Trotz Heuer-Doppelpack: 2:3-Niederlage gegen Kaiserslautern
Wie schon so oft in dieser Spielzeit musste der SC Preußen sich auch am 23. Spieltag vielen Widerständen entgegenstellen. Gegen den 1.FC Kaiserslautern liefen die von vielen Ausfällen geplagten Adlerträger einem 1:3-Pausenrückstand hinterher. Die große Aufholjagd blieb diesmal jedoch aus: Nach dem späten Anschlusstreffer von Doppelpacker Jannis Heuer unterlag der SCP im ausverkauften LVM-Preußenstadion mit 2:3.
Schon vor dem Anpfiff zeichnete sich ab, wie kompliziert das heutige Unterfangen werden würde: Trainer Alexander Ende musste auf gleich elf (!) Spieler verzichten. Auch die Ersatzbank war mit nur acht Akteuren alles andere als üppig besetzt – darunter zudem Marco Meyerhöfer und Niko Koulis, die unter der Woche krankheitsbedingt kaum mittrainieren konnten. Die kurzfristige Erkrankung von Mikkel Kirkeskov zwang Ende schließlich zu einer erneuten Umstellung in der Defensivreihe. Der Cheftrainer brachte Torge Paetow auf die linke Verteidigerposition, zudem starteten Tobias Raschl und Yassine Bouchama für Jorrit Hendrix (verletzt) und Marcel Benger (krank).
Im Münsteraner Dauerregen entwickelte sich von Beginn an ein kampfbetontes Spiel, geprägt von vielen Zweikämpfen, Ungenauigkeiten im Passspiel, aber auch ersten Torraumszenen. Den ersten Abschluss verzeichnete Yassine Bouchama auf artistische Weise nach einer Ecke (4.). Auf der Gegenseite versuchte Marlon Ritter einen Aufbaufehler des SCP aus gut 30 Metern zu bestrafen, jedoch war Johannes Schenk rechtzeitig auf seinem Posten zurück (6.). Kurz darauf ertönte ein schriller Pfiff, der die Adlerträger aufschrecken ließ. Im eigenen Strafraum ging Imad Rondic zu ungestüm gegen den heranstürmenden Luca Sirch vor. Die Konsequenz: Strafstoß für Lautern, den FCK-Kapitän Ritter überlegt verwandelte (9.).
Die Antwort der Gastgeber ließ zunächst auf sich warten und kam schließlich per Standard. Nach einer kurz ausgeführten Ecke rutschte der Ball zu Heuer durch. Der Innenverteidiger ließ sich nicht zweimal bitten und setzte das Leder aus fünf Metern unter den Giebel (21.). Wenige Momente später hatte Jano ter Horst sogar das 2:1 auf dem Fuß, fand jedoch in Julian Krahl seinen Meister (23.). Das LVM-Preußenstadion war nun wieder voll da und diese Energie übertrug sich auf den Rasen. Bis auf wenige Ausnahmen mangelte es jedoch an klaren Torchancen, da die vielen (Gegen-)Angriffe auf beiden Seiten nicht sauber ausgespielt wurden. Bis in der 40. Minute Norman Bassette den völlig freistehenden Ritter bediente, der auf 1:2 stellte. Nur fünf Minuten später durfte sich der Vorlagengeber selbst in die Torschützenliste eintragen, nachdem der Belgier eine präzise geschlagene Flanke von Paul Joly zum 1:3-Halbzeitstand einnickte.
Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, in dem wieder Bassette das erste Ausrufezeichen setzte. Sein abgefälschter Abschluss berührte glücklicherweise nur im Außennetz (49.). Kurz darauf hatte Batista Meier nach super Einzelleistung die Gelegenheit zum Anschlusstreffer, scheiterte jedoch aus spitzem Winkel an Krahl (51.). Auch die nächste Torchance leitete Batista Meier mit einem starken Dribbling ein: Der Angreifer ließ gleich mehrere Lauterer stehen, sein abgeblockter Schuss landete bei Bouchama, der aus acht Metern zu zentral abzog (61.). Die Preußen waren nun sichtbar um den Anschluss bemüht, während Kaiserslautern mehr und mehr in den Verwaltungsmodus schaltete. Allerdings nahm der Schwung bei den Hausherren nach einer längeren Verletzungsunterbrechung wieder ab.
Erst in der 78. Minute meldete sich der SCP wieder vor dem Gästekasten an, Rondics Kopfball kam jedoch zu zentral. Zuvor wie danach hatten die Roten Teufel selbst die Chance der Partie endgültig den Deckel draufzusetzen (73. und 82.). Stattdessen machten die Adlerträger das Spiel doch noch mal spannend, als erneut Heuer nach Kopfballvorlage von ter Horst zum Abschluss kam – und den Ball wuchtig im Netz unterbrachte (87.). Vom Publikum angetrieben investierten die Schwarz-Weiß-Grünen nochmal alles für den späten Punktgewinn – vergeblich. Stattdessen durften sich die Preußen bei ihrem Schlussmann Schenk bedanken, der mit einer Riesentat den vierten Einschlag verhinderte (90.+4).
Alexander Ende: „Hat die Mannschaft heute voll dagegengehalten? Ja! Hat sie alles richtig gemacht? Nein. Wir machen zu viele Fehler und lassen zu viele Chancen zu. Trotzdem hatten wir – gerade nach dem Ausgleich – unsere Momente, um dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Unter dem Strich ist die Enttäuschung massiv, weil die Jungs ihren Körper leer gemacht haben und der Ertrag nicht so ist, wie wir es uns gewünscht haben. Dieses Herz dürfen wir nicht verlieren, trotzdem gibt es Themen, an denen wir arbeiten müssen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Spiele zu gewinnen.“
Spieldaten
Aufstellung SCP: Schenk – ter Horst, Heuer, Jaeckel, Paetow (Makridis, 80.) – Preißinger (Yamada, 80.) – Bouchama, Raschl (Amenyido, 56.) – Schulz (Sertdemir, 56.) – Rondic, Batista Meier
Aufstellung FCK: Krahl – Kim, Sirch, Rasmussen – Joly (Asta, 67.), Kunze, Sahin (Robinson, 85.), Haas – Skyttä (Emreli, 88.), Bassette (Redondo, 67.) Ritter (Hanslik, 67.)
Tore: 0:1 Ritter (8., FE) 1:1 Heuer (21.) 1:2 Ritter (40.) 1:3 Bassette (45.+1) 2:3 Heuer (87.)
Gelbe Karten: ter Horst, Preißinger, Amenyido / Kunze, Ritter, Robinson
Schiedsrichter: Patrick Schwengers
Zuschauer: 10.642
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