Handball-Supercup: Ein Löwen-Sieg im Siebenmeterwerfen
Von Daniel Hund
Stuttgart. Es war ein Härtetest mit Belohnung: 50 Zentimeter hoch und rund 3,1 Kilogramm schwer, das sind die Eckdaten der Trophäe beim Handball-Supercup. Im letzten Jahr spiegelten sich die Rhein-Neckar Löwen im schicken Pokal, feierten und tanzten. Und weil es so schön war, stemmten sie ihn gestern wieder: Die Badener setzten sich in Stuttgart mit 32:30 (14:11/28:28) nach Siebenmeterwerfen gegen den THW Kiel durch. "Es ist sicher nicht der wichtigste Titel, aber natürlich ist es schön, so in die Saison zu starten", grinste Oliver Roggisch, der Sportliche Leister der Löwen.
Los legten die Gelben mit zwei Neuen: Linksaußen Jerry Tollbring und Rückraum-Ass Momir Rnic rückten in die Start-Sieben. Kiel kam aber besser in die Partie. Die Riesen von der Ostsee legten schnell auf 3:1 vor (7.). Vor allem Miha Zarabec, der neue Regisseur des deutschen Rekordmeisters, machte einen Super-Job. Geschickt verteilte er das Bällchen, fand immer wieder Lücken. Und die Löwen? Die suchten vorne vergeblich nach den richtigen Lösungen. Rnic packte deshalb häufig die Brechstange aus. Er probierte viel, aber es gelang wenig: THW-Keeper Niklas Landin krallte sich ein Rückraum-Geschoss nach dem anderen.
Auf der Löwen-Bank machten sich da schon die ersten Sorgenfalten breit. Kurz darauf hatte Trainer Nikolaj Jacobsen dann genug gesehen. Der Löwen-Trainer bat zur Auszeit, versammelte sein Personal um sich. Ruhig und besonnen redete er auf Andy Schmid und Co. ein.
Petersson im Rampenlicht
Und der Däne fand offenbar die richtigen Worte. Keine drei Minuten später glichen die Löwen nämlich aus, jubelten über das 7:7 (19.). Aber das war erst der Anfang, denn plötzlich lief es beim Meister. Alexander Petersson sei Dank! Der Isländer rückte Mitte der ersten Halbzeit endlich mal wieder ins Rampenlicht und hebelte das Kieler Abwehr-Bollwerk mehrfach im Alleingang aus. Der Lohn: In die Pause stiefelten die Löwen mit einem Lächeln im Gesicht - und einer 14:11-Führung.
Nach der Pause ging es hin und her, vor und zurück, mit offenem Visier. Kiel lag das besser. Die Nordlichter holten Tor um Tor auf und belohnten sich mit der 20:19-Führung (42.). Gleichzeitig kam Hektik auf. Daran waren die Bankspieler des THW nicht ganz unschuldig. Immer wieder sprangen sie auf, stürmten aufs Feld und kommentierten jede Schiedsrichter-Entscheidung, die gegen ihr Team ausgesprochen wurde. Alleine das zeigte schon, wie wichtig den "Zebras" das Spiel war. Kiel wollte ein Zeichen setzen, klar stellen, wer die Nummer eins im Land ist.
Geklappt hat es wieder nicht. Ole Rahmel und Marko Vujin versagten im Glücksspiel Siebenmeterwerfen die Nerven.
Rhein-Neckar Löwen: Schmid 5/1, Tollbring 5/1, Rnic 1, Mensah Larsen 3, Pekeler 4, Groetzki 4/1, Reinkind 3, Guardiola 1, Petersson 5, Baena 1/1.
THW Kiel: Weinhold 1, Wiencek 4, Ekberg 5/5, Dahmke 4, Zarabec 8/1, Vujin 1, Bilyk 1, Nilsson 6.
Spielfilm: 2:5, 4:7, 7:7, 10:9, 13:10, 14:11 (Halbzeit), 18:16, 19:20, 26:26, 27:28, 28:28 32:30 (Endstand).

