Handball-Champions League: Rhein-Neckar Löwen krallen sich gegen Zagreb den nächsten Sieg
Von Daniel Hund
Mannheim. Serienmeister, Europapokal-Sieger, Talentschmiede. Der RK Zagreb ist in seiner Heimat eine Handball-Macht, das Aushängeschild zwischen den Kreisen. Quasi der kroatische THW Kiel. Doch die großen Tage sind vorbei, vor allem die internationalen Erfolge fast schon in Vergessenheit geraten. Handball spielen können die Riesen vom Balkan aber nach wie vor.
Am Donnerstagabend bekamen die Rhein-Neckar Löwen davon mal wieder eine Kostprobe. Gereicht hat es für ein Erfolgserlebnis beim deutschen Meister trotzdem nicht. Am Ende jubelten die Löwen über einen 31:24 (15:11)-Sieg und bleiben in der Gruppe damit ungeschlagen.
Dass die Löwen die Partie sehr ernst nahmen, zeigte sich schon an der Start-Formation. Trainer Nikolaj Jacobsen schickte diesmal die Elite raus auf die Platte, die erste Sieben. Doch auch die tat sich zunächst schwer. Zagreb legte schnell vor, führte mit 3:1 (5.).
Aber auch bei den Badenern war einer sofort "on fire": Mads Mensah Larsen. Der Däne feuerte und feuerte, versuchte es aus allen Lagen. Der Lohn: drei Versuche, drei Tore. Machte ein zwischenzeitliches 3:3 (6.).
Mensah Larsen früh "on fire"
Und es blieb zunächst eng, umkämpft. Auf Augenhöhe ging es durchs "Ufo". Vor allem Zarko Markovic bereitete der Löwen-Defensive immer wieder Probleme. Das Rückraum-Ass der Gäste hebelte den gelben Abwehrriegel mehrfach aus.
Um die 20. Minute herum waren es dann aber die Löwen, die das Kommando übernahmen. In Zahlen: Zur Pause leuchtete ein 15:11 vom Mega-Videowürfel. Das beruhigte, war aber noch lange nicht die Vorentscheidung.
Nicht gegen diese Kroaten, nicht vor diesen Zuschauern, unter denen sich einige Zagreb-Sympathisanten befanden. Und die waren nicht zu übersehen. Manche hüllten sich in die kroatische Flagge, andere trugen rot-weiß-blaue Trikots.
Laut waren sie alle. Doch es nutzte nichts. Denn die Löwen spielten ihren Stiefel runter. Ohne zu glänzen, aber mit viel Herz - und einem Andreas Palicka im Löwen-Kasten in Topform. Der Schwede war immer dann zur Stelle, wenn es wichtig war, wenn Zagreb sich wieder mal ran getastet hatte.
Dass man die nächsten zwei Punkte in der Königsklasse im Sack haben würde, war spätestens klar, als der bärenstarke Löwen-Kreismann Hendrik Pekeler das 25:19 (48.) erzielte. Danach war nur noch Schaulaufen.
Spielfilm: 0:2, 1:3, 3:3, 7:5, 12:7, 13:9, 15:11 (Halbzeit), 17:12, 21:18, 22:19, 25:19, 27:20, 28:21, 30:24, 31:24 (Endstand)
Löwen: Schmid 4/2, Sigurdsson 3, Tolbring 2/1, Mensah Larsen 6, Pekeler 8, Reinkind 2, Taleski 1, Guardiola 2, Petersson 2, Groetzki 1; Zuschauer: 2955.

