemente geübt.
Potsdam. In das Trainingsprogramm hatten sie in dieser Woche ganz spezielle Übungen aufgenommen: Einstudiert wurden mentale Sicherungsgurte, die in schwierigen Momenten für Stabilität sorgen sollen. „Wir haben versucht“, berichtet Daniel Deutsch, der Trainer des 1. VfL Potsdam, „ein bis zwei Elemente einzubauen, die uns in kritischen Phasen weiterhelfen können.“ Der Praxistest folgt am Sonntag in der heimischen MBS Arena, wenn der VfL in der 3. Handball-Liga Nord die Handball-Freunde Springe empfängt (Start: 16 Uhr) – und damit auch einen neuen Anlauf nimmt, über die komplette Spielzeit das Potential abzurufen.
Bei der 22:26-Niederlage zuletzt in Schwerin war die Leistung geschwankt wie ein Segelyacht im Sturm: Einer Gala-Vorstellung in der ersten Halbzeit, in der die Adler die starken Mecklenburger Stiere phasenweise durch die Arena getrieben hatten (17:12), folgte der Absturz nach dem Seitenwechsel, als lediglich fünf Treffer gelangen. „Wir zeigen auf der einen Seite, wie gut wir spielen können“, sagt Deutsch, „auf der anderen Seite verlässt uns nach zwei, drei misslungen Aktionen sofort der Mut.“
Da kommt ein seelisches Stützkorsett, das sich das Team im Training für die schwierigen Momente erarbeitet, gerade recht. Yannik Münchberger, der mit 56 Treffern auf Rang fünf der Liga-Torjägerliste liegt, attestiert der Mannschaft eine tadellose Einstellung: „Wer uns unterstellt, dass wir nicht alles geben, der sollte mal zum Training kommen, da sieht er 16 Spieler und den Trainerstab jedes Training ackern.“
Trotzdem wächst der Druck vor allem wegen der fünf Niederlagen zum Saisonauftakt, obwohl sich die Bilanz mit zuletzt 3:5 Zählern deutlich gebessert hat. Nun kommt mit dem Tabellendritten Springe einer der Vereine, bei denen Deutsch früher selber spielte, ein Schwergewicht, gegen das viel Courage gefragt ist. Deutsch: „Am Ende kommt es in diesen Drucksituationen darauf an, dass sich ein paar Spieler finden, die daran wachsen und bereit sind Richtung Tor zu gehen und im besten Fall dann auch den einen oder anderen Ball reinmachen.“ Das hat auch Münchberger erkannt, der selbstkritisch sagt: „Natürlich muss auch ich mich der Kritik stellen und muss von mir selbst mehr einfordern, vor allem wenn es nicht läuft, dann muss ich als Kapitän mit ein zwei anderen Führungsspielern den Ball runter nehmen und eine gute Aktion spielen.“
Von Lars Sittig
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