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Löwen besiegen Kiel: Im siebten Handball-Himmel

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Von Daniel Hund

Mannheim. Die Fans standen auf den Sitzschalen, die Spieler drückten sich, herzten sich, hüpften vor Glück durch die rappelvolle SAP Arena. Unglaubliche Szenen waren es, die sich da gestern gegen 20.30 Uhr im „Ufo“ abspielten. Die Rhein-Neckar Löwen waren im siebten Handball-Himmel, gewannen den Nord-Süd-Gipfel, das so prestigeträchtige Duell gegen den ruhmreichen THW Kiel mit 26:25 (10:13). „Das war einfach geil“, grinste Rechtsaußen Patrick Groetzki: „So ein Spiel vor so einer vollen Hütte hinzulegen, war wichtig für uns. Nach den ganzen knappen Niederlagen der letzten Wochen ist das natürlich auch gut fürs Selbstvertrauen.“

Auf einen war sofort Verlass: Andreas Palicka, den Hexer. Gegen seinen Ex-Klub stand er in der Start-Sieben, krallte sich gleich zwei Bälle. Das Problem: Auf der anderen Seite breitete einer die Arme aus, der die Geschosse seit Jahren magisch anzuziehen scheint. Gemeint ist Niklas Landin, Weltmeister, Ausnahme-Könner. Und auch im „Ufo“ erwischte der Däne zunächst einen Sahnetag, bildete zusammen mit den Kieler Abwehr-Haudegen eine starke Einheit.

Früh drohte ein Debakel für die Gelben. Beim 3:7 (13.) nahm Löwen-Trainer Kristjan Andresson die erste Auszeit. Leicht verzweifelt sah er da aus, bedient von einem eigenen Abwehrriegel, der keiner war, entsetzt von Angriffen, die keinerlei Gefahr brachten.

Also musste die zweite Auszeit her – und das bereits in der 20. Minute. 6:13 stand es da. Auf den Rängen schien die Stimmung gar zu kippen. Vereinzelt schallten Pfiffe durch die Arena. Verärgerte Fans forderten Gedeon Guardiola, wollten den Mann auf der Platte sehen, der die Löwen zu zwei Titeln geführt hatte – und der kam dann auch. Mit ihm Niclas Kirkelokke, Linkshänder, Rückraum-Spieler von Beruf.

Ein Schachzug, der aufging. Zur Pause waren es nur noch drei Tore (10:13). Kiel wackelte, Kiel staunte, Kiel haderte – und verzweifelte: Denn wenig später hatten die Löwen das Unmögliche möglich gemacht: Ein 6:13 (21.) in ein 16:15 (38.) gedreht – ein Wahnsinns-Comeback.

Doch die Nordlichter schlugen zurück, kämpften sich immer wieder heran und sahen vier Minuten vor Schluss bereits wie die sicheren Sieger aus. Mit 25:22 führte der Champions-League-Teilnehmer da, lächelte schon dem so wichtigen Auswärtssieg entgegen. Aber sie hatten die Rechnung ohne die Löwen gemacht. Die kamen tatsächlich nochmals zurück – und wie sie das taten. Angeführt von Mikael Appelgren, der im Tor mit atemberaubenden Paraden glänzte, glichen sie innerhalb von nur zwei Minuten wieder aus. Die Halle tobte, wildfremde Menschen lagen sich in den Armen, feierten zusammen den 26:25 Siegtreffer von Uwe Gensheimer, der den letzten Siebenmeter 15 Sekunden vor Schluss knallhart ins Tor wuchtete.

„Das“, jubelte Groetzki danach, „das kann ein Schlüsselmoment für die ganze Saison gewesen sein.“ Die nächsten Wochen werden es zeigen. Fakt ist: Die Löwen haben gegen die „Zebras“ eindrucksvoll bewiesen, dass in dieser Saison noch mit ihnen zu rechnen ist.

Stenogramm: 2:2, 3:7, 3:9, 5:11, 6:13, 10:13 (Halbzeit), 13.14, 18:15, 19:18, 20:20, 22:25, 26:25 (Endstand).

Löwen: Schmid 5, Gensheimer 8/5, Kirkelokke 3, Groetzki 3, Petersson 1, Nielsen 2, Kohlbacher 4

Kiel: Duvnjak 7, Reinkind 4, M. Landin 2, Wiencek 1, Ekberg 4/2, Zarabec 1, Pekeler 5, Nilsson 1.

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