Downhill World Cup 2026 – Südkorea: Gute Zeiten, schlechte Zeiten – Das Quali-Update
Schlechte News für alle Fans von gewohnten Strukturen und vorhersehbaren Ergebnissen: Die Quali für den Downhill World Cup in Südkorea hatte gleich mehrere faustdicke Überraschungen in petto! Wir bringen euch in unserem Quali-Update auf den aktuellen Stand.
- Wie gewohnt geht unser GZSZ-Update los mit dem Sieger der Männer-Quali, und hier bahnt sich fürs Finale bereits eine kleine Sensation an: Asa Vermette hat in seinem ersten Elite-World Cup gleich mal die Konkurrenz ziemlich alt aussehen lassen und mit über 1,2 Sekunden Vorsprung vor Amaury Pierron gewonnen. Kenner der Szene dürfte die Leistung des amerikanischen Wunderkinds nicht wirklich überraschen – erwähnenswert ist außerdem noch, dass Asa Vermette während seines Quali-Laufs einen anderen Fahrer überholen musste und dabei definitiv ein paar Zehntelsekunden eingebüßt hat.
- Eine noch größere Überraschung ist Evan Madcalf gelungen, der in der Quali auf einen herausragenden dritten Platz gerast ist – vor namhaften Konkurrenten wie Loris Vergier (4) oder Loïc Bruni (6). Jackson Goldstone, der die Gesamtwertung im vergangenen Jahr gewonnen hat, ist mit einem Rückstand von 3,1 Sekunden auf Platz 8 gefahren.
- Wer die Top 3 der Frauen-Quali richtig vorhergesagt hat, sollte sich vorm Wochenende dringend noch einen Lottoschein besorgen: Hattie Harnden war die schnellste Fahrerin in Q1, auