Düsseldorf: Korruptions-Razzia wegen Tickets für Fußball-EM 2024
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Wegen der Fußball-EM 2024 in Deutschland durchsuchen Ermittler mehrere Stadtverwaltungen. Im Fokus steht der Verdacht auf Korruption rund um Ticket-Vergaben. Wegen Korruptionsverdachts rund um die Fußball-EM 2024 in Deutschland haben Ermittler unter anderem die Düsseldorfer Stadtverwaltung durchsucht. Das bestätigten eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) sowie ein Sprecher des Deutschen Fußball-Bunds. Auch die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main war Ziel der Durchsuchungen. Die Staatsanwaltschaft Bochum und das LKA ermitteln wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und des LKA sollen Stadtverwaltungen exklusive Vorkaufsrechte für die Tickets erhalten haben. Diese Karten seien von einigen Städten genutzt und unterschiedlich verwendet worden. Düsseldorf war eine der zehn Standorte der Fußball-EM 2024. In der Landeshauptstadt fanden mehrere Spiele statt. Innenminister Reul kündigt konsequente Aufklärung an NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kündigte eine konsequente Aufklärung an. "Ein Fußball-Ticket ist kein Gehaltsbestandteil. Wer im öffentlichen Dienst die Hand aufhält, bekommt von uns Besuch", sagte Reul. Großveranstaltungen wie die Europameisterschaft lebten vom Vertrauen der Menschen in den Sport und in die Behörden, die solche Veranstaltungen möglich machten. "Dieses Vertrauen lassen wir nicht durch ein paar Einladungen und Eintrittskarten beschädigen. Der Verdacht wiegt schwer, und genau deshalb wird er konsequent aufgeklärt", sagte Reul weiter. Die Ermittler des LKA arbeiteten "gründlich, sachlich und ohne Ansehen der Person". 66-Jähriger aus Gelsenkirchen im Fokus Die Maßnahmen dauerten zunächst noch an. Die Beschuldigten hätten bislang keine Gelegenheit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern, hieß es. Es gilt die Unschuldsvermutung. Im Fokus der Ermittlungen stehen nach Informationen aus Sicherheitskreisen ein 66-jähriger Deutscher und ein 46-jähriger Franzose. Zur Ausrichtung des Turniers war die Euro 2024 GmbH als Tochtergesellschaft der UEFA Events SA und der DFB EURO GmbH gegründet worden. Deren früherer Sitz war die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main. Der DFB wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht weiter äußern. Ein Sprecher stellte aber klar, dass sich die Ermittlungen nicht gegen den Verband richten. Der 66-Jährige soll als ehemaliger Beschäftigter der Stadt Gelsenkirchen zum EM-Halbfinale Spanien gegen Frankreich nach München eingeladen worden sein. Dadurch soll er im Rahmen seiner Amtsausübung einen finanziellen Vorteil von rund 2.400 Euro erlangt haben. Der Mann sei bereits wegen Betrugsverdachts sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt polizeilich in Erscheinung getreten und inzwischen nicht mehr für die Stadt Gelsenkirchen tätig. Nach den Ermittlungen sei davon auszugehen, dass vergleichbare Einladungen auch an EM-Projektleitungen weiterer Gastgeberstädte ausgesprochen wurden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Korruptions-Razzia: Bundesweit mehrere Stadtverwaltungen durchsucht Außerdem bestehe der Verdacht einer strukturierten Vorteilsgewährung durch die Euro 2024 GmbH. Diese soll Tausende Eintrittskarten zur internen Verwendung an die zehn Spielstädte vergeben haben. Ob und in welchem Umfang diese Karten und Einladungen zu Partien angenommen wurden, ist ebenfalls Gegenstand des Verfahrens. Durchsuchungen sollte es neben der Düsseldorfer Stadtverwaltung in Gelsenkirchen, Dortmund, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München geben. Bei der Stadtverwaltung Leipzig werde ein sogenanntes Herausgabe-Ersuchen vollstreckt. Zudem sollten zwei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und ein Unternehmen in Bayern durchsucht werden.

