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Max-Planck-Institute in Heidelberg: "Wenige Städte können mit uns konkurrieren"

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Von Birgit Sommer

Heidelberg. Ein Spitzentreffen der Forscher beginnt heute in Heidelberg: Mehr als 700 Gäste zählt diese 69. Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft. Den wissenschaftlichen Eröffnungsvortrag hält heute Abend der Astrophysiker Prof. Werner Hofmann, Direktor des Max-Planck-Instituts für Kernphysik (MPIK).

Sein Institut feiert in diesem Jahr sogar Jubiläum: 1958 ging es aus dem seit 1930 bestehenden Institut für Physik im Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg hervor.

Herr Professor Hofmann, 60 Jahre MPI Kernphysik - was waren da die Höhepunkte in der Forschung?

Einige ausgewählte, sehr subjektive Highlights waren etwa die Untersuchung der ersten Proben von Mondgestein in den 1960er Jahren, Experimente zu und insbesondere theoretische Interpretation der Anregungszustände von Atomkernen, die Untersuchung der Neutrinostrahlung der Sonne oder die Entdeckung einer Methode zur Synthese von Fullerenen, den "Fußbällen" aus 60 Kohlenstoffatomen. Dann gab es die damals genauesten Tests der speziellen Relativitätstheorie mit dem Ionenspeicherring des Instituts. Und die genauesten Messungen der Masse fundamentaler Bausteine der Materie, insbesondere des Elektrons. In die Gründungsphase des MPIK fiel die Entdeckung der rückstoßfreien Kernresonanzabsorption durch Rudolf Mößbauer im Jahr 1957. Mößbauer bekam dafür den Physik-Nobelpreis 1961.

Ihr Eröffnungsvortrag beschäftigt sich mit dem Projekt in Namibia, Astronomie mit Gammastrahlen. Was werden Sie den Forscherkollegen berichten?

Mein Vortrag ist durchaus auch für Nicht-Experten gedacht. Ich werde von unserer Motivation berichten, das Gammastrahlen-Teleskop zu errichten, und wie es war, dieses in Namibia aufzubauen.

Wie war das?

Wir hatten eigentlich Bedenken, wie es werden könnte, mit wilden Tieren, mit dem Zoll, mit der Bürokratie. Doch wir haben letztlich sehr gute und kompetente Partner gefunden. Wir können das Forschungsinstrument, das wir ab 2002 aufgebaut haben, richtig effizient betreiben. Ich werde erzählen, was wir dort sehen - viel mehr Dinge, als wir erwartet haben.

Was meinen Sie?

Hochenergetische Gammastrahlen werden ja von explodierenden Sternen und schwarzen Löchern erzeugt. Eines der interessantesten Ergebnisse: Quellen und Prozesse hochenergetischer Strahlung sind ganz normaler Bestandteil der Evolution des Kosmos, nichts Seltenes oder Exotisches.

Die vier Heidelberger Max-Planck-Institute beschäftigen 1175 Mitarbeiter. Gibt es bei den unterschiedlichen Ausrichtungen eine Art Zusammenarbeit? Oder pflegt jedes seine eigenen Netzwerke, etwa mit der Universität?

Mit dem MPI für Astronomie gab es natürlich schon einen Austausch, wir machen aber auch vieles gemeinsam mit Gruppen der Universität. Als es darum ging, die Teleskope in Namibia aufzustellen, haben uns die Kollegen des MPI für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht zu Fragen der Verträge beraten.

Das MPI für medizinische Forschung hat jetzt für ein neues Forschungsnetzwerk "Biologie auf der Nano-Skala" 25 Millionen Euro vom Land zugesagt bekommen. Sind Sie stolz auf den Standort Heidelberg?

Ja, natürlich. Es ist wissenschaftlich gesehen ein fantastischer Standort mit einer starken Universität und starken außeruniversitären Einrichtungen. Es gibt wenige Städte in Deutschland, die da konkurrieren können. Als ich 1988 aus Berkeley/USA nach Deutschland zurückkam, war das der Grund. Und Heidelberg bietet auch als kleine Stadt mit großem kulturellem Angebot viel Lebensqualität.

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