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Explosive Post bei Lidl und Wild: Mutmaßlichem Paketbomber drohen bis zu 15 Jahren (Update)

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		Explosive Post bei Lidl und Wild:  Mutmaßlichem Paketbomber drohen bis zu 15 Jahren (Update)

Heidelberg. (dpa) Der mutmaßliche Paketbombenattentäter aus Ulm muss sich bald vor dem Landgericht Heidelberg verantworten. Die Verhandlung beginne am 8. September, teilte eine Sprecherin des Landgerichts am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft Heidelberg wirft dem 66-Jährigen das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung vor. Ihm droht den Angaben zufolge eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Der Elektriker sitzt in Untersuchungshaft. Über den Prozessauftakt hatte zuerst die "Südwest Presse" berichtet.

Die Serie der explosiven Postsendungen hatte am 16. Februar in Eppelheim begonnen. Dort war in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Update: Mittwoch, 11. August 2021, 10.16 Uhr


66-Jähriger nun angeklagt

Heidelberg. (dpa) Nach Anschlägen mit selbstgebauten Sprengsätzen auf süddeutsche Lebensmittelunternehmen will die Staatsanwaltschaft einen 66-Jährigen dafür vor Gericht zur Verantwortung ziehen. Mehrere Menschen waren durch die explosiven Postsendungen im Frühjahr verletzt worden. Die Heidelberger Ermittler gehen davon aus, dass der Mann Geld erzwingen wollte. Wann der Prozess beginnt, ist offen.

Die Serie der explosiven Postsendungen hatte am 16. Februar in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort war in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermittelte eine Sonderkommission mit zeitweise mehr als 100 Beamten. Kurz nach den Anschlägen nahm die Polizei den Tatverdächtigen aus dem Raum Ulm fest. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat den 66-Jährigen nach Angaben vom Dienstag nun wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der gefährlichen Körperverletzung und der versuchten schweren Körperverletzung angeklagt. Ihm droht den Angaben zufolge eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Landgericht Heidelberg muss jetzt entscheiden, ob und wann es einen Prozess ansetzt.

Wie die Ermittler mitteilten, hatte der Mann die Sprengvorrichtungen selbst gebaut. Um die Sprengstoffmasse herzustellen, soll er Zündholzköpfe abgeschabt haben. Zu den Mengen machte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Angaben. Die Post habe der Angeklagte unter Androhung weiterer Gewalttaten gegen Mitarbeiter und/oder Kunden an die Unternehmen geschickt. So habe er Geld erzwingen wollen.

Der Beschuldigte habe in Kauf genommen, dass Menschen beim Öffnen der Pakete durch die Explosionen verletzt würden. "Insbesondere soll er damit gerechnet haben, dass durch die Detonation wichtige Organe im Gesichtsbereich dauerhaft beeinträchtigt und Teile der Hände, insbesondere Finger, durch die Explosion so stark verletzt würden, dass sie nicht mehr gebrauchsfähig sind, wie dies typischerweise beim Öffnen von Brief- und Paketbomben passieren kann", hieß es.

Update: Dienstag, 25. Mai 2021, 15.40 Uhr


66-Jähriger noch immer in U-Haft

Heidelberg. (cab) Der 66 Jahre alte Rentner aus dem Raum Ulm, der verdächtigt wird, im Februar an die Firmen ADM Wild, Lidl und Hipp explosive Pakete verschickt zu haben, sitzt weiterhin in U-Haft. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg auf RNZ-Anfrage mit. Demnach gilt der "dringende Tatverdacht" gegen den Mann noch immer. Gewissheit scheint es aber auch nach gut fünf Wochen noch nicht zu geben. Die Ermittlungen würden andauern, "um den Tatverdacht im Sinne einer bestmöglichen Beweislage zu erhärten", so der Sprecher. Die bisherige Dauer des Verfahrens sei daher keinesfalls ungewöhnlich. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein könnten, ließ der Sprecher offen.

