Handball-Bundesliga: Gestresste Rhein-Neckar Löwen siegen weiter
Von Daniel Hund
Mannheim. Fünf Tage, drei Spiele. Für die Rhein-Neckar Löwen endete am Donnerstag vorerst der Bundesliga-Marathon. Und zwar mit einem Lächeln im Gesicht. Nach Kiel und Hannover wurde auch Aufsteiger Hüttenberg ausgeschaltet. Mit 31:21 (15:12) in der Mannheimer SAP Arena. Tempo-Handball gab’s zu sehen. Spielzüge, die Lust auf mehr gemacht haben. "Die Mannschaft hat das super gelöst, vor allem in der zweiten Halbzeit", sagte Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen, "auch wenn wir das Niveau der letzten beiden Spiele sicher nicht ganz halten konnten." Ebenfalls erfreulich für die Löwen: Titelkandidat Flensburg kam in Göppingen zeitgleich nicht über ein 28:28-Remis hinaus.
Trainer Nikolaj Jacobsen rotierte. Der Däne gönnte Mikael Appelgren, Alexander Petersson und Gudjon Valur Sigurdsson Verschnaufpausen, brachte dafür Harald Reinkind, Andreas Palicka und Jerry Tollbring. Und Reinkind, der rechte Rückraum-Mann, bedankte sich artig: Zwei Versuche, zwei Treffer - die ersten beiden Löwen-Treffer gingen auf seine Kappe.
Aber der Neuling hielt dagegen, kämpfte und glänzte mehrfach mit listigen Anspielen an den Kreis. 5:6 lagen die Löwen nach zwölf Minuten hinten. Beißen war angesagt. Alle, die einen gelben Spaziergang erwartet hatten, wurden also schnell eines Besseren belehrt.
Wenig später, Hüttenberg führte mit 8:6 (14.), bat Jacobsen zur ersten Auszeit. Es bestand Redebedarf, es sollte nachjustiert werden. Aber es blieb zunächst eng. Vorteile hatten die Gäste im läuferischen Bereich. Sie wirkten frischer, spritziger. Was nicht überraschte, schließlich steckten den Badenern zwei Topspiele in den Knochen. Bis zur Pause entspannte sich die Lage aber: Angeführt von Andy Schmid konnten sich die Löwen absetzen. Mit einer 15:12-Führung stiefelte der Meister in die Kabine. Und irgendwie hatte man nicht das Gefühl, dass vor 4598 Zuschauern noch etwas anbrennen könnte.
In der 41. Minute war die Vorentscheidung gefallen: Löwen 21, Hüttenberg 13. Großen Anteil daran hatte Andreas Palicka. Der Löwen-Hexer krallte sich einen Wurf nach dem anderen. Selbst die Eins-gegen-Eins-Duelle entschied der Schwede nun reihenweise für sich.
Nach Hüttenberg ist vor Kristianstad. Schon am Samstag ab 17.30 Uhr heißt es wieder Champions League statt Bundesliga. Die Chancen in Schweden stehen gut für die Löwen, doch unterschätzen darf man den Ex-Klub von Neu-Löwe Jerry Tollbring auf keinen Fall.
Spielfilm: 2:3, 5:7, 8:8, 12:10, 14:11, 15:12 (Halbzeit), 20:13, 24:16, 28:20, 30:21, 31:21 (Endstand).
Löwen: Schmid 7/1, Baena 3, Tollbring 5/2, Groetzki 6, Reinkind 7, Taleski 3.
Hüttenberg: Lambrecht 1, Wernig 2/1, Zörb 1, Fernandes 4, Johannsson 2, Roth 2, Mappes 1, Hofmann 1, Hahn 1, Lipovina 6.

