Fußball-Bundesliga: Hamann zu Bayerns Schiri-Kritik: Eines Weltvereins unwürdig
Der FC Bayern legt Einspruch gegen den Platzverweis für Luis Díaz ein. Ein Unding, findet Dietmar Hamann. Der frühere Bayern-Profi hält das Vorgehen und die scharfe Kritik des Clubs für skandalös.
Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann hat mit scharfen Worten auf den Einspruch des FC Bayern gegen den Platzverweis für Luis Díaz im Spiel bei Bayer Leverkusen reagiert. "Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig", sagte der frühere Bayern-Profi bei der Fußball-Talkshow Sky90. "Ein Weltverein legt Protest ein gegen eine Gelb-Rote Karte, wo der Spieler versucht, einen Elfmeter zu schinden."
Am Sonntag hatte Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen dem Pay-TV-Sender Sky bestätigt, dass der Rekordmeister die automatische Sperre für Díaz nach dessen Gelb-Roter Karte nicht akzeptieren werde und beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes Einspruch gegen die Strafe eingelegt habe. Die Chancen auf eine Begnadigung für das anstehende Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin sind jedoch gering.
Hamann: Mal mit Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden
"Du musst doch auch mal in der Niederlage - die es ja nicht mal war - das mit Respekt und Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden oder auch nicht", polterte Hamann, der in dem Vorgehen der Bayern-Bosse ein Problem für die "ganze Schiedsrichter-Gilde" sieht.
Hamann: Bayern-Verhalten ist "das eigentlich Skandalöse"
"Wir haben große Probleme, dass wir junge Schiedsrichter finden, weil keiner mehr pfeifen will, weil es körperliche Angriffe gibt. Und das befeuert das doch nur", sagte der 52-Jährige Hamann: "Und das ist der FC Bayern, das ist unser Flaggschiff des deutschen Fußballs!" Das Verhalten der Bayern sei "das eigentlich Skandalöse an diesem ganzen Spiel, an diesem ganzen Vorgang".
Auch die Kritik von Uli Hoeneß fand Hamann "übertrieben und überzogen". Bayerns Ehrenpräsident hatte in der "Bild"-Zeitung über das Schiedsrichterteam um Hauptreferee Christian Dingert gepoltert: "Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe."
Hamann glaubt: Vielleicht wurde der Schiri "weichgekocht"
Dass Dingert nach der Partie einen Fehler bei der Bewertung der zweiten Gelben Karte für Díaz eingeräumt hatte, konnte Hamann nicht nachvollziehen. Die Münchner "scheinen ihn da ein Stück weit weichgekocht zu haben", mutmaßte Hamann, der die Gelbe Karte und damit den Platzverweis für Diaz für absolut richtig hält. "Der Diaz weiß, dass er den Ball nicht mehr bekommt, dass er die Balance verliert, dann hält er den Fuß raus, um einen Kontakt zu provozieren mit Blaswich. Er macht das, um einen Elfmeter zu schinden."
Dingert hatte im Topspiel der Fußball-Bundesliga auch den Münchner Nicolas Jackson mit Rot vom Platz gestellt und zudem zwei Bayern-Tore von Jonathan Tah und Harry Kane jeweils wegen eines vorangegangenen Handspiels aberkannt.