Update: Donnerstag, 25. März 2021, 19.30 Uhr


Ermittler setzten Belohnung aus

Heidelberg. (dpa) Dreieinhalb Wochen nach den Anschlägen auf süddeutsche Lebensmittelunternehmen mit explosiven Postsendungen suchen die Ermittler nach weiteren Zeugen. Es sei eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt worden, teilten das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Heidelberg am Freitag mit. Man erhoffe sich Hinweise zu dem Mann, der die Pakete in Ulm aufgegeben habe. Eine Überwachungskamera hatte die Szene aufgezeichnet.

Kurz nach den Anschlägen war ein Rentner festgenommen worden. Nach Überzeugung der Ermittler hat er die explosiven Pakete verschickt. "Der dringende Tatverdacht besteht weiter", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Mann, der die Pakete aufgegeben habe, habe aber eine Maske, einen Schal und eine Mütze getragen. Daher sei nicht ausgeschlossen, dass es sich etwa um einen Gehilfen handle.

"Wir wollen die Beweislage so gut gestalten wie möglich", sagte der Sprecher. Der Rentner bestreitet die Taten demnach weiterhin. Auch das Motiv sei unklar. Er sitzt in U-Haft.

Die Serie hatte am 16. Februar in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort war in der Warenannahme eines Getränkeherstellers ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Update: Freitag, 12. März 2021, 11.19 Uhr


Tatmotiv bleibt rätselhaft

Heidelberg. (dpa/lsw) Zwei Wochen nach den Anschlägen mit explosiven Postsendungen gegen süddeutsche Lebensmittelunternehmen gibt der Fall den Ermittlern weiter Rätsel auf. Der beschuldigte Rentner bestreite die Tat weiter, teilte die Staatsanwaltschaft Heidelberg mit. Es gebe derzeit keine "auf Tatsachen gegründete Annahmen, was das Tatmotiv anbelangt". Nach Überzeugung der Ermittler hat der 66-Jährige die Sprengstoffpakete an einer Ulmer Postannahmestelle abgegeben. Er sitzt in U-Haft.

Die Serie hatte vor zwei Wochen in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort war ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket angenommen hatte. Am Folgetag kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes verdächtiges Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum beim Flughafen München abgefangen und entschärft.

Update: Dienstag, 2. März 2021, 08.48 Uhr


Rentner bestreitet die Vorwürfe

Heidelberg/Ulm. (cab) Der 66 Jahre alte Rentner aus Ulm, der explosive Postsendungen an die Firmen ADM Wild, Lidl und Hipp verschickt haben soll, bestreitet die Taten. Das teilte die Heidelberger Staatsanwaltschaft am Freitag auf RNZ-Anfrage mit. Zudem würden Hinweise aus der Bevölkerung vorliegen, die derzeit geprüft würden, so Erster Staatsanwalt Thomas Bischoff.

Weitere Fragen seien Gegenstand noch laufender Ermittlungen, deren Ergebnis er nicht vorgreifen wolle – etwa zur Art des Sprengstoffs oder ob die Mitarbeiterin der Ulmer Postagentur bei der Abgabe der Päckchen in Gefahr war, weil diese schon dort hätten explodieren können. Auch die persönlichen Hintergründe oder mögliche Motive des Verdächtigten sind noch völlig unklar.

Update: Freitag, 26. Februar 2021, 13.16 Uhr


Nach Festnahme - Video zeigt Mann bei Übergabe 

Heidelberg/Ulm. (cab) Noch immer hat sich der 66 Jahre alte Rentner aus dem Ulmer Kloster-Stadtteil Wiblingen nicht zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Heidelberg glauben, dass er es war, der vergangene Woche drei explosive Päckchen an die Firmen ADM Wild in Eppelheim, Lidl in Neckarsulm und Hipp in Pfaffenhofen verschickt hat. Am Donnerstag haben die Ermittlungsbehörden ein Video veröffentlicht. Sie sind sich sicher, dass es den Mann dabei zeigt, wie er die Päckchen am Montag, 15. Februar, in einer Postannahmestelle in der Ulmer Rosengasse abgibt und bezahlt.

