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Hirschberg: Ansturm auf die Feinkostabteilung

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		Hirschberg:  Ansturm auf die Feinkostabteilung

Von Nadine Rettig

Hirschberg. In einem Jahr, in dem "Hamsterkäufe" wieder in Mode kommen und sich Bestimmungen wegen Corona ständig ändern, steht auch der Einzelhandel stets vor neuen Herausforderungen, die es bestmöglich zu bewältigen gilt. Für die Einzelhändler bedeutet ein Aspekt des Hygienekonzeptes, dass pro Kunde zehn Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen müssen. Was sich seit Beginn des "Lockdown-Light" Anfang November bei den Hirschberger Geschäften getan hat, berichten die Betreiber der RNZ.

"Bei mir hat sich eigentlich nicht viel verändert", erklärt Volker Zeilfelder von seinem Edeka-Markt in Großsachsen. Insgesamt dürfen zur Zeit etwa 100 Leute in den Laden, was sich im Augenblick noch gut von alleine regle, ist der Geschäftsmann zufrieden.

Security-Team in der Weihnachtszeit?

Sein aktuelles Konzept: möglichst viele Kassen besetzen, damit die Kunden sich nicht länger als nötig in seinem Markt aufhalten müssten und um auf diese Weise einen Kundenstau zu verhindern sowie einen stetigen Kundenfluss zu fördern. Damit sei die Situation im Laden aktuell noch entspannt. "Je nach Auflagen müssen wir dann schauen, wie es in der Zeit vor Weihnachten wird", sagt Zeilfelder. Denn seiner Meinung nach hänge das Kaufverhalten zu den Feiertagen eng damit zusammen, ob die Gastronomie wieder geöffnet werde oder nicht. Eventuell wird er dann zu diesem Zeitpunkt, wie bereits vor Ostern, ein Security-Team anheuern, das vor dem Eingang dafür sorgt, dass die maximale Kundenzahl nicht überschritten wird.

Von Hamsterkäufen sei der Edeka-Mark in der zweiten Welle bisher verschont geblieben. Mit Toilettenpapier und Küchentüchern sei es zwischendurch wieder etwas eng geworden, aber da habe man immer direkt wieder Nachschub erhalten. "So einen Crash wie im Frühjahr wird es nicht noch mal geben", ist er sich sicher.

Von Hamsterkäufen der etwas anderen Art berichtet Tarik Kuzu, der den Edeka-Markt in Leutershausen führt. Während im Frühjahr das "klassische Bunkern mit Toilettenpapier und Nudeln" zu beobachten gewesen sei, gebe es nun einen größeren Ansturm auf die Feinkostabteilung, exotische Gewürze und Lebensmittel. Kuzu führt dies auf die geschlossenen Restaurants zurück. Und so kochen sich die Hirschberger nun auch exotische Gerichte selber. "Urplötzlich sind Sachen im Fokus, die es noch nie waren. Ich habe auch noch nie so viel Pizzateig verkauft, wie momentan", sagt der erstaunte Einzelhändler.

Auch die kommenden Weihnachtstage stellen ihn vor noch nie da gewesene Herausforderungen. Denn so lange man nicht wisse, wie viele Menschen sich über die Feiertage zusammenfinden dürfen, könne man auch kaum die richtigen Mengen an Bestellungen abschätzen, die es vor Weihnachten zu tätigen gebe.

"Da bräuchten wir jetzt eigentlich wirklich bald Gewissheit", so Kuzu. Denn eine Weihnachtsgans werde in den Familien meist erst ab fünf Personen zubereitet. Ansonsten begnüge man sich eher mit einer Pute. Doch ob an Weihnachtsfest überhaupt fünf Leute zusammenkommen dürften, sei im Augenblick nicht abzusehen.

Der Beobachtung Kuzus, dass es sich die Hirschberger nun bei einem leckeren Gericht daheim gemütlich machen, kann sich auch Erik Bouvrie von "Erik’s Weinscheuer" in Großsachsen anschließen. Bereits im ersten Lockdown habe sein Geschäft geboomt, erinnert er sich. "Damals habe ich die Weine tatsächlich kistenweise verkauft." So extrem sei es in diesem zweiten Lockdown nun nicht mehr, "aber ich bin trotzdem sehr zufrieden", freut sich der Weinhändler.

Aktuell dürfe er nur vier Kunden auf einmal im Laden haben, doch das sei kein Problem und verteile sich sehr gut. Zudem habe sich das Hygienekonzept inzwischen sehr gut eingespielt. Bouvrie ist zudem froh, seinen Kundenstamm in Privatkunden zu haben. Viele seiner Kollegen, die hauptsächlich von der Belieferung an Gastronomen lebten, hätten im Augenblick sehr zu kämpfen. "Auch da habe ich Glück, in der richtigen Branche zu sein", sagt Bouvrie erleichtert.

Drei Personen auf einmal im Laden sind bei Fara Butt im "Getränke Butt" in Leutershausen gestattet. "Die Mehrheit hält sich auf jeden Fall daran", lautet ihre Erfahrung. Doch zwischendurch gäbe es immer noch Kunden, die man auf die Abstände und die Maskenpflicht hinweisen müsse. In ihrem Laden sei es vor allem der Paketservice, der aktuell einen Ansturm erlebe. "Das Nebengeschäft hat sich etwas verschlechtert, aber durch den Lockdown werden auf jeden Fall wieder mehr Pakete verschickt", berichtet sie.

Insbesondere in der Weihnachtszeit erwartet sie einen Paketansturm, denn wenn die Hirschberger nicht zu ihren Familien gehen dürften, würden die Geschenke wahrscheinlich per Post verschickt, vermutet Butt. "Dann muss ich wahrscheinlich anbauen, oder die Pakete stapeln sich bis unters Dach", scherzt sie.

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