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Stars zu verwöhnt? Courtois kritisiert Reporter: „Ihr habt oft nicht recht“

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Courtois nach dem Hinspiel gegen City in der Mixed Zone – Screenshot: YouTube/@cgtnsportsscene

Courtois: Weltklasse-Torwart und Sprachrohr

MADRID. Was wäre Real Madrid eigentlich ohne Thibaut Courtois? Um einen Weltklasse-Torwart, der einem Spiele gewinnen kann, ärmer. Aber auch um jemanden, der nach den Partien als Sprachrohr dient. Wohl kein anderer Profi der Königlichen ist medial derart präsent wie der zwei Meter große Belgier.

Courtois, der am 11. Mai 34 Jahre alt wird, ist eben einer der verbliebenen Leader in einer jung gewordenen Mannschaft. Einer, der sich mit seinem guten Spanisch gut ausdrücken kann, der den Finger auch einmal in die Wunde legt. Auch nach dem 3:0 am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester City stand er in der Mixed Zone des Estadio Santiago Bernabéu Rede und Antwort.

Im Moment dieses unerwartet großen Erfolgs war es der Nummer 1 ein Anliegen, das eine oder andere klarzustellen. Das Starensemble sei zu verwöhnt und launisch, speziell im Verhältnis zu Ex-Trainer Xabi Alonso zu mächtig geworden, wird den doch eigentlich so demütigen und professionellen Akteuren in dieser Saison permanent vorgeworfen. Sie hätten Alonso nicht ernst genommen, irgendwann keine Lust mehr auf die Art und Weise seiner täglichen Arbeit gehabt, seien genervt von ihm gewesen.

„Niemand hat gegen Xabi gespielt“

„Niemand hat gegen Xabi gespielt, wir haben gut gearbeitet“, stellte Courtois klar. „Dass gesagt wird, dass wir die Taktik nicht mögen, die Videoanalysen nicht mögen … Ich hatte Antonio Conte, der das täglich eine Stunde lang gemacht hat. Und das ist mir egal, weil wir Profis sind und es mein Job ist. Das eine ist, wenn du mit deinen Freunden Fußball spielen gehst und keine Lust hast, ein halbstündiges Video zu schauen. Natürlich. Ich bin aber ein Profi und wenn ich mir ein halbstündiges Video anschauen muss, dann tue ich das. Da gibt es kein Problem, denn so bereitet man sich auf Spiele vor. Es wurde an unserer Professionalität gezweifelt. Manchmal läuft es mit einem Trainer besser und schlechter. Die ersten Monate unter Xabi liefen sehr gut, dann hatten wir plötzlich ein Tief. Das passiert im Fußball und dann werden Entscheidungen getroffen. Aber wir als Mannschaft und als Spieler bestimmen nicht. Der Trainer hat das Sagen und wir respektieren diese Autorität“, schilderte der Routinier seine Version – und sparte nicht mit Kritik an den vor ihm stehenden Reportern.

„Ihr glaubt, wir würden machen, was wir wollen“

„Ihr habt oft auch nicht recht. Ihr sagt Dinge, von denen ihr denkt, dass sie so seien, dabei sind sie nicht so. Ich habe Dinge von Leuten gelesen, wo ich mir gesagt habe: Meine Güte … Ihr glaubt, es sei ein Kindergarten und wir würden machen, was wir wollen. So ist es nicht. Wir respektieren die Trainer, wir respektieren jeden. Den medizinischen Stab, jeden. Viel von der Kritik ist ungerecht, andere ist wiederum richtig. Damit habe ich auch kein Problem“, so Courtois. Dass sich die Profis – mit der Rückendeckung der Vereinsführung, wie anhand des Beispiels um den Auswechsel-Eklat von Vinícius Júnior beim LaLiga-Clásico Ende Oktober zu erkennen – zu viel herausnehmen dürfen, sieht der Keeper nicht so. Auch unter Álvaro Arbeloa wird ihnen das nachgesagt.

„Dadurch entsteht ein toxisches Umfeld“

Courtois findet es nicht in Ordnung, wenn Personen derlei Dinge behaupten, obwohl sie selbst keinerlei interne Einblicke bekommen: „Für mich liegt der größte Mangel an Respekt gegenüber der Kabine darin, wenn gesagt wird, wir seien nicht professionell, dass wir darum gebeten hätten, nicht in Albacete zu spielen, oder dass wir mehr Einfluss hätten als der Trainer. Das finde ich falsch, denn wir sind Profis und machen das, was der Trainer von uns verlangt. Wir sitzen nicht da und sagen: ‚Heute haben wir keine Lust, zum Training zu gehen.‘ So etwas gibt es natürlich nicht. Wir sind bei Real Madrid und solche Dinge passieren hier nicht. Aber manchmal werden solche Geschichten verbreitet und dadurch entsteht ein toxisches Umfeld unter den Fans, die dann denken, wir würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben.“

Eine derart giftige Atmosphäre kenne er nicht einmal aus der Horror-Spielzeit 2018/19, in der ab Mitte März schon nichts mehr zu holen gewesen war: „Ich weiß, dass wir Real Madrid sind und dass wir danach streben, alles zu gewinnen. Ich erinnere mich, dass wir in meiner ersten Saison viel schlechter waren und für mich gab es damals dieses etwas ‚toxische‘ Umfeld nicht, in dem jede Kleinigkeit sofort als katastrophal oder schrecklich dargestellt wird und in dem man bei einer Niederlage gleich davon spricht, dass man am Tiefpunkt angekommen ist.“ Das 3:0 gegen ManCity soll ein Anfang gewesen sein, um in der restlichen Saison nicht einmal mehr in die Nähe eines solchen Geredes zu kommen. Erst recht nicht, wenn Courtois vor die Mikrofone tritt. Dass er das schon demnächst wieder tun wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

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