Die Videoüberwachung der Abgabestelle hatte alles aufgezeichnet. Zu sehen ist ein Mann mit einem grauen, knielangen Mantel samt Gürtel, dunkler Mütze, schwarzen Handschuhen, einem weißen Mund-Nase-Schutz sowie einer Brille und einem auffällig gemusterten, weißen Schal. Sein Gang wirkt etwas tapsig. Die 100-köpfige Sonderkommission erhofft sich aufgrund des 21 Sekunden langen Mitschnitts weitere Hinweise auf den mutmaßlichen Täter, der die Postsendungen in zwei weißen Stofftaschen an den Schalter brachte. Dabei setzen die Ermittler vor allem auf die Ulmer Bevölkerung, denn sie wollen wissen, wer den Mann im Stadtgebiet an jenem Montag gesehen oder bemerkt hat. Für die Sonderkommission ist auch wichtig, ob er zu Fuß unterwegs war, mit dem Fahrrad oder vielleicht sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Oder ob ihn jemand begleitete. Nicht zuletzt erhoffen sich die Ermittlungsbehörden neue Anhaltspunkte aufgrund des auffälligen Schals.

Der 66-Jährige hatte sich am vergangenen Freitag widerstandslos in einer unauffälligen Wiblinger Reihenhaussiedlung festnehmen lassen. In seinem Haus sicherten die Beamten weitere Spuren. Das Verpackungsmaterial der Päckchen hatte die Ermittler auf seine Spur gebracht.

Info: Das Überwachungsvideo ist im Internet unter https://fahndung.polizei-bw.de abrufbar. Auch eine Hotline hat die Sonderkommission eingerichtet unter der Telefonnummer 0 800 / 503 503 533.

Update: Donnerstag, 25. Februar 2021, 09.19 Uhr


Verpackung führte auf die Spur des verdächtigen Rentners

Bereits am Freitagabend wurde 66-jähriger Verdächtiger festgenommen. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft und soll sich zu den Tatvorwürfen noch nicht geäußert haben.

Ulm/Heidelberg. (dpa) Nachdem Sprengstoffpakete bei drei süddeutschen Lebensmittelunternehmen für große Aufregung gesorgt haben, stehen die Ermittler vor einem Rätsel. Wie die Staatsanwaltschaft in Heidelberg mitteilte, hat sich ein Rentner auch Tage nach seiner Festnahme am vergangenen Freitag nicht zu den Anschuldigungen gegen ihn geäußert. Die Behörden halten ihn für den Täter, der die explosive Post an drei Lebensmittelunternehmen gesendet haben soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Dienstag waren es Ermittlungen zur Art der Sprengstoffpakete, die auf die Spur des Rentners führten.

Die drei Postsendungen waren demnach zeitgleich in derselben Postannahmestelle in Ulm aufgegeben worden. Zwar seien alle dabei angegebenen Absender fiktiv gewesen, jedoch habe man den tatsächlichen Absender über die Art des Verpackungsmaterials ermitteln können, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. "Bei diesem Material habe es sich um eine von Privatpersonen verhältnismäßig selten genutzte Art der Verpackung gehandelt", fügte er hinzu. Ermittler hätten herausgefunden, dass der Rentner sich solche Verpackungen kurz vor der Tat beschafft habe.

Die Serie hatte am vergangenen Dienstag in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim begonnen. Dort wurde ein Mann durch eine Verpuffung verletzt, als er ein Paket annahm. Am Mittwoch kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes verdächtiges Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war, wurde in der Nacht zu Donnerstag in einem Paktverteilzentrum beim Flughafen München abgefangen und entschärft.

Update: Dienstag, 23. Februar 2021, 14.28 Uhr


Der Rentner schweigt immer noch

Heidelberg/Ulm. (cab) Auf RNZ-Anfrage hat sich die Staatsanwaltschaft zu den Ermittlungen gegen einen 66-jährigen Rentner aus dem Raum Ulm geäußert, der seit Freitag in Untersuchungshaft sitzt. Er wird verdächtigt, explosive Postsendungen an den Eppelheimer Aromenhersteller ADM Wild, die Zentrale des Discounters Lidl in Neckarsulm sowie an den Babynahrungshersteller Hipp in Pfaffenhofen verschickt zu haben. Noch immer habe sich der Mann nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag.

So sei das Tatmotiv weiterhin unklar. Auch gebe es keine Hinweise auf politische Aktivitäten des Rentners. Die Päckchen, die er laut des Sprechers in einer Postannahmestelle in der Ulmer Rosengasse abgegeben hatte, waren etwa 30 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit und wenige Zentimeter hoch.

