Handball
News melden
Nachrichten

Handball: Rhein-Neckar Löwen verbreiten Angst und Schrecken

0

Von Daniel Hund

Heidelberg. Die Frage nach dem Spieler des Spiels war eigentlich schnell beantwortet: Zwölf Tore, Sahne-Pässe am Fließband - Andy Schmid war’s. Richtig, immer wieder dieser Schmid, dieser Ausnahmekönner. Der Schweizer dirigierte und knipste, schoss die HSG Wetzlar beim 31:24-Auswärtscoup der Rhein-Neckar Löwen quasi im Alleingang ab.

Doch da war eben noch ein anderer, der den Fans der Mittelhessen wie ein Außerirdischer vorgekommen sein muss. Sein Name: Mikael Appelgren. Sein Job: Möglichst alles abfangen, was so auf seinen Kasten zufliegt. Und das klappte diesmal sensationell. Appelgren war der Albtraum der Heim-Sieben. Denn egal, was sie auch versuchten, der Schwede schien es schon Sekunden zuvor auf dem Radar zu haben. Unglaubliche Reflexe gab es zu sehen. Mal im Spagat, mal hing er quer in der Luft. Dieser Appelgren war in der Rittal Arena Gold wert. Selbst Schmid wollte nach seiner Gala in zwei Akten nicht allzu viel über sich reden. Er plauderte lieber über "Apfel", sagte Sachen wie: "Mikael war ein bärenstarker Rückhalt." Oder: "Ab der zehnten Minute war er ja kaum noch zu bezwingen."

Aber auch das ist eben nur die halbe Wahrheit. Denn es läuft einfach bei den Löwen. Fast schon beängstigend spulen die ihr Pensum ab. Spiel für Spiel, von Halle zu Halle. Da fällt es auch dem Meistertrainer, der es ansonsten wie kein Zweiter versteht, auf dem Boden zu bleiben, schwer Understatement zu betreiben: "Das", sagt Nikolaj Jacobsen, "das ist wohl der beste Handball, den wir spielen, seit ich hier bei den Löwen bin."

Für die Konkurrenz muss das klingen wie eine Drohung. Schließlich reichte es schon in den beiden Jahren zuvor zum Titel, 2017/2018 ist dann ja nur noch Formsache!? Die Zukunft wird’s zeigen. Allerdings spielt die Gegenwart den Badenern nicht unbedingt in die Karten. Der Mega-Lauf der letzten Wochen findet nämlich bald ein abruptes Ende. Nach Ferndorf, das im Achtelfinale des DHB-Pokals wartet, ist Schluss. Dann steht eine zweiwöchige Nationalmannschafts-Pause an. Die Gelben verlieren sich aus den Augen, das blinde Verständnis untereinander muss man sich danach vielleicht erst wieder erarbeiten. Doch der Abschied hat auch etwas Positives: Andy Schmid und Alexander Petersson, die zwei Unverzichtbaren, können die Akkus aufladen, weil sie nicht für ihr Land im Einsatz sind. Die Konkurrenz kann sich also schon mal warm anziehen.

Davor muss noch einmal geschwitzt werden. Mehr oder weniger jedenfalls. Am Mittwoch ab 19.30 Uhr ist Pokalzeit. In Gummersbach geht es gegen Ferndorf. Ein Drittligist oder wie andere sagen: ein Freilos. Fakt ist: Verlieren können die Löwen so ein Spiel eigentlich nicht.

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

Andere Sportarten

Sponsored