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Hockenheim: Auch unter 80-Jährige kommen bei Impfaktion zum Zug

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		Hockenheim:  Auch unter 80-Jährige kommen bei Impfaktion zum Zug

Von Harald Berlinghof

Hockenheim. Eigentlich ist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) dafür zuständig, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Michael Hemberger ist Mitglied der DLRG-Ortsgruppe in St. Leon. Zurzeit rettet er allerdings Leben auf eine ganz andere Art: Hemberger ist nämlich ehrenamtlich als Fahrer eines mobilen Impfteams des Gesundheitsamts des Rhein-Neckar-Kreises im Einsatz – zum Beispiel in Hockenheim. "Dafür opfere ich wöchentlich einen Tag Urlaub", erzählt der IT-Experte.

Mit an Bord sind ein Arzt, zwei medizinische Fachangestellte und eine Verwaltungskraft, die Hemberger zu den Impfzentren vor Ort bringt. Als ehrenamtlicher Helfer bringt er sich unentgeltlich in den Kampf gegen das Coronavirus ein. Seit Dienstagmorgen werden in der Stadthalle in zwei eigens aufgebauten Impfstraßen die Hockenheimer Senioren im Alter von 80 Jahren oder älter gegen Corona geimpft.

"Wir haben seitens der Stadt alle über 80-Jährigen angeschrieben und gebeten, sich zu melden, wenn sie eine Impfung benötigen", erklärt Oberbürgermeister Marcus Zeitler (CDU) beim Start der dreitägigen Impfaktion, die am Donnerstag endet. Insgesamt hat die Verwaltung 1500 Briefe verschickt. Rund 350 Bürger haben geantwortet und mitgeteilt, dass sie gern zum Impfen kommen würden. Das sind weniger Menschen als die 420 Impfdosen, die das Gesundheitsamt der Kommune für die drei Impftage zur Verfügung gestellt hat.

Deshalb habe Linda Hoti, die stellvertretende Leiterin des städtischen Fachbereichs Schule, Bildung, Kultur und Soziales auch Senioren im Alter von 79, 78 und 77 Jahren angeschrieben und Termine an sie vergeben, bis alle vorhandenen Impfdosen vergeben waren. Der Startschuss für die Aktion fällt am Dienstag um 10 Uhr. Alle fünf Minuten können zwei Personen geimpft werden. Die Termine für die Impfungen ziehen sich jeweils bis in den Nachmittag hinein. Damit die betagten Impflinge vor Ort nur kurz warten müssen, wurde jedem von ihnen ein genaues Zeitfenster zugeteilt. Das Equipment für die Impfstraßen stammt aus dem Materialfundus der Stadthalle.

Dass Hockenheim deutlich später dran ist als andere Kommunen im Sprengel habe der Kreis so entschieden, erklärt der Oberbürgermeister. "Die Termine, wann die mobilen Impfteams in die jeweiligen Kommunen gehen, werden vom Gesundheitsamt bestimmt", so Zeitler. "Wir waren eben jetzt an der Reihe." Die Kommunen hätten keine Möglichkeit, einen Wunschtermin anzugeben.

Bei der Aktion in Hockenheim wird das Vakzin des Mainzer Unternehmens Biontech eingesetzt. Weil der Impfstoff temperaturempfindlich ist, muss er bei niedrigen Minusgraden gelagert werden. Die Anlieferung erfolge in Kühlboxen, in denen das Vakzin mehrere Tage lang haltbar sei, erklärt eine medizinische Begleiterin des Impfteams. Selbst wenn er aus der Kühlbox entnommen werde, bleibe er mehrere Stunden lang wirksam. Die Geimpften erhalten vor Ort auch gleich ihren Termin für die Zweitimpfung im Mai.

Zunächst müssen sie sich aber erst einmal anmelden und registrieren lassen. Dann folgt ein ärztliches Aufklärungsgespräch, in dem auch der aktuelle Gesundheitszustand der Impflinge abgefragt wird. Dabei es geht es unter anderem darum, zu erfahren, welche Medikamente die Senioren einnehmen und ob andere Impfungen vorhanden sind. Nach dem entscheidenden Piks bleiben die Senioren noch 15 bis 30 Minuten in einer Ruhezone unter ärztlicher Beobachtung.

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