Das Päckchen an Hipp war in München abgefangen und entschärft worden. Die beiden anderen detonierten in Eppelheim und Neckarsulm. Bei ADM Wild war ein Mitarbeiter verletzt worden, als das Päckchen in seinen Händen explodierte. Er erlitt ein Knalltrauma. Bei Lidl hatten sich drei Mitarbeiter Verletzungen zugezogen. Hier ging das Päckchen beim Öffnen hoch. Über die Bekleidung der Verletzten hinaus habe es keine Sachschäden gegeben, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg, welche die Ermittlungen einer 100-köpfigen Sonderkommission gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Stuttgart leitet. Es seien insbesondere die Ermittlungen zur Art der Sprengstoffpakete gewesen, welche im Verlauf des 19. Februar auf die Spur des Beschuldigten geführt hätten, so der Sprecher. "Alle drei Postsendungen wurden zeitgleich in derselben Postannahmestelle in Ulm aufgegeben. Zwar waren die auf ihnen angegebenen Absender allesamt fiktiv, jedoch konnte der wahre Absender über die Art des Verpackungsmaterials ermittelt werden. Bei diesem Material handelt es sich um eine von Privatpersonen verhältnismäßig selten benutzte Art der Verpackung. Der Polizei gelang es, festzustellen, dass der Beschuldigte sich solche Verpackungen kurz vor der Tat beschafft hatte", so der Sprecher. Er bestätigte, dass zwei der fiktiven Absender "Merkel" und "Schwarz" lauteten. Zudem seien dazu Absenderadressen in Ulm, München und Augsburg angegeben worden.

Der gegebene dringende Tatverdacht gegen den Rentner laute auf Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in zwei Fällen, jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung, sowie versuchtes Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter schwerer Körperverletzung. Der mögliche Strafrahmen für die beiden vollendeten Taten reiche von einem bis 15 Jahren Freiheitsstrafe, so der Sprecher. Die Ermittlungsbehörden würden weiterhin mit Hochdruck an der vollständigen Aufklärung der Straftaten arbeiten. "Wann die Ermittlungen abgeschlossen sind, kann derzeit nicht zuverlässig gesagt werden."

Update: Montag, 22. Februar 2021, 18.56 Uhr


Rentner soll explosive Pakete verschickt haben - Tatmotiv weiter unklar

Von Violetta Heise und Carsten Blaue

Ulm/Heidelberg. Erst der Eppelheimer Aromenhersteller ADM Wild, dann Lidl in Neckarsulm und schließlich der Babynahrungshersteller Hipp im bayerischen Pfaffenhofen: Drei Firmen der Lebensmittelbranche wurden zu Zielscheiben von Attacken mit explosiven Postsendungen. Jetzt sitzt ein 66-Jähriger in U-Haft. Er soll der Absender sein. Doch noch immer sind viele Fragen offen.

Zunächst kann auch die 100-köpfige Ermittlungsgruppe unter Federführung des Stuttgarter Landeskriminalamts (LKA) und der Staatsanwaltschaft Heidelberg etwas durchatmen. Sie hat einen Rentner aus dem Raum Ulm dingfest gemacht. Spezialkräfte sollen ihn bereits am Freitagabend an seinem Wohnsitz festgenommen haben. Dabei habe der Mann keinerlei Widerstand geleistet, hieß es. Er soll der Absender der Sprengladungen sein. Doch was könnte den 66-Jährigen dazu bewogen haben, die Lebensmittelfirmen zu attackieren und damit Menschenleben zu gefährden? Und warum waren es ausgerechnet Lidl, Hipp und ADM Wild, deren Standorte zumindest keinen räumlichen Bezug zueinander haben?

Darüber herrschte auch am Wochenende noch Ungewissheit, zumal es im Vorfeld auch keine Drohungen oder Erpressungsversuche gegeben haben soll. Der bislang nicht polizeibekannte Mann habe sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des LKA und der Staatsanwaltschaft. Das Tatmotiv sei weiterhin unklar, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Heidelberg. 

Auch deren Angaben, wie sie dem Verdächtigen auf die Schliche gekommen sind, beschränken sich auf das Nötigste.

