Beschilderung: Der Sinsheimer Schilderwald lichtet sich allmählich
Sinsheim. (tk) Das Lichten des Schilderwalds in Sinsheim hat in diesen Tagen begonnen. Tausende Verkehrs- und private Schilder stehen auf dem Prüfstand, Hunderte werden verschwinden. Die Aktion, die auch der Einrichtung einer innerstädtischen Park- sowie einer die Ortsteile umfassenden Hotelroute dient, hat ein gepflegtes Stadtbild zum Ziel, wie Sandra Brucker vom Stadtmarketing schildert.
Sinsheim putzt sich heraus, will für seine Gäste attraktiver werden. Für Gewerbetreibende, die in den vergangenen Jahren ihre eigenen Wegzeichen im öffentlichen Raum hingehängt haben, heißt das in den meisten Fällen "abhängen". Hunderte Briefe seien an Betriebe verschickt worden. Nicht jeder sprüht vor Begeisterung.
Beschilderungskonzeptionen, erklärt Oberbürgermeister Jörg Albrecht, gehörten zum kleinen Einmaleins so gut wie jeder Kommune, "die touristisch auf der Höhe der Zeit sein" wolle. "Alle haben das", sagt Albrecht. Mit Gestaltungssatzungen hatte man in den vergangenen anderthalb Jahren schon die wilde Schilder- und Aufstellerflut vor den Geschäften der Innenstadt in den Griff bekommen; schütze die gewachsenen Strukturen im Vorzeigeviertel der Gartenstadt auf ähnliche Art und Weise. "Unterm Strich wird’s begrüßt", glaubt der OB.
Erste Schilder seien schon gewichen, schildert Sandra Brucker. Unter anderem werde das bisherige Stadt- und Freiheitsmuseum künftig "anders klassifiziert und eingestuft".
Eine Tiefbaufirma beginnt mit dem Bau von Fundamenten für Sammelschilder, die die öffentlichen Angebote bündeln, auch in den Ortsteilen. Begonnen wird in Hilsbach, Weiler und Reihen; Dühren, Steinsfurt und Rohrbach folgen.
Bis Herbst soll ein Großteil der neuen Beschilderung stehen. Neben der Kernstadt sind es vor allem Rohrbach und Steinsfurt, die neue Beschilderungsanlagen erhalten. Die sechs Haupteinfahrtsachsen der Kernstadt werden mit Willkommensgrußanlagen ausgestattet. Davon werden drei Anlagen neu installiert, an den übrigen drei Bestandsanlagen werden Tafeln mit neuen Hochleistungsfolien versehen.
Außerdem werden 18 neue Infoanlagen mit Vorwegweisern gebaut. Diese gliedern sich in sechs Gewerbetafeln in der Kernstadt, Dühren und Reihen; sieben kleine Anlagen für Fußgänger in der Kernstadt und Steinsfurt und fünf große Anlagen an den Ortseingängen der Kernstadt mit insgesamt 46 zugehörigen Stelen und 28 Tafeln.
Ein Gäste- und Gewerbeleitsystem mit Parkleitsystems sieht 150 Standorte mit Schilderbäumen vor. Davon stehen 32 auf Einzel- und 41 auf Doppelstelen, außerdem werden 77 Anlagen an schon bestehende Masten montiert.
Neben der Kernstadt und den Ortsteilen Rohrbach und Steinsfurt wird es auch eine Hotelroute geben, die sich über die Gesamtgemarkung erstreckt und Ehrstädt, Hilsbach und Weiler einbezieht.
Die Schilder werden aus Aluminiumhohlkastenprofil, die Schildermasten aus Aluminium-Harteloxal gebaut und mit Bodenhülsen mit diebstahlsicherem Schnellverschluss 50 Zentimeter tief im Boden verankert. Ein Schilderbaum wird bis zu sieben Schilder umfassen, in Sonderfällen maximal elf Schilder.
In "gefährdeten Bereichen" - genannt wurde in der Gemeinderatsvorlage entlang einer "TSG-Route" - kommt eine Antigraffitifolie zum Einsatz.
Die Kosten für alle Schilder mit Montage liegen bei 126.500 Euro. Der Graffitischutz und Sonderbeschichtungen an ausgewählten Standorten kosten 6600 Euro.
Die Kosten für das Parkleitsystem tragen die Stadtwerke. Der Tiefbau schlägt mit rund 35.000 Euro zu Buche.

