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Handball-Champions League: Rhein-Neckar Löwen stolz auf spätes Remis gegen Barcelona

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Von Rudolf Schiffmann

Mannheim. (dpa) Eine Stunde nach dem Schlusspfiff schlurfte Andy Schmid schweren Schrittes durch die SAP Arena. «Man, bin ich kaputt», sagte der Kapitän der Rhein-Neckar Löwen und holte erst einmal tief Luft. Die Strapazen und die Erschöpfung standen ihm ins Gesicht geschrieben, die Erleichterung aber auch. Mit einem wahren Kraftakt verhinderte der deutsche Handball-Meister einen Fehlstart in die Champions League und erkämpfte sich nach einem 12:18-Pausen-Rücktand noch ein 31:31-Unentschieden gegen den Titelkandidaten FC Barcelona.

«Andere Mannschaften hätten sich bei solch einem Halbzeit-Ergebnis auf den Rücken gelegt - aber so eine Mannschaft sind wir nicht», sagte Schlussmann Andreas Palicka mit Blick auf die Willensleistung und die furiose Aufholjagd, die Patrick Groetzki zwei Sekunden vor dem Abpfiff mit seinem Ausgleichstreffer zum Endstand krönte. «Wir haben ein Spektakel gezeigt, die zweite Halbzeit war richtig gut. Es hat riesigen Spaß gemacht, sich anzuschauen, wie wir ein Team wie den FC Barcelona ins Wanken bringen», schwärmte der sportliche Leiter Oliver Roggisch. «Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft.»

Kapitän Schmid bewertete das mitreißende, packende und spannende Duell als «guten Anschauungsunterricht». Man habe gesehen, «wie es funktionieren kann - und wie wir es nicht machen sollten». Vor dem Seitenwechsel standen die Löwen in der Deckung viel zu weit auseinander, sie halfen sich nicht gegenseitig und agierten noch dazu im Angriff viel zu langsam.

«Nach dem Seitenwechsel haben wir dann ja viele Dinge richtig gemacht», sagte Roggisch. Keine 14 Minuten brauchten sie, um zum 23:23 auszugleichen - danach lieferten sich die beiden Spitzenmannschaften ein Duell auf Augenhöhe. «Wir haben trotz des hohen Pausenrückstands noch an die Wende geglaubt, auch wenn sechs Tore gegen Barcelona natürlich schon ein Wort sind», sagte Groetzki. «Dieser Punkt ist Gold wert», sagte Kreisläufer Pekeler, der sieben Treffer erzielte und zum besten Spieler der Begegnung gekürt wurde. «Ich glaube nicht, dass Barcelona in dieser Gruppe viele Zähler abgeben wird.»

Am Mittwoch wollen die Nordbadener das Remis gegen den katalanischen Vorzeigeclub veredeln, dann treffen die Löwen erneut in eigener Halle auf den polnischen Vize-Meister Wisla Plock. Pekeler: «Wir sind der Favorit - und es ist unser Anspruch, diese Begegnung zu gewinnen.»

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