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Hochhausen: Brau- und Kulturverein sucht neue Formate für Auftritte

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		Hochhausen:  Brau- und Kulturverein sucht neue Formate für Auftritte

Von Noemi Girgla

Hochhausen. An Ideen hat es dem Brau- und Kulturverein Hochhausen auch in der Vergangenheit noch nie gemangelt. Nur die Umsetzung gestaltet sich in diesem virusgeprägten Jahr als nicht ganz einfach bis unmöglich. Das geplante Jazz-Frühstück musste ausfallen, das Saxofonquartett "Vierfarben" konnte nicht auftreten, der Besuch der jungen Pop-A-Capella-Gruppe "Quintense" aus Leipzig musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Genau fünf Jahre gibt es den Verein jetzt, aber "wir können das derzeit nicht mal im kleinsten Kreis feiern", sagt Gründungsmitglied Thorsten Ringwald. Die Sorgen, die man sich innerhalb des Vereins macht, gelten jedoch nicht der eigenen Zukunft ("Wir überleben das"), sondern viel mehr der Kunst- und Kulturszene, die es in Coronazeiten alles andere als leicht hat. "Unsere Ziele sind nicht kommerzieller Natur", erklärt Ringwald. "Wir wollen die Künstler unterstützen und suchen nun nach neuen Formaten, die möglich sind, wenn die Beschränkungen sich etwas lockern. Gesellschaft und Politik müssen aufwachen. Wenn für die Künstler nicht schnell und unbürokratisch mehr Fördergelder fließen, stehen wir nach Corona sonst mit deutlich weniger Kulturangeboten da."

Dieser Auffassung ist auch Anette Nagel. Wie Ringwald gehört sie dem Vorstand des Vereins an. "Dieses Jahr konnten wir bisher nur ein Open-Air-Kino in Kooperation mit dem Sportverein auf die Beine stellen, haben eine Kulturwanderung gemacht und planen momentan ein ,Geocaching’, eine GPS-Schnitzeljagd, in Wald und Natur. Das ist weit von dem entfernt, was wir sonst so machen."

Der eigentliche Veranstaltungsort des Vereins, die ehemalige katholische Kirche Hochhausen, wird nach Einschätzung von Nagel und Ringwald noch lange nicht wieder voll nutzbar sein. "Wir haben den Vorteil, dass für unseren Verein keine Fixkosten entstehen", erklärt Nagel, und Ringwald erläutert: "Dieter und Monique von Helmstatt von der Grafenfamilie Hochhausen sind Mitglieder unseres Vereins und stellen uns die Kapelle kostenlos zur Verfügung." Bislang hätte die schnuckelige kleine Kapelle, die knapp 100 Zuschauer fasst, mit ihrem Charme viel zu der Atmosphäre der Veranstaltungen beigetragen. Aber momentan könne man sich dieses Ambiente "auf geraume Zeit nicht mehr vorstellen". Denn in dem kleinen Gebäude sei es kaum möglich, die gebotenen Hygienevorgaben umzusetzen.

Vielleicht könne man der Kapelle aber nach dem Lockdown eine "digitale" Rolle als Kulisse zukommen lassen, so das momentane Gedankenspiel der Vereinsvorsitzenden. "Wir überlegen, sobald das wieder geht, Künstler in die Kapelle einzuladen, und dann aus dieser den Auftritt live ins Internet zu übertragen. Daraus könnte man vielleicht sogar eine Spendenaktion machen", verrät Nagel. Bislang seien dies natürlich nur Überlegungen, relativiert Ringwald, aber die Vorbereitungen seien schon angelaufen, und man sei auf der Suche nach dem nötigen Equipment. Schließlich habe man selbst einen hohen Anspruch an die Qualität der möglichen Online-Veranstaltung.

Große Pläne lassen sich derzeit nicht schmieden. "Wir werden für das nächste Jahr alles recht kurzfristig planen", meint Nagel. Etwas anderes bleibe gar nicht übrig, wie sich gezeigt habe. So seien die Plakate und Eintrittskarten für den im November geplanten Auftritt von "Quintense" schon fertig, vorgemerkt oder verkauft gewesen, als der zweite Lockdown kam. "Wir wollen das Konzert auf jeden Fall nachholen", bekräftigt Nagel, aber derzeit erstatte man das Geld für die schon bezahlten Karten auch ganz unbürokratisch zurück.

"Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir nicht wegen jedem Euro überlegen müssen", erläutert Ringwald. Fixkosten habe man wie gesagt keine und der Verein finanziere sich über Mitgliederbeiträge und natürlich über das eigene Bier ("Heller Krapp" und "Nacht Krapp"), das wie jeder Künstler auch seine eigene Fangemeinde hat. "Uns liegt es am Herzen, den Künstlern zu helfen. Um die machen wir uns nämlich Sorgen und wollen deshalb auch unbedingt wieder Veranstaltungen machen", bekräftigt Ringwald. "Und sobald wir wieder dürfen, machen wir weiter!"

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