Es hieß lediglich, insbesondere die Ermittlungen zum Versandweg und zur Art der Sprengstoffpakete hätten die Sonderkommission im Laufe des Freitags auf die Spur des Tatverdächtigen gebracht. Jedoch sollen die Sprengstoffpäckchen, über deren Größe, Beschaffenheit und Aussehen ebenfalls noch nichts mitgeteilt wurde, mit fiktiven Absendern beschriftet gewesen sein.

Ferner ist offen, welcher Sprengstoff verwendet wurde und welche Spur an den detonierten Päckchen für Lidl und ADM Wild die Ermittler so schnell zu einer Postfiliale in der Innenstadt von Ulm führte. Hier sollen die Postsendungen für den Versand durch den Paket- und Briefexpressdienst DHL abgegeben worden sein. Auch das Päckchen für Hipp, das in der Nacht zum Donnerstag in einem Paketverteilzentrum beim Flughafen von München abgefangen und entschärft werden konnte.

In ihrer Mitteilung vom Samstag gingen die beiden Ermittlungsbehörden nicht davon aus, dass der Mann noch weitere gefährliche Briefe oder Pakete in Umlauf gebracht hat. Auch in Neckarsulm war die Erleichterung groß, dass der Verdächtige gefasst wurde. So schnell habe er gar nicht damit gerechnet, gab Oberbürgermeister Steffen Hertwig zu. Er hoffte, dass die Gefahr jetzt gebannt sei. Dennoch herrschte am Wochenende noch erhöhte Alarmbereitschaft wegen weiterer Päckchen mit möglicherweise explosivem Inhalt.

So wurde am Samstagvormittag gegen 10 Uhr ein verdächtiges Paket im DHL-Verteilzentrum in Leimen gestoppt. Dieses war aufgefallen, weil es Verfärbungen der Hülle aufwies. Das Paketzentrum wurde geräumt. Polizei, Rettungskräfte und Entschärfer des LKA rückten an. Doch die Spezialisten konnten bald Entwarnung geben. Das Paket war harmlos. Auch einen Zusammenhang mit den Taten in der vergangenen Woche schlossen die Ermittler aus.

Update: Montag, 22. Februar 2021, 14.14 Uhr


Weitere Päckchen-Bomben wurden in Ulm abgegeben

Von Julia Giertz und Carsten Blaue

Heidelberg/Stuttgart. Die Angriffe mit explosiven Postsendungen auf den Aromenhersteller ADM Wild in Eppelheim und die Hauptzentrale des Discounters Lidl in Neckarsulm gehen wohl ebenso auf das Konto eines Serientäters oder mehrerer wie ein vereitelter Anschlag, der laut den Ermittlungsbehörden gegen das Pfaffenhofener Lebensmittelunternehmen Hipp gerichtet war. Wie das Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Heidelberg am Freitag mitteilten, weise eine Spur darauf hin, dass alle drei Postsendungen in Ulm gemeinsam auf den Weg gebracht worden waren.

"Es ist ein Zusammenhang anzunehmen zwischen diesen drei Päckchen", sagte daher die baden-württembergische Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz am Freitag. Die drei Postsendungen trugen fiktive Absender und waren vom Paket- und Briefexpressdienst DHL angeliefert worden.

Die kriminaltechnischen Untersuchungen der Spuren, die an den Tatorten in Eppelheim und Neckarsulm sowie in einem Paketverteilzentrum beim Flughafen München gesichert wurden, seien noch nicht abgeschlossen, hieß es in der Mitteilung weiter. In München war das an Hipp adressierte Paket in der Nacht zum Donnerstag noch rechtzeitig entdeckt und entschärft worden, nachdem klar war, dass die drei Postsendungen gleichzeitig abgegeben worden waren.

Die Gefahr von weiteren sprengstoffverdächtigen Postsendungen werde nach derzeitiger Einschätzung als wenig wahrscheinlich erachtet, könne jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, hieß es vonseiten des LKA und der Staatsanwaltschaft. Unter deren Federführung arbeitet eine rund 100-köpfige Sonderkommission "unter Hochdruck", wie es hieß – auch um Schlimmeres zu verhindern.

