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"Ninja-Warrior": Leimenerin kletterte bis ins Halbfinale

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Von Sabrina Lehr

Leimen. Ein Trampolin, drei Griffe in luftiger Höhe, darunter ein Wasserbecken. An dessen Ende: Eine Matte – das Ziel. Rita Benker nimmt Anlauf, katapultiert sich mithilfe des Trampolins zum ersten Griff, packt ihn mit den Händen, schwingt sich zum zweiten und dann zum dritten und springt schließlich auf die Matte. Eine spektakuläre Szene, die die Leimenerin bei ihrem Auftritt in der aktuellen Staffel des TV-Wettbewerbs "Ninja Warrior" zeigt. Dort hangelte sich Benker zuletzt bis ins Halbfinale der RTL-Show – und ist aktiv in der Sportler-Szene, die mittlerweile daraus hervorgegangen ist.

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Das Konzept der Sendung, wie auch der mittlerweile unabhängig davon stattfindenden Wettkämpfe, ist einfach. Es geht darum, einen Hindernis-Parcours in möglichst kurzer Zeit zu überwinden. Das wiederum ist alles andere als einfach: Die Hindernisse müssen unter anderem hangelnd, springend oder balancierend überquert werden. Wer fällt, ist raus. "Man braucht viel Kraft, Ausdauer, Geschick und noch dazu mentale Stärke", erklärt Benker, was den Sport ihrer Ansicht nach ausmacht: "Es ist eine faszinierende Herausforderung."

Dass die 32-Jährige überhaupt zum sogenannten Ninja-Sport fand, hat sie einem Freund zu verdanken. "Er hatte es im Fernsehen gesehen und sagte, das wäre etwas für mich", erinnert sie sich. Denn die 32-Jährige hat nicht nur in ihrem Studium an der Sporthochschule Köln mit Begeisterung für Bewegung geglänzt. "Ich habe lange Fußball gespielt, aber auch schon Tennis, Leichtathletik und Turnen gemacht", zählt sie auf und lacht: "Von allem ein bisschen also."

Nachdem sie die Sendung im Fernsehen angeschaut hatte, meldete sie sich 2018 für den TV-Wettbewerb an. Zwar war damals am ersten Hindernis Schluss für Benker, aber das bremste sie keineswegs. "Ich habe direkt Blut geleckt", so die heutige Testingenieurin, die es auch beruflich mit Action hält: Sie forscht und entwickelt für ein Heidelberger Unternehmen Crashtest-Dummies.

Ähnlich wie beim stetigen Testen und Verbessern der Puppen, mit denen die Auswirkungen von Unfällen auf den Menschen simuliert werden, gilt für sie auch beim Ninja-Sport: "Man versucht, immer wieder aufs Neue auszuloten, wie weit man kommt." Dafür hat die gebürtige Oberfränkin, die seit 2017 in Leimen lebt, schon einiges getan. Nach dem frühen Aus bei der Ninja-Premiere knüpfte sie Kontakte zu anderen Athleten. Sie startete bei der TV-Staffel 2019 und begann zusätzlich an der "European Ninja League" teilzunehmen – einer eigenen Wettkampfrunde der Ninja-Sportler, so die Selbstbezeichnung der Szene. Die fiel dieses Jahr zwar pandemiebedingt mehrheitlich aus. In der TV-Sendung, die bereits im Sommer aufgezeichnet wurde und noch bis Anfang Dezember freitags bei RTL und der Internetplattform "TV Now" zu sehen ist, erreichte sie trotzdem ihr Ziel: einen der rund 100 Halbfinalplätze. Dort wurde ihr ein Balance-Hindernis zum Verhängnis und sie schied aus. Nächstes Jahr will sie aber einen draufsetzen: "Dann will ich ins Finale."

Ein ambitioniertes Ziel bei der von erfolgreichen Parcours-Läufern, Kletterern und vor allem Männern dominierten Show. Von 358 Teilnehmern waren in diesem Jahr 95 weiblich, ins Semifinale kamen wiederum zwölf Frauen – teilweise dank einer Sonderregelung. "Der Sport ist sehr kraftlastig, da ist man gegenüber Männern körperlich im Nachteil", erklärt Benker. Das versucht die 1,60 Meter große Brünette mit viel Training wettzumachen.

"Montags und mittwochs gehe ich bouldern, dienstags, freitags und sonntags ins Fitnessstudio und samstags in die Ninja-Halle", zählt sie auf. Für Letztere nimmt sie Fahrtwege von ein bis zwei Stunden in Kauf, denn die bekanntesten Trainingshallen befinden sich in Erlangen und Waiblingen. Außerdem habe sie im Frühjahr einen 4,70 Meter langen Übungsparcours in ihrem Wohnzimmer installiert. "Das nur hobbymäßig zu betreiben, reicht nicht", lacht sie angesichts des Wochenpensums.

Aber es ist nicht nur der Leistungsgedanke, der sie antreibt. Bei den gemeinsamen Trainings und Wettkämpfen treffen sich die Athleten der Szene – laut Benker eine eingeschworene Gemeinschaft: "Wir sind untereinander gut befreundet", sagt sie. Jeder gönne dem jeweils anderen Erfolg. "Der Zusammenhalt ist vergleichbar mit Mannschaftssport. Das habe ich in dieser Form noch nie erlebt."

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