Neuer Abus Targon MTB-Helm im ersten Test: Fullface bergab, Halbschale bergauf
Abus Targon im ersten Test: Abus präsentiert mit dem Targon einen neuen MTB-Helm mit abnehmbarem Kinnbügel. Der modulare Helm lässt sich je nach Einsatz vom Fullface-Setup zur Halbschale umbauen und ist der erste MTB-Helm aus der Abus-Produktion in Italien. Wir haben einen ersten Eindruck vom Helm.
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Abus Targon MTB-Helm: Infos und Preise
Trail, Bikepark, DH, Tour: Mit dem neuen Abus Targon, der als erster MTB-Helm von Abus in der italienischen Produktion hergestellt wird, soll das alles möglich sein. Der Kern des Konzepts: Ein abnehmbarer Kinnbügel, der dank patentiertem „Speed Latch“-System in kürzester Zeit gelöst oder befestigt werden kann. So ist der Helm für maximale Vielseitigkeit ausgelegt – je nachdem, ob man ihn als Fullface-Helm oder als Halbschalen-Variante nutzt.
Neben der regulären Variante gibt es auch eine MIPS-Option, in der MIPS Air Node Pro zum Einsatz kommt. Zertifiziert ist der Targon nach EN 1078, CPSC und in der Fullface-Konfiguration auch nach der Downhill-Norm ASTM F1952-22. Der Helm ist in drei Größen und vier Farben erhältlich.
- Art des Helms Nutzbar als Fullface-Helm oder Halbschale
- Einsatzbereich Trail, Bikepark, Downhill, Tour
- Schutz Zertifiziert nach EN 1078, CPSC und ASTM F1952-22
- Features Speed Latch System zur Befestigung des Kinnbügels, Zoom Rapid Fit Verstellsystem, Vario Pads, Fidlock Magnetverschluss, Breakaway Visier, Goggle Ready und Camera/Light Mount
- Belüftung 15 Belüftungsöffnungen
- Gewicht 950 g / 970 g / 1020 g mit Kinnbügel; 490 g / 500 g / 550 g ohne Kinnbügel (Herstellerangabe)
- Größen S (51–55 cm), M (55–58 cm), L (57–61 cm)
- Herstellungsort Italien
- Farben velvet black, sand beige, ash purple, lemon white
- https://abus.info/targon
- Preis 299,95 € ohne MIPS | 349,95 € mit MIPS Air Node Pro (UVP)
Im Detail
Das zentrale Bauteil des Abus Targon ist der abnehmbare Kinnbügel. Über das Speed-Latch-System lässt sich der Helm ohne Werkzeug von der Fullface- zur Halbschalen-Konfiguration umbauen. Für Fahrer, die auf Abfahrten auf viel Schutz und bergauf eher auf einen luftigen Helm setzen, ist das Konzept daher durchaus interessant.
Bei der Passform setzt Abus auf mehrere Einstellmöglichkeiten: Das im Helm integrierte Zoom Rapid Fit Verstellsystem sitzt am Hinterkopf und ermöglicht per Drehrad eine präzise Anpassung an die Kopfform. Dazu kommen die sogenannten Vario Pads: vergleichsweise dicke Wangenpolster im Kinnbügel, die sich in drei Positionen anpassen lassen. Hinzu kommt ein umlaufender Kunststoffring des Verstellsystems, der den Kopf vollständig umschließt und angepasst werden kann. On top gibt es einen Fidlock-Verschluss am Kinnriemen, einen Unterkantenschutz mit Außenschale aus Polycarbonat gegen Kratzer und Stöße und ein Breakaway-Visier mit Platz zur sicheren Goggle-Platzierung.
Gegen Hitzestau setzt Abus auf insgesamt 15 Belüftungsöffnungen – auch der Kinnbügel verfügt über einen großzügigen Lufteinlass.
Der Abus Targon wird in den Größen S, M und L angeboten, die Gewichte rangieren zwischen 490 – 550 g (ohne Bügel) und 950 – 1020 g (mit Kinnbügel).
Auf dem Trail
Wir konnten den neuen Abus Targon bereits kurz fahren und uns einen ersten Eindruck verschaffen. Mein erstes Interesse gilt der Funktion des Umbaus von DH- zu Halbschale: Wie einfach funktioniert das Befestigen und Abnehmen des Kinnbügels? Denn das ist in der Vergangenheit oft der Haken an solch verstellbaren Helmen gewesen. Die Funktion ist schnell verstanden: Lasche ziehen, Kinnbügel abnehmen.
Zum Montieren wird die Lasche angehoben, der Kinnbügel eingeklinkt und die Lasche wieder eingedrückt. Während das Abnehmen des Bügels in einer Sekunde geschieht, ist das erneute Montieren des Kinnbügels bei aufgesetztem Helm allerdings etwas fummelig – insbesondere, wenn eine Seite bereits eingerastet ist. Wenn es schnell gehen soll, empfehle ich doch die Montage, während der Helm nicht auf dem Kopf sitzt.
Gestürzt sind wir (glücklicherweise) nicht, sodass wir die Schutzwirkung bislang nicht beurteilen können – beim Tragen und in der Hand macht der Targon in Kombination mit dem Kinnbügel bislang einen sehr soliden Eindruck. Zum jetzigen Zeitpunkt konnten wir die Belüftung noch nicht abschließend beurteilen – hierfür fehlten schlichtweg die warmen Tage. Übermäßigen Wärmestau hatten wir bei unseren kurzen Ausfahrten allerdings zu keinem Zeitpunkt.
Was die Passform angeht: Dank der Anpassung der Polster im Kinnbügel in Kombination mit dem umlaufenden Verstellsystem lässt sich der Helm an viele Kopfformen anpassen. Gerade am Heck sitzt der Targon sehr gut, er umschließt den Nacken geradezu und das Verstellrad des Zoom Rapid Fit-Systems ist einfach zu bedienen. Kleiner Wermutstropfen: Mit meinem Kopfumfang von 62 cm liege ich knapp über dem angegebenen Maximalumfang von 61 cm für Größe L. Entsprechend sitzt der Helm bei mir knapp, passt aber gerade noch angenehm. Personen mit wirklich großen Köpfen sollten den Targon daher am besten kurz probetragen.
Fazit
Ein spannender Allroundhelm: Der Abus Targon überzeugt insbesondere mit dem Feature des zügig abnehmbaren Kinnbügels und der ASTM F1952-22 Norm, dank welcher der Targon auch sicher im DH-Einsatz getragen werden kann. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig, die Belüftung ging auf den ersten Fahrten absolut in Ordnung und der Fidlock-Verschluss ist für uns ein Feature, das wirklich jeder Helm dabei haben sollte. Bleibt allein die Größe: Personen mit einem Kopfumfang von über 61 cm sollten den Helm vorher erst anprobieren, er könnte zu eng ausfallen. Für all diejenigen, die nur gelegentlich einen Ausflug in den Bikepark oder auf die Freeride-Strecke machen (oder andersherum), könnte der Helm dank der schnellen Kinnbügel-Option eine richtig gute Allround-Option darstellen.
Wie gefällt euch der neue Helm?

