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Special Olympics: Diese Tage werden die Sportler nie vergessen

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Von Jan Millenet

Mannheim/Rhein-Neckar. Die Stimmung im Mannheimer Rathaus war kaum zu toppen. Wie muss es dann erst Mitte Mai in Kiel gewesen sein, als dort die "Special Olympics" stattgefunden haben, die nationalen Sommerspiele für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung? "Es war klasse. Dort sollte jeder mal hin", fasste es Andreas Bergmann zusammen. Er war einer der rund 30 teilnehmenden Sportler aus Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis, denen der Empfang im Rathaus galt.

Der 36-jährige Bergmann holte den vierten Platz beim 1000-Meter-Freiwasserschwimmen und trug damit zum erfolgreichen Abschneiden der Sportler aus der Region bei den "Special Olympics" bei. Insgesamt holten die Olympioniken neben etlichen guten Platzierungen zehn Medaillen: zweimal Gold, viermal Silber, viermal Bronze. Die Disziplinen, in denen die Sportler der Gemeindediakonie Mannheim und der Lebenshilfe teilnahmen, waren unter anderem Fußball, Leichtathletik, Kugelstoßen, Mini-Speerwurf und 1500-Meter-Lauf.

Allerdings - und das wurde beim Empfang immer wieder betont - zähle bei diesem Sportereignis nicht nur das Gewinnen. "Es ist der Sport an sich, der im Vordergrund steht", sagte Mannheims Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb, die die Sportler begrüßte. Und daher seien alle Teilnehmer Gewinner.

Auch für die Stadt Mannheim habe die bereits zweite Teilnahme an den "Special Olympics" eine große Bedeutung, was mit dem Empfang zusätzlich unterstrichen wurde, denn nicht jeder werde ins Rathaus eingeladen. "Damit reihen Sie sich in eine glorreiche Vergangenheit ein", sagte die Bürgermeisterin zu den Athleten. In eine Reihe, in der die Mannheimer Adler beispielsweise zu finden sind, als sie 2015 deutscher Meister wurden. Oder die Rhein-Neckar-Löwen, die 2017 den Meistertitel mit nach Hause brachten.

Freundlieb gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Teilnahme an den "Special Olympics" zu einer Tradition werde. Und fast im selben Atemzug verriet sie, dass sich die Stadt Mannheim für die Austragung der Landesspiele Baden-Württemberg 2020/21 bewerben werde, was ihr reichlich Applaus einbrachte. "Ich zähle auf Ihre Unterstützung", sagte sie und blickte erneut zu den Sportlern. Noch gebe es hinsichtlich der Bewerbung einiges zu regeln, zum Beispiel, was die Sportstätten und die Unterkünfte betreffe, so die Bürgermeisterin. Aber sie zeigte sich zuversichtlich und rief jeden dazu auf, alles Mögliche für eine erfolgreiche Bewerbung zu unternehmen.

Besonderer Dank gebührte auch dem Helferteam, das die Sportler vor Ort ehrenamtlich begleitete. Und auch die finanziellen Unterstützer wie der Verein "Adler helfen Menschen" aus den Reihen der Mannheimer Adler, der die Mannheimer Gemeindediakonie laut Sprecher Udo Scholz schon seit mehreren Jahren unterstützt, oder das ABB Trainings Center in Heidelberg, das gemeinsam mit den Sportler der Lebenshilfe teilnahm, vergaß Freundlieb nicht. "Ohne sie ist ein Start nicht möglich."

Für die Sportler sind die nationalen Spiele ein Höhepunkt, für den sie hart gearbeitet haben. "Ich trainiere zweimal die Woche im Neckarauer Hallenbad", erklärte der Schwimmer Andreas Bergmann, der mit zwölf Jahren das Schwimmen gelernt hat.

"Damals sagte mein Schwimmlehrer: Wenn Du jetzt die Schwimmflügel ausziehst, kannst Du schwimmen", erinnert er sich noch heute an dieses prägende Ereignis. So sei es dann auch gewesen. Nun tritt er zu Wettkämpfen an. Und er ist hoch motiviert: "Bei Turnieren gebe ich alles." Mit einem Lachen verriet der 36-Jährige auch sein Rezept, um die 1000-Meter-Strecke durchzuhalten: "Ich denke nicht darüber nach und schwimme einfach weiter."

Einzig anhand der noch übrigen Anzahl an Restbahnen, die ihm per Schild signalisiert werden, wisse er, dass er bald im Ziel sei, sagte er - und wieder blitzte in seinen und den Augen der anderen Sportler die Begeisterung auf, die sie aus Kiel mitgebracht haben.

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