SPL2: Cup-Aus im Achtelfinal / Vorschau SG Yverdon&Crissier
(Silja Mützenberg) Endstation für das SPL2-Team des LK Zug im Schweizer Cup: Die Zugerinnen verlieren ihr Achtelfinalspiel gegen den Ligakonkurrenten HSG Leimental in der heimischen Sporthalle diskussionslos 27:40 (12:22).
Der Beginn der Partie verlief ausgeglichen. Die Gäste aus dem Leimental agierten wie bereits in der Meisterschaft von Anfang an mit sieben Feldspielerinnen und nutzten die numerische Überzahl im Angriff gekonnt aus. Die Gastgeberinnen konnten in den Startminuten auf Rückraumspielerin Chantal Wegmüller zählen, die gleich drei Treffer in Folge erzielte. Nach fünf Minuten hiess es 3:2 – es sollte aber die letzte Führung des LKZ gewesen sein.
Denn Leimental legte nun einen fünf-Tore-Lauf hin und liess sechs Minuten lang keinen Gegentreffer zu (12./3:9). Auch nach dem frühen Time-Out von Trainer Christoph Sahli bekamen die Gastgeberinnen den Ligakonkurrenten nicht in den Griff. Angeführt von einer überragenden Priscilla Köster im Tor (Abwehrquote von 45%!) und der treffsicheren Kreisläuferin Stephanie Mathys (9 Tore) bauten die Gäste das Skore stetig aus. Bei den Baselbieterinnen schien alles zu funktionieren, während die Einheimischen je länger je mehr mit sich selber haderten. Bezeichnend dafür waren gleich 17 Fehlwürfe, dazu sieben technische Fehler in der ersten Halbzeit. Der Pausenstand von 12:22 entsprach dem Kräfteverhältnis auf dem Feld.
Wer nun auf eine Steigerung des LKZ im zweiten Durchgang gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht. HSG-Torhüterin Köster parierte gleich zu Beginn wieder drei freie Würfe der Gastgeberinnen, in der gleichen Zeitspanne fand der Ball auf der Gegenseite fünf Mal den Weg ins Tor (36./14:27). Die Zugerinnen schienen sich „im Wald der Leimentaler Abwehrspielerinnen“ verirrt zu haben und liessen sich den Ball ein ums andere Mal stehlen. Geschenke, die der Gast dankend annahm und in Form von weiteren Gegenstosstreffern auch einlöste.
Erst als Trainer Sahli sein drittes und letztes Time-Out beanspruchte (44./16:32) fing sich das Team aus der Zentralschweiz auf, agierte etwas entschlossener und betrieb in der Folge zumindest etwas Resultatkosmetik. Für mehr reichten die Kräfte allerdings nicht. Das Schlussresultat von 27:40 sprach ohnehin für sich.
So fiel denn auch das Fazit ernüchternd aus: Die Gäste hatten das Spiel nach Belieben dominiert. Die taktische Variante mit dem siebten Feldspieler stellte die Defensive des LKZ vor (zu) grosse Probleme. Zudem fünktionierte bei Leimental die Achse Stephanie Mathys –Aline Mathys einwandfrei, beide erzielten gemeinsam 16 Treffer. In der Offensive fehlte dem Gastgeber dagegen eine Alternative im rechten Rückraum. Die Absenz von Daria Betschart (Knieverletzung) wiegt derzeit zu schwer, erzielte sie doch in der laufenden Saison durchschnittlich 8 Tore pro Spiel. Die Lücke konnten trotz je fünf Treffern Leah Stutz und Charlotte Kähr nicht schliessen. Letztlich wurden die Zugerinnen regelrecht vorgeführt. 26 Fehlwürfe und 19 technische Fehler auf der einen Seite, Tempohandball und taktische Überlegenheit auf der anderen.
Trotz der klaren Niederlage sollte der LK Zug nun den Kopf nicht hängen lassen, haben sie doch mit dem Erreichen des 1/8-Finals – und der Elimination des SPL1 Teams von Yellow Winterthur – im Cup mehr erreicht als in den letzten vier Spielzeiten. Ausserdem ist das Team in der Meisterschaft immer noch ungeschlagen und hat bei den beiden Unentschieden gegen Yverdon-Crissier und Leimental gezeigt, dass sie ein ernst zu nehmender Gegner sind. „Lieber einmal mit 13 Treffern verlieren, als 13 Mal mit einem Treffer...“ ist man geneigt zu sagen.
Viel Zeit zur Regeneration bleibt dem Team nun wahrlich nicht. Die nächste Gelegenheit, sich in der SPL2 wieder bestätigen zu können, bietet sich den Handballerinnen des LK Zug bereits am Wochenende. Am Samstag, 4. November, geht es erstmals in die Westschweiz wo der LKZ in Crissier in der Marcolet (Spielbeginn 16.00) gastiert. Die SG Yverdon&Crissier hat bereits im Hinspiel in der Zuger Sporthalle ihre Stärke demonstriert und entführte dank einem 21:21 einen Punkt in die Romandie. Der LK Zug will die Niederlage im Cup mit einer starken Leistung im kommenden Meisterschaftsspiel wieder wett machen.

