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Weinheim: Freudenberg produziert vorerst keine weiteren Masken

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		Weinheim:  Freudenberg produziert vorerst keine weiteren Masken

Von Matthias Kros

Weinheim. Die Weinheimer Unternehmensgruppe Freudenberg hat ihre Produktion von Mund-Nase-Masken für Endverbraucher in Kaiserslautern bis auf weiteres gestoppt. "Aufgrund einer Überkapazität in Deutschland und dem massiven Angebot aus Asien ist die Nachfrage derzeit deutlich reduziert und kann aus bereits produziertem Bestand bedient werden", sagte eine Konzernsprecherin auf Anfrage. Freudenbergs Schutzmasken-Produktion in Kaiserslautern bleibe aber betriebsbereit und könne den Ausstoß flexibel an Bedarf und Auftragslage anpassen.

Freudenberg hatte die Produktion der Schutzmasken erst im April 2020 aufgenommen und einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in neue Anlagen investiert. Produziert werden sie im eigenen Werk Kaiserslautern, von wo schon zuvor das Vlies, also das Basismaterial, kam. Freudenberg ist der weltgrößte Vlies-Produzent. Dieses war lange Zeit jedoch ausschließlich an weiterverarbeitende Unternehmen verkauft worden, die daraus die Masken herstellen. Freudenberg beschäftigt in Kaiserslautern etwa 700 Mitarbeiter.

Zum Start der Masken-Produktion – also Ende April 2020 – erreichte die Corona-Pandemie gerade Deutschland und es fehlte an einer entsprechenden medizinischen Ausrüstung. Besonders Schutzmasken waren rar und mussten in hohen Stückzahlen im Ausland eingekauft werden. "Das Ziel für Freudenberg in die Masken-Produktion einzusteigen war, die eigenen Mitarbeitenden zu schützen und der Gesellschaft das zu geben, was sie zu dem Zeitpunkt – im Mai 2020 – gebraucht hat", so die Sprecherin. Produziert wurde sofort im ganz großen Stil, die angeschafften Anlagen liefen rund um die Uhr und hatten eine Kapazität von bis zu 30 Millionen Stück pro Monat. Vertrieben werden die Masken unter dem Namen "Collectex", Bestellungen wurden zunächst pro Kunde begrenzt.

Die Maskenpflicht gilt in Deutschland neben der Hygiene und den Abstandsregeln als Basis-Schutz vor einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus. In Bereichen wie in Bussen, Bahnen oder Geschäften soll sie zunächst weiter bestehen bleiben. Darüber bestand bei dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am gestrigen Dienstag Einigkeit.

Nach Auskunft des erst im März diesen Jahres gegründeten Maskenverbands Deutschland gibt es inzwischen hierzulande rund 180 Unternehmen, die pro Woche gut 80 Millionen solcher Masken produzieren (OP und FFP2). Der Bund hatte den Aufbau im vergangenen Jahr mit 40 Millionen Euro unterstützt. Dies geschah auch deswegen, weil die Qualität der beschafften Masken aus China zuvor gehäuft kritisiert worden war. Schnell wurden deshalb Rufe nach einer europäischen Produktion laut, die unabhängig von anderen Märkten existiere.

Inzwischen übersteigt das Angebot allerdings die Nachfrage und der Preis rückt wieder stärker in den Fokus: Nach Recherchen des "Spiegel" haben einfache OP-Masken aus China derzeit einen Stückpreis von rund 2,5 Cent. In Deutschland seien allein die Herstellungskosten etwa dreimal so hoch, zitiert das Nachrichtenmagazin den Manager des Medizinproduktegroßhändlers Medika, Michael Koch. Hierzulande produzierte FFP2-Masken seien sogar fünfmal so teuer wie vergleichbare Produkte aus China.

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