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Privater Strafzettel in Leimen: "Straßen-Sheriff" erhitzt die Gemüter

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		Privater Strafzettel in Leimen:

Leimen/Eppelheim. (luw) Während Parkplatznot allgemein ein Daueraufreger ist, scheinen insbesondere auch jene Bürger die Gemüter zu erhitzen, die auf eigene Faust gegen vermeintliche Falschparker vorgehen. Das jedenfalls lässt sich aus den zahlreichen Reaktionen im Internet auf die beiden jüngsten RNZ-Artikel über derartige Fälle in Eppelheim und Leimen ablesen.

Im Leimener Fall hatte wie berichtet ein Bewohner des Banater Wegs eine selbst verfasste Belehrung nebst dem Spruch "Nur ein Depp parkt so" an der Windschutzscheibe hängen, nachdem er gegenüber einer Tiefgarage geparkt hatte. Das offenbar vom Urheber dieser Schreiben benachrichtige Ordnungsamt sendete dem vermeintlichen "Falschparker" daraufhin einen echten Strafzettel zu – zog diesen aber wenig später zurück, weil man in der Behörde erst danach bemerkt habe, dass die Straße an dieser Stelle breiter als 5,50 Meter sei: Dann dürfe man auch gegenüber von Ein- und Ausfahrten parken. Die RNZ fasst im Folgenden einige der Reaktionen auf diesen Artikel auf Facebook zusammen.

Die über 200 Kommentare zu dieser Geschichte lassen sich in verschiedene Lager aufteilen. Eine Seite nimmt das Thema zum Anlass, dem Ärger über "egoistische" Falschparker Luft zu machen. "Generell würde ich mir hier einen höheren Verfolgungsdruck in Heidelberg für Falschparker wünschen", schreibt etwa ein Nutzer: "Zu oft parken Autos auf Kindergartenparkplätzen oder Gehwegen so, dass man da nicht mehr mit dem Kinderwagen vorbeikommt."

Dutzende Leser stören sich vielmehr an dem Vorgehen, andere Verkehrsteilnehmer den Behörden zu melden. So kommentiert einer mit dem bekannten Reim, nach dem "der größte Schuft im ganzen Land" der "Denunziant" sei. Poetisch fasst auch ein anderer Nutzer die Lage zusammen, indem er sich am Dichter Friedrich Schiller anlehnt: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn’s dem Nachbarn nicht gefällt."

"So einen Straßen-Sheriff" gebe es offenbar in mehreren Wohngebieten, schreibt ein weiterer. Und insgesamt scheint das Phänomen der "privaten Belehrungen" weit über die Region hinaus zu reichen: Ein Facebook-Nutzer kommentierte den Artikel mit einem Foto aus Kiel, worauf ein ähnliches Schreiben wie in Leimen zu sehen ist.

Andere Leser hingegen reagieren eher trotzig: "Ich würd mich schon wieder aus Prinzip nur mehr dort hinstellen", schreibt jemand. Und ein weiterer Nutzer wirbt für den persönlichen Dialog: Man könne derart parkende Autofahrer auch ansprechen, statt solche "oberlehrerhaften Zettel" zu verteilen.

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