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WM: Nagelsmann kritisiert wie Tuchel Fifa für Fotografen – "Sehr nah"

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Bei Englands WM-Auftakt zeigt sich Thomas Tuchel über die Position der Fotografen verärgert. Nun zieht Julian Nagelsmann nach. Der Bundestrainer wählt deutliche Worte. Aus Toronto berichtet William Laing Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko nach dem spektakulären 7:1-Auftakterfolg über Curaçao auch die Elfenbeinküste niedergerungen. In Toronto triumphierte die DFB-Elf am Samstag dank eines Doppelpacks von Deniz Undav mit 2:1 – und zog damit vorzeitig in die K.-o.-Runde des Turniers ein. Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigte sich nach dem Spiel dementsprechend erfreut, sprach auf der Pressekonferenz von einem verdienten Sieg. Gleichzeitig tat der 38-Jährige aber auch seinen Unmut über eine Szene kund, die sich bereits vor dem Anpfiff ereignet hatte. Denn: Als die deutsche Nationalhymne abgespielt wurde, waren Nagelsmann und seinen Mitarbeitern die Sicht auf das Feld und die eigenen Spieler durch zahlreiche Fotografen versperrt. Ein Problem, auf das bereits Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel die Fifa nach dem Turnierauftakt der "Three Lions" vor wenigen Tagen gegen Kroatien (4:2) aufmerksam gemacht hatte. "Ich weiß nicht, wie viel wir uns jetzt beschweren dürfen, aber ich will Thomas Tuchel beipflichten", sagte Nagelsmann dementsprechend auf Nachfrage von t-online zu der Situation. Es sei "schon ein emotionaler Moment, wenn man eine Connection zu den Spielern herstellt bei der Nationalhymne", so der Bundestrainer. In der Bundesliga und in der Champions League würden zwar auch Fotografen vor den Trainern stehen, aber: "Was hier schon krass ist: Es ist super nah." "Da gibt es schon bessere Lösungen" In der Folge wurde Nagelsmann in seiner Wortwahl dann noch deutlicher: "Ich habe immer das Gefühl, dass das Riesenrohr mit die Nasenhaare fotografiert aus einem Zentimeter Entfernung", sagte der DFB-Coach. "Du siehst eigentlich gar nichts." Dabei sollten er und sein Trainerteam eigentlich bereits von der Anpassung profitieren, um die Tuchel die Fifa nach Englands Duell mit Kroatien inständig gebeten hatte. Beim Spiel in Dallas am vergangenen Mittwoch hatten die Fotografen vor Anpfiff sogar noch näher an der Trainerbank gestanden. "Ich flehe die Fifa an, die Position der Fotografen während der Nationalhymnen zu ändern", hatte Tuchel, der sich bei seinem ersten WM-Spiel um einen emotionalen Moment beraubt sah, deshalb nach der Partie gesagt. Der Weltverband reagierte in der Folge mit einem Kompromiss. Die Fotografen rücken mittlerweile etwas näher zusammen, die Trainer können sich wiederum an der Seitenlinie entlang links und rechts positionieren und haben damit die Kameras nicht direkt vor der Nase. Dem vermeintlichen Entgegenkommen der Fifa konnte Nagelsmann nun aber nur wenig abgewinnen. "Klar, könnte ich jetzt sagen, ich gehe weiter nach links und dann sage ich zu meinem Staff, ihr müsst jetzt nach rechts und seht nichts", erklärte er. "Also irgendwen trifft es immer." Er bleibe dann einfach dort stehen, wo er auch das Spiel über stehe. "Aber da gibt es, glaube ich, schon bessere Lösungen", betonte er und bezog sich mit dieser Aussage auch noch einmal explizit auf seine Spieler. "Die merken ja auch, wie singen wir mit? Wie emotional sind wir? Pushen wir die nochmal, auch danach, wenn die Nationalhymne vorbei ist? Wird da nochmal angefeuert? Ja, ich sehe nur Fotografen vor mir", machte Nagelsmann seinem Ärger Luft. Dass die Fifa nach seiner Kritik aber eine weitere Anpassung bei den Bildreportern vornehmen wird, ist wohl kaum zu erwarten.

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