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Einer der Größten aller Zeiten – Abschied mit CL, EM und Ballon d’Or wäre würdig!

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Einer der Größten aller Zeiten – Abschied mit CL, EM und Ballon d’Or wäre würdig!

Nils Kern hat mit Toni Kroos gigantisch viel verbunden – Foto: getty images

Auch wenn es früher oder später passieren „musste“. Auch wenn er schon oft darauf hingewiesen hatte, nicht ewig wie andere weiter spielen zu wollen. So kommt dieser Abschied, dieses Karriereende doch irgendwie überraschend. So überraschend, dass wir nicht mal einen „Kroos geht“-Artikel vorbereitet hatten – bei anderen sehr wohl – selbst dieser Kommentar kommt spontan aus den Fingern. Und dem Herzen.

Mit Toni Kroos geht nicht nur ein für mich ganz, ganz besonderer Spieler – keinen habe ich häufiger live gesehen (stolze 110 Male), mit niemandem lieber geredet, nebenbei eint uns noch die gemeinsame Vorliebe für PUR – sondern auch für die Fußballwelt. Es geht der Roger Federer des Fußballs, nicht nur von der Klasse, Intelligenz und Eleganz her, es geht Real Madrids „Schnäppchen des Jahrtausends“, wie Berater Volker Struth die damalige Ablösesumme von 25 Millionen Euro bezeichnete.

Es geht ein Spieler, den man gar nicht nicht hassen ka-, okay, in Saudi-Arabien sieht man das vielleicht anders, und auch der eine oder andere motivierte Gegenspieler, der ihn mal links, mal rechts angelaufen hat, mal mit einem oder zwei weiteren Gegenspielern, aber nie an den Ball kam, den Kroos selbst laufen und verzweifeln ließ. Toni Kroos ließ immer andere zaubern und jubeln, wollte nie im Vordergrund stehen. Da kommen nicht nur Erinnerungen an das WM-Siegerfoto mit Angela Merkel, als er lieber seine Schuhe pflegte, sondern auch die Aussage nach dem Bayern-Hinspiel, dass sein Pass zu Vinícius‘ 1:0 „eigentlich einfach“ war. Er ließ so vieles so einfach aussehen, wohinter aber nicht nur Talent, sondern nicht tausend- sondern millionenfache Übungen und Wiederholungen in der Jugend dahinter stecken. In einer Jugend, in der er auf viel verzichtet hat, selbst als Profi hat er den einen oder anderen Kindergeburtstag verpasst, weil er „mit der Arbeit“ – auch für diese Professionalität lieben ihn die Spanier – unterwegs war. Jetzt sieht er einen guten, wenn nicht sogar perfekten Zeitpunkt, zu gehen. Erst die Meisterschaft, möglicherweise die Champions League, und ob Titel oder nicht: eine Heim-EM ist etwas ganz, ganz besonderes, um die ganze Familie nochmal bei „The Last Dance(s)“ dabei zu haben. Der Gedanke, danach die treuen, weißen Adipure11 Pro 2 an den berühmten Nagel zu hängen, liegt natürlich nahe. Und trotzdem: er ist noch immer so, so gut und wichtig…

Zinédine Zidane trat 2006 im Alter von 33 Jahren zurück, sagte Jahre später selbst, dass es im Nachhinein etwas zu früh war. Aber ohne Titel, mit einem verlorenen WM-Finale. Toni Kroos hat zwei Titel schon sicher, zwei könnten noch folgen – und dann auch etwas, von dem er nie viel gehalten hat: eine individuelle Auszeichnung. Wenn der 34-Jährige nach Supercopa, LaLiga, Champions League auch noch zumindest ins EM-Finale kommen sollte – was sollte ihn dann noch vom Ballon d’Or abhalten? Die Antwort kann ich mir zwar selber geben, weil bei solchen Wahlen eher auf Torbeteiligungen geachtet wird, und trotzdem: So einen wie Toni Kroos hat es noch nie gegeben. In der Geschichte des DFB auf eine Stufe zu stellen mit Franz Beckenbauer. Und in Madrid wird er auch nie mehr für eine Caña zahlen müssen. Sofern er sich denn endlich mal in die Innenstadt traut…

Es ist ein bisschen wie bei Christian Streich: Jetzt endlich kann Toni Kroos das Leben noch mehr genießen, auch mal nur Papa und Ehemann sein, auch mal eine Cola ohne Zero trinken, nicht mehr nur diese Trainingsmaschine sein, die auch David Alaba nach dessen Wechsel nach Madrid überraschte, als Kroos selbst im Dampfbad noch mit Hanteln hantierte: „Anton, was ist mit dir passiert?!“

Ganz einfach: Er ist zu einem der Größten dieses Sports geworden. Real Madrids Dr. Strange, der aus millionen Möglichkeiten in einer Situation den einen Weg zum Tor sowohl erkennt als auch durchführt. Das war nicht nur in München der Fall, auch bei seinem Traum-Assist gegen Granada auf Brahim Díaz, nicht zu vergessen Jude Bellinghams Applaus in der Saisonvorbereitung, als er Kroos‘ Vorlage auf Vinícius gegen Juventus sah. Danke für so vieles! Nicht nur für sportliche Momente, auch andere ikonische Szenen, wie den legendären Jubel bei der Auswechslung im CL-Finale 2017 oder die legendäre „Dann gewinnen wir eben später“-Aussage vor dem nach hinten verschobenen CL-Finale 2022.

Ob nun Federer, Dr. Strange, „el profesor“ oder doch noch sechsfacher CL-Sieger – keiner hat mehr Europapokale gewonnen – oder gar einfacher Europameister und Weltfußballer: Toni Kroos ist einzigartig und kann durch dieses doch gefühlt mehr oder weniger zu frühe Karriereende endlich einfach nur Toni Kroos sein. Dazu kann man ihm nur gratulieren, ihm danken und nur das Beste für die vollgestopfte Zukunft wünschen dank Stiftung, Podcast, Academy, Icon League und auch sein „bester Freund“ Klaas dürfte ihn das eine oder andere mal belästigen. Genieße das Leben danach, und hol’ dir bis dahin noch diese verdammten zwei Titel!

Mit dem größtmöglichen Respekt,

dein Bewunderer Nils Kern

 

PS: Endlich gibt es mal wieder ein Karriereende bei Real Madrid – das erste seit Jerzy Dudeks 2011. Endlich also ein mehr als würdiger Spieler, der als allererstes auf eines meiner Trikots kommt!

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