Handball-Meister: Die Rhein-Neckar Löwen feiern die große Titel-Party (plus Fotogalerie)
Von Hasso Waldschmidt
Mannheim. Sie haben es wieder getan. Die Rhein-Neckar Löwen haben sich wie im Vorjahr die deutsche Handball-Meisterschaft gekrallt. Doch während die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen im Vorjahr auswärts, in Lübbecke, den Titel klar machte, durften die Löwen diesmal nach dem Schaulaufen am letzten Bundesliga-Spieltag gegen MT Melsungen und einem locker herausgespielten 33:28 (19:14)-Sieg in ihrem "Wohnzimmer", in der mit 13.200 Zuschauern ausverkauften SAP Arena, feiern.
Nach dem Abpfiff jubelte und tanzte das Löwen-Rudel ausgelassen vor den Tribünen im weiten Rund der Arena. Auf einem eiligst aufgebauten Podest erhielt jeder einzelne Löwe eine Meisterschafts-Medaille um den Hals - und dann, um genau 17:48 Uhr, war es dann endlich so weit, die Zuschauer, die geduldig ausgeharrt hatten, sahen, wie Uwe Schwenker, der Chef der Handball-Bundesliga, Löwen-Kapitän Andy Schmid die heiß begehrte Meisterschale überreichte, nachdem er den Schweizer Spielmacher schon vor dem Spiel zum vierten Mal hintereinander als besten Spieler der Bundesliga ausgezeichnet hatte.
Zum Abschluss geglänzt
Danach brachte sich der HBL-Präsident mit einem kurzen Sprint in Sicherheit vor den gewaltigen Schampus-Fontänen, mit denen die Löwen im goldenen Konfettiregen ausgelassen und überschwänglich ihren Triumph feierten. Es gab nun kein Halten mehr.
Und mittendrin feierten vier Spieler den Titel, die in der nächsten Saison nicht mehr dabei sein werden: Michel Abt, Dejan Manaskov, Marius Steinhauser und Kim Ekdahl du Rietz wurden von der Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann verabschiedet.
Rückraum-Ass Kim Ekdahl du Rietz und Rechtsaußen Marius Steinhauser, der zum Abschluss durchspielen durfte, zeigten gegen Melsungen noch einmal, dass sie eine große Lücke bei den Rhein-Neckar Löwen hinterlassen werden. Vor allem Kim Ekdahl du Rietz, der mit erst 27 Jahren seine Karriere beendet hat, traf nach Belieben ins Melsunger Tor und brachte die Abwehr der von Michael Roth betreuten Gäste immer wieder in Verlegenheit. Obwohl er im zweiten Durchgang nur noch kurz auf der Platte stand, erzielte er sieben Tore, während Steinhauser mit einer Top-Quote fünf Treffer zum Sieg beisteuerte. Erfolgreichster Schütze war allerdings Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson mit neun Toren.
Den Nachfolger von Kim Ekdahl du Rietz durften die Zuschauer in der SAP Arena nur kurz begutachten, denn Michael Roth brachte Rückraumspieler Momir Rnic erst in der zweiten Halbzeit. Der 30-Jährige, der in der kommenden Spielzeit auf der Königsposition spielen soll, überzeugte mit einer guten Quote, kam bei drei Würfen auf drei Tore und wurde nach dem Schlusspfiff von Nikolaj Jacobsen herzlich umarmt.