Dabei sind viele Fragen offen. Das Motiv des Täters oder der Täter liegt noch völlig im Dunkeln. Ein Bekennerschreiben mit einer Forderung gab es, Stand Freitagmittag, nicht. Es sei aber nicht auszuschließen, dass dies noch komme, nachdem ein gewisser Druck aufgebaut worden sei, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Die Sonderkommission des LKA, zu der auch Beamte der Polizeipräsidien Heilbronn, Mannheim und Ulm gehören, beschäftigt sich in den Ermittlungen auch mit ähnlich gelagerten Taten, die ein paar Jahre zurückliegen. So ist ein Briefbomben-Erpresser, der die Menschen im Jahr 2017 in der Region Berlin-Brandenburg in Angst und Schrecken versetzte, noch immer auf freiem Fuß.

Der Discounter Lidl teilte mit, seine ohnehin sehr hohen Sicherheitsmaßnahmen für Verwaltungsstandorte, Warenverteilzentren und Filialen umgehend verstärkt zu haben. Ein erhöhtes Risiko bestand aber laut eines Lidl-Sprechers schon am Donnerstag nicht mehr. Die Beschäftigten des betreffenden Verwaltungsgebäudes im Neckarsulmer Gewerbegebiet seien im Homeoffice. Mindestens bis Montag sollen sie zu Hause bleiben. In Heilbronn gab es für den von der Dieter-Schwarz-Stiftung getragenen Bildungscampus eine ähnliche Empfehlung, ebenso für die Duale Hochschule Baden-Württemberg.

Unterdessen informierte der Lebensmittelverband Deutschland seine 500 Mitgliedsunternehmen darüber, worauf bei der Paketannahme geachtet werden müsse. Die Poststellen sollen Sendungen aussortieren, wenn sie keinen bekannten Absender haben, Unebenheiten aufweisen oder ungewöhnlich schwer sind. Die Branche sei sehr emotionaler Kritik ausgesetzt, die an Hass grenze, sagte ein Sprecher. Das äußere sich in den sozialen Medien, in E-Mails oder Drohanrufen. Eine RNZ-Anfrage, was den Lebensmittelunternehmen hier konkret vorgeworfen wird, woher die Aggression rührt und wie die Branche sowie ihr Verband darauf reagieren, wollte der Sprecher nicht mehr beantworten. "Heikles Thema", sagte er und betonte: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen über mögliche Täter oder Tatmotive, sondern vertrauen auf die Ermittlungsarbeit der Polizei."

Update: Freitag, 19. Februar 2021, 20 Uhr


Landespolizeipräsidentin geht von Serientäter aus

Stuttgart/Heidelberg. (dpa) Nach Explosionen von Postsendungen in der Lidl-Zentrale und bei ADM Wild in Eppelheim sowie einem verdächtigen Fund in Bayern, der an den Babynahrungsmittelhersteller Hipp gerichtet war, geht die Polizei von einer Serientat aus. "Es ist ein Zusammenhang anzunehmen zwischen diesen drei Päckchen", sagte die baden-württembergische Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz am Freitag in Stuttgart. Details zu möglichen Verdächtigen, Bekennerschreiben oder weiteren Ermittlungen machte sie nicht.

Auch Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) zeigte sich überzeugt: "Ich habe schon nach dem zweiten Fall eine Vermutung gehabt und habe sie nach dem dritten Fall auch", sagte er. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Alle Sendungen waren an Lebensmittelunternehmen adressiert. Am Dienstag hatte ein Mitarbeiter des "Capri Sun"-Herstellers ADM Wild in Eppelheim ein Knalltrauma erlitten, als er in der Warenannahme ein Paket angenommen hatte. Drei Verletzte gab es am Mittwoch, als es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm zu einer Explosion kam. Nach Angaben Strobls sind alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Noch rechtzeitig entschärft werden konnte in der Nacht zum Donnerstag eine Postsendung in einem Paketverteilzentrum beim Flughafen München. Die Sendung war an ein Lebensmittelunternehmen in Bayern adressiert. Dabei handelte es sich um den Babynahrungshersteller Hipp, eine entsprechende Information wurde der dpa aus Ermittlerkreisen bestätigt.


Lebensmittelverband warnt Mitglieder nach Explosionen

Berlin. (dpa) Nach zwei Explosionen von Postsendungen und einer entschärften Postsendung an Firmen der Lebensmittelbranche ruft der Branchenverband seine Mitglieder zu erhöhter Wachsamkeit auf. "Wir haben sie informiert, auf was bei der Paketannahme geachtet werden muss", sagte ein Sprecher des Lebensmittelverbands der Deutschen Presse-Agentur. Die Poststellen sollen Sendungen aussortieren, wenn sie keinen bekannten Absender haben, Unebenheiten aufweisen oder ungewöhnlich schwer sind. Die Branche sei sehr emotionaler Kritik ausgesetzt, der an Hass grenze. Dieser äußere sich in sozialen Medien, E-Mails oder Drohanrufen. Da werde auf die Lebensmittelindustrie "eingedroschen". Das sei in dieser Woche wieder sehr akut gewesen.

Aber man vertraue auf die Ermittlungsarbeit der Polizei. "In der Vergangenheit wurden Briefbombenattentäter fast immer dingfest gefasst", so der Verband. Er vertritt die Interessen von etwa 500 Mitgliedern vom Erzeuger über den Handel bis hin zu Gastronomie und Transportfirmen.

Update: Freitag, 19. Februar 2021, 12 Uhr


Soko nach Explosionen bei Lidl und ADM Wild eingerichtet

Eine verdächtige Postsendung wurde in München entdeckt und entschärft. Derweil herrscht in Neckarsulm Verunsicherung.

Von Carsten Blaue

Neckarsulm/Heidelberg. Es sind nur wenige Informationen, welche die Ermittlungsbehörden nach den Explosionen von Postsendungen bei ADM Wild in Eppelheim und in der Neckarsulmer Lidl-Hauptzentrale preisgeben. Doch diese haben es in sich. Die Sache ist so groß, dass das Landeskriminalamt (LKA) selbst die Ermittlungen übernimmt – gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Heidelberg. Zudem wurde eine 100-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet. Diese geht davon aus, dass es einen Tatzusammenhang gibt. Ob das auch für eine Postsendung gilt, die in der Nacht zum Donnerstag im Münchner Flughafen entschärft wurde, lassen das LKA und die Staatsanwaltschaft in ihrer Erklärung vom Donnerstagnachmittag offen.

Wer hinter den explosiven Sendungen steckt, sei noch ebenso unklar wie das Motiv, sagt am Freitagmorgen ein LKA-Sprecher auf Anfrage. Am Donnerstag hatten LKA und Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Postsendung in einem Paketverteilzentrum beim Flughafen abgefangen wurde und an ein Lebensmittelunternehmen mit Sitz in Bayern adressiert gewesen sei. Daher sei auch das bayerische LKA eng in die Ermittlungen eingebunden, heißt es. Schon die Explosionen eines Pakets beim Aromenhersteller ADM Wild am Dienstag und eines Briefs bei Lidl am Mittwoch trafen Unternehmen der Lebensmittelbranche.

Laut der Mitteilung prüfen Spezialisten derzeit sämtliche Spuren, die an den Tatorten und an den Postsendungen gesichert worden waren, um "möglichst rasch" herauszufinden, wer dahinterstecken könnte. Zu Motiven würden momentan noch keine Erkenntnisse vorliegen. Drohungen oder Erpresserschreiben soll es zumindest im Fall von Lidl im Vorfeld nicht gegeben haben, wie ein Polizeisprecher gegenüber der RNZ bereits am Mittwoch bestätigt hatte. Bei ADM Wild ist das unklar.

Die Ermittlungen der Sonderkommission würden auf Hochtouren geführt, so die Behörden. Diese setzt sich demnach aus Angehörigen des Stuttgarter LKA sowie der Polizeipräsidien Mannheim, Heilbronn und Ulm zusammen. Sie verbuchen die Entschärfung in München als ersten Erfolg. Eine gute Nachricht in der Mitteilung ist auch, dass die Verletzten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen konnten. Bei ADM Wild war das Paket in der Warenannahme in den Händen eines Mitarbeiters detoniert. Bei Lidl hatten sich drei Mitarbeiter verletzt, als der Brief nach dem Öffnen explodierte.

Wie berichtet, hatte das Discount-Unternehmen seine Mitarbeiter eine Dreiviertelstunde nach der Explosion in einer E-Mail davor gewarnt, weitere Briefe und Pakete aufzumachen. Außerdem sollen die Mitarbeiter der Verwaltungen der Dieter-Schwarz-Gruppe eine interne Mitteilung erhalten haben, vorerst nicht mehr an die Arbeitsplätze zurückzukehren. Ein Lidl-Sprecher bestätigt am Donnerstagabend auf RNZ-Anfrage, dass das Gebäude in der Rötelstraße, wo es zu der Explosion gekommen war, bis auf Weiteres nicht besetzt sei. Alle Mitarbeiter würden sich "im mobilen Arbeiten" befinden.

Tief bestürzt sei man im Unternehmen über den Vorfall, so der Sprecher. Den Kollegen wünsche man gute und schnelle Genesung. Alle Mitarbeiter, die am Mittwoch vor Ort waren, seien umgehend medizinisch und psychologisch betreut worden. Die ohnehin hohen Sicherheitsmaßnahmen habe Lidl umgehend verstärkt: "Nach Einschätzung der Behörden besteht derzeit kein erhöhtes Risiko für unsere Standorte und Filialen", so der Sprecher abschließend.

Derweil ist die Unruhe am Donnerstag in Neckarsulm enorm. Angefangen bei der Verwaltungsspitze. Stadtsprecher Andreas Bracht sagt am Telefon, Oberbürgermeister Steffen Hertwig sei am Mittwoch von der Feuerwehr informiert worden und gleich zur Lidl-Zentrale geeilt. "Das kann nicht wahr sein", sei Hertwigs erste Reaktion gewesen. "So etwas gab es in Neckarsulm noch nie", betont Bracht. Vor dem Hintergrund der Briefexplosion habe der OB die Verwaltungsmitarbeiter angewiesen, bei verdächtigen Postsendungen, deren Herkunft nicht genau erkennbar sei, besondere Vorsicht walten zu lassen. Auch mit Lidl sei der OB in Kontakt, so Bracht. Hertwig habe von einer schrecklichen, hinterhältigen Tat gesprochen.

Nach der Explosion am Mittwochnachmittag war die Polizei von Lidl-Mitarbeitern noch auf weitere verdächtige Gegenstände aufmerksam gemacht worden. Doch jedes Mal konnten die Beamten laut eines Sprechers des Heilbronner Polizeipräsidiums Entwarnung geben. Auch die Verunsicherung in der Region rund um Neckarsulm ist groß.

So gehen am Donnerstag gleich mehrere Hinweise auf verdächtige Gegenstände, Päckchen und Pakete bei der Heilbronner Polizei ein, bestätigt der Sprecher auf RNZ-Anfrage. Die besorgten Anrufer hätten sich auch aus Paketannahmen oder Paketzentren gemeldet. Jedem einzelnen Verdacht seien Spezialisten des Landeskriminalamts nachgegangen. Dafür habe man vor Ort die Räumlichkeiten gesperrt und dann überprüft. Der Sprecher teilt noch mit, dass sich selbst die Botschaften anderer Länder, wie Japan, Ungarn und Italien, bei der Heilbronner Polizei in Sorge um das Wohlergehen ihrer Landsleute gemeldet hätten.

Auch die Deutsche Post DHL reagiert auf die Explosionen der Postsendungen in Eppelheim und Neckarsulm mit erhöhter Vorsicht. Ein Sprecher sagt in Stuttgart auf RNZ-Anfrage: "Wir verfolgen schon seit einer Reihe von Jahren kontinuierlich alle sicherheitsrelevanten Entwicklungen, die für unser Geschäft beziehungsweise unser Unternehmen von Bedeutung sind. Dies schließt entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ein, die wir insbesondere auch nach solchen Vorfällen ergreifen."

Würde man dazu aufgefordert, so würde man natürlich mit der Polizei zusammenarbeiten, "um Schaden von unseren Kunden wie auch unseren Mitarbeitern abzuwenden", so der Sprecher. Allerdings sagen die Ermittler bislang noch nichts dazu, auf welchem Weg oder durch welches Versandunternehmen das Paket und der Brief überhaupt zugestellt worden waren.

Update: Freitag, 19. Februar 2021, 8.15 Uhr

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