Ancelotti spricht über Real Madrid: „Passiert nicht mit einem Klick“
Ancelotti weg – und sein Nachfolger auch schon
RIO DE JANEIRO. Jetzt ist er im Prinzip nicht mehr der Ex-Trainer, sondern der Ex-Ex-Trainer. Nachdem sich Carlo Ancelotti Ende Mai 2025 von Real Madrid verabschiedet hatte, hielt es dessen Nachfolger Xabi Alonso nicht lange an der Seitenlinie der Königlichen. Amtsantritt im Juni, Entlassung Mitte Januar. So schnell kann es im Fußball gehen. Álvaro Arbeloa, ein weiterer ehemaliger Schützling von „Carletto“, leitet die Geschicke nun.
Das schnelle Aus des eigentlichen Hoffnungsträgers Alonso ist ein Sinnbild für das Real seit dem bis dato letzten Triumph in der Champions League. Nach dem Titelgewinn am 1. Juni 2024 ging es bergab, obwohl Kylian Mbappé verpflichtet wurde. Dafür ging aber beispielsweise mit Toni Kroos der Strippenzieher im Mittelfeld, mit Nacho Fernández zugleich der Kapitän. Einen Sommer später musste Luka Modrić weg. Schon Ancelotti hatte seine Schwierigkeiten, den jünger gewordenen Kader zu weiteren Erfolgen zu führen. Weil am Ende der vergangenen Spielzeit kein Titel heraussprang, trennten sich die Wege.
„Fußball verändert sich schon durch wenige Dinge“
„Der Fußball verändert sich schon durch wenige Dinge – und damit verändert sich auch die Chemie. Es geht nicht nur um das Umfeld, es ist nicht einfach nur so, dass man Kroos durch Mbappé ersetzt. Im selben Jahr geht Nacho, (Daniel) Carvajal verletzt sich und Modrić spielt weniger. Die alte Generation, die eine fantastische Atmosphäre in der Kabine geschaffen hatte, ist nicht mehr da, und eine neue Generation von Spielern muss hineinkommen, die Charakter, Persönlichkeit und Vorbildfunktion einbringt“, sagte der Nationaltrainer Brasiliens der Sportzeitung MARCA in Rio de Janeiro. „Das passiert nicht mit einem Klick, das braucht Zeit“, so Ancelotti.
Dass der Mega-Verpflichtung von Mbappé die schmerzenden Abgänge der Routiniers gegenüberstanden, habe „ein anderes Umfeld“ geschaffen. „Mbappé hat das fantastisch gemacht und ungefähr 50 Tore erzielt, aber die Mannschaft hatte Schwierigkeiten, Titel zu gewinnen, weil Fußball aus kleinen Details besteht. Und wenn man etwas verändert, läuft es nicht immer automatisch gut“, erklärte der erfahrene Coach, mit 15 Titeln kein geringerer als der erfolgreichste in Reals Geschichte.
„Schade, dass du keinen brasilianischen Pass hast“
Die Partien der Blancos verfolgt der 66-Jährige weiterhin gerne und regelmäßig, zwischenzeitlich war er dazu auch schon zu Besuch im Estadio Santiago Bernabéu. „Wenn Real Madrid ein Spiel hat, verfolge ich es aufmerksam – nicht nur, um die Brasilianer zu sehen, sondern auch, um Real Madrid zu sehen. Nach dem Spiel gegen Manchester City habe ich dem Klub und dem Präsidenten gratuliert. Ich spreche auch mit den Spielern. Zuletzt habe ich mich mit Rodrygo unterhalten, um zu sehen, wie es ihm geht“, berichtete Ancelotti, der keine Zweifel daran hat, dass die Merengues nach dem 3:0 im Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag das Champions-League-Viertelfinale erreichen. Hattrick-Schütze Federico Valverde habe er nach dem überraschend deutlichen Erfolg im Bernabéu übrigens geschrieben: „Schade, dass du keinen brasilianischen Pass hast.“
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