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Altbewährtes vom neuen Sportdirektor

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Mit dem Verkauf von Oscar Fraulo und der Leihe von Kota Takai hat Rouven Schröder die Wintertransferperiode 2025/26 erfolgreich eingeleitet. Der Abgang des Dänen war die logische Konsequenz aus seinem auslaufenden Vertrag. Da mit Polanski der dritte Borussen-Trainer in Folge keine Verwendung für ihn gefunden hat, war es nur folgerichtig, sich von ihm zu trennen und die letzte Chance auf Erhalt einer (geringen) Ablöse wahrzunehmen. Da auf Fraulos Stammposition im defensiven Mittelfeld ein Überangebot besteht, ist es ebenso plausibel, dass der erste Zugang dieses Winters auf einer anderen Position erfolgt ist. Dabei möchte Schröder an die positiven Erfahrungen anknüpfen, die Borussia zuletzt mit einem anderen japanischen Innenverteidiger gesammelt hat.

Kota Takai schließt nämlich mit etwas Verspätung die Lücke, die sein Landsmann Ko Itakura im vergangenen Sommer durch den Transfer nach Amsterdam hinterlassen hat und die von Roland Virkus nur unzureichend geschlossen worden ist. Die Dreierkette hat sich zuletzt zwar mit Diks/Elvedi und wahlweise Scally oder Sander stabilisiert. Sehr gefährlich wäre es aber geworden, wenn Borussia dort ein ähnliches Verletzungspech ereilt hätte wie zuletzt in der Offensive. Durch den Transfer eines rechten Innenverteidigers könnten Sander oder Scally zudem wieder verstärkt auf ihren ursprünglichen Positionen eingesetzt werden.

Dem Vernehmen nach soll bei Takai eine Kaufoption mit Tottenham ausgehandelt worden sein. Da die genauen Konditionen nicht bekannt sind, kann eine Bewertung nicht seriös vorgenommen werden. Überspitzt formuliert: Eine Option, die sich auf 100 Mio. Euro beläuft, wäre faktisch überflüssig. Zudem gibt es in der modernen Fußballwelt zahlreiche Vertragskonstellationen, z. B. mit Rückkaufsklauseln, die i. d. R. erst später ans Licht der Öffentlichkeit gelangen. Sofern wir von einer optimistischen Konstellation ausgehen und sich im Sommer eine realistische Möglichkeit für einen Kauf im Rahmen des derzeitigen Marktwerts von rund 5 Mio. Euro (+/- 2 Mio. Euro) ergeben könnte, so wäre Schröder ein guter Deal gelungen.

Positiv ist, dass Borussias Sportkopf bereit zu sein scheint, mit seinem Scouting zusammenarbeiten. Bei seinem Vorgänger war dies zuletzt kaum noch der Fall, sodass er regelmäßig Spieler verpflichtete, die zuvor bereits im kicker und in der Sportschau von sich reden gemacht hatten. Ob dies an der (mangelnden) Qualität von Borussias Scouting oder an der Dickköpfigkeit von Virkus gelegen haben mag, ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich trifft beides zu. In jedem Fall war dieses Vorgehen höchst ineffizient und auf Dauer nicht tragfähig. Von daher ist es zu begrüßen, wenn Rouven Schröder seine Scouts wieder stärker in die Transferaktivitäten einbezieht. Sollten die daraus resultierenden Ergebnisse nicht zufriedenstellend ausfallen, so wird es seine Aufgabe sein, im Laufe des Jahres darauf zu reagieren und das Scouting wieder so professionell aufzustellen, wie es vor gut einem Jahrzehnt unter Max Eberl funktioniert hat.

Dies wird allerdings nicht nur an einem Spieler auszumachen sein. Die Erwartungen an Takai als potenzielle Soforthilfe sollten nämlich nicht zu hoch angesetzt werden, da der Japaner soeben erst eine langwierige Fußverletzung überwunden hat. Für die Hotspurs konnte er dadurch kein einziges Pflichtspiel absolvieren. Sein letzter Einsatz erfolgte am 25. Juli 2025 für Kawasaki Frontale in der JJ League.

Hier trennen sich die Gemeinsamkeiten mit Ko Itakura, der sich ansonsten für einen Vergleich geradezu anbietet. Genau wie sein Landsmann gilt Takai als talentiert, zweikampfstark und resolut. Mit seinen 1,92 Metern dürfte er zudem noch kopfballstärker agieren als der vier Zentimeter kleinere Itakura. Dieser war aber bei seinem Wechsel an den Niederrhein bereits vier Jahre älter als der 21jährige Takai und hatte sich zuvor in der holländischen Erendivisie und in der 2. Bundesliga bewährt. Takai wird vermutlich noch etwas Zeit benötigen, um an die Souveränität und Abgeklärtheit von Itakura heranzukommen.

Beim 0:0 gegen Saudi Arabien absolvierten die beiden ihr erstes gemeinsames Spiel, als sie gemeinsam mit Bayern-Verteidiger Ito die Dreierkette der japanischen Nationalelf bildeten. Auch wenn Takai die meisten seiner Spiele in der Viererkette absolviert hat, sollte er sich somit in das taktische Konzept von Polanski einfügen lassen.

Sofern er ausreichend fit ist, wird er primär mit Sander um die Position des rechten Innenverteidigers konkurrieren. Positiver Nebeneffekt, dass der flexible Ex-Kieler somit für andere Positionen im defensiven Mittelfeld zur Verfügung stehen könnte. Joe Scally dürfte sich ab sofort vornehmlich auf seine Rolle im rechten Mittelfeld konzentrieren, wo er mit Castrop um einen Stammplatz konkurriert.

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