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Fifa-Plan von Gianni Infantino erntet Kritik – fünf Gründe für den Ärger

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Gianni Infantino plant eine weitere große Veränderung, der Aufschrei ist enorm. Die Fußballwelt reibt sich vor allem an fünf Aspekten. Seit dem späten Dienstagnachmittag ist die Empörung in der Welt des Fußballs groß. Die Uefa sieht "eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften", ein Insider spricht gar von einer "Atombombe". Der mittel- sowie nordamerikanische Verband Concacaf zeigte sich "zutiefst besorgt" und die britische "Times" titelte: "WM zu verkaufen". Der Plan der Fifa, über die Gründung der Tochtergesellschaft Fifa Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu veräußern, stößt Fußballfunktionären und Fans gleichermaßen auf. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe, wenngleich Gianni Infantino "die Demokratisierung des Fußballs weltweit" als Argument für seinen Plan vorschiebt. Wie groß wäre der Einfluss der Investoren wirklich? Das Hauptargument der Kritiker ist der drohende Verlust der Wettbewerbsintegrität. Mehrere Investoren sollen WM-Anteile kaufen und dürften in der Folge weniger mit dem Motiv der sportlichen Chancengleichheit als vielmehr mit dem Ziel der Gewinnmaximierung handeln. Weltverband will WM verkaufen: So reagiert der DFB auf das Fifa-Vorhaben Die Fifa betont zwar, dass sie die "alleinige Kontrolle" über die FFE und damit auch über "die Führung des Fußballs" behalte. Kritiker fürchten jedoch, dass sich der Weltverband dem Druck der Investoren aussetzt – und diesem nachgeben könnte. Turniere könnten weiter aufgebläht und häufiger ausgetragen werden. Auch scheint denkbar, dass der Anteil und das Mitspracherecht der Investoren in der Zukunft weiter anwachsen. Infantinos Nähe zu Trump steht erneut im Fokus Auf Kritik stößt auch die Auswahl der potenziellen Geldgeber, die von Thrive Capital angeführt werden sollen. Dabei handelt es sich um eine Investmentgesellschaft von Joshua Kushner, Bruder von Jared Kushner , dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump . Infantinos Nähe zum US-Präsidenten steht seit der Vergabe des Fifa-Friedenspreises in der Kritik, der Umgang mit der Roten Karte für Folarin Balogun bei der WM nährte diese zusätzlich. Kritiker wittern in der prominenten Einbindung des Trump-Umfelds einen möglichen Interessenkonflikt. Infantino könnte Einfluss nach Ende seiner Amtszeit wahren Das Fifa-Vorhaben ist auch aus einem anderen Grund Wasser auf die Mühlen der Infantino-Kritiker. Momentan stehen die Zeichen auf eine Wiederwahl des Schweizers im kommenden Jahr. Gemäß den Statuten des Weltverbands ist aber spätestens 2031 Schluss für den Präsidenten, eine weitere Wiederwahl nicht möglich. Über die mögliche Ausgliederung könnte Infantino dennoch Einfluss behalten. Laut "Times" hegt er Ambitionen, den Vorsitz des neuen Unternehmens zu übernehmen. Fans ärgern sich über zunehmende Kommerzialisierung Gerade traditionalistische Fußballfans sehen in dem Vorhaben eine weitere Zuspitzung der Kommerzialisierung des Sports. Die Fifa bewirbt das Einbinden von Investoren schließlich mit Mehreinnahmen in Milliardenhöhe und dem Ziel, "das volle wirtschaftliche Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsoringverträge" auszuschöpfen. Deutsche Fußballfans zeigten schon einmal, wie wenig sie von derartigen Plänen halten. Als die DFL über die Einbindung eines Investors nachdachte, flogen in den Bundesliga-Stadien Tennisbälle aufs Feld, was lange Spielunterbrechungen nach sich zog. Verbände beklagen mangelnde Transparenz der Fifa Ein weiterer Kritikpunkt leitet sich aus den Stellungnahmen der Concacaf sowie des englischen Fußballverbands (FA) ab. Die Briten hätten "von diesem Vorschlag überhaupt nichts gewusst", der Kontinentalverband habe nur durch Medienberichte von den Plänen erfahren: "Wir sind zutiefst besorgt über den Mangel an Transparenz." Der Verdacht steht im Raum, dass es sich um einen Alleingang von Infantino handelt. Es gelte nun, den weiteren Austausch innerhalb der Fifa mit allen Mitgliedern abzuwarten. Dann, so die FA, sei eine weitere Stellungnahme geplant.

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