Tarifkonflikt: Warnstreik im Nahverkehr - Keine Busse zum Fußballstadion
Der Warnstreik von Verdi geht weiter, Busse und Straßenbahnen stehen still. Auch Fußballfans, die zu Bundesligaspielen wollen, müssen deshalb mehr Zeit einplanen.
Wegen eines Warnstreiks im Nahverkehr sind am Samstag in Nordrhein-Westfalen erneut zahlreiche Bus- und Bahnverbindungen ausgefallen. Der Warnstreik sei wie geplant angelaufen, sagte der Branchenkoordinator von Verdi NRW, Lukas Frew. "Natürlich heute Vormittag mit weniger Personal, das streikt, als unter der Woche."
Der Ausstand trifft auch Fußballfans, die auf der letzten Strecke zum Stadion eigentlich Busse oder U-Bahnen nehmen wollten. So spielt Borussia Dortmund am Samstagabend gegen Bayern München. "Ich bin selbst Dortmund-Fan", sagte Frew. Vermutlich würden diesmal mehr Menschen aufs Auto umsteigen. "Es wird schon mehr Verkehrschaos geben als bei einem normalen Wochenendspiel."
Zwischen dem Dortmunder Hauptbahnhof und dem Stadion fahren allerdings S-Bahnen, die vermutlich aber sehr voll sein werden. S-Bahnen und Regionalzüge sind von dem Warnstreik nicht betroffen, sie fahren ganz normal. Sie gehören zur Deutschen Bahn und zu anderen Bahnunternehmen, deren Beschäftigte nicht nach dem derzeit verhandelten Tarifvertrag bezahlt werden. Viele Fußballfans dürften die letzten Kilometer bis ins Stadion wohl zu Fuß gehen. "Vom Stadion bis zum Hauptbahnhof sind es so drei, dreieinhalb Kilometer, die überbrückt werden müssen", sagte Frew. Borussia Dortmund appelliert an die Fans: "Bitte kommt früh zum Stadion und wenn möglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad."
Lange Liste an Städten
Der zweitägige Ausstand von Verdi richtet sich gegen mehr als 30 kommunale Verkehrsunternehmen. Die Liste der betroffenen Städte ist lang, etwa Bonn, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bochum, Münster und Bielefeld. Ausnahmen gibt es nur wenige, etwa Aachen und Paderborn. Verdi fordert eine deutliche Entlastung der Beschäftigten, die Arbeitgeber halten die Forderungen für unbezahlbar. Der Warnstreik soll in der Nacht zu Sonntag enden. Nachtbusse, die am frühen Sonntag um kurz nach Mitternacht fahren, dürften noch ausfallen, da ihre Fahrer der Spätschicht vom Samstag zugerechnet werden.
Verdi appelliert an die Arbeitgeber, bei der am Montag beginnenden zweiten Verhandlungsrunde einzulenken und ein akzeptables Angebot vorzulegen. Die Arbeitgeber verweisen hingegen auf die klammen Kassen der Kommunen. Würden sie die Verdi-Forderungen erfüllen, so müssten sie Personal einsparen und viele Verbindungen streichen, argumentieren sie.
Im laufenden Tarifkonflikt hatte es bereits Anfang Februar Warnstreiks gegeben, diese aber nur an einem Tag. Mit den zweitägigen Arbeitsniederlegungen möchte Verdi nun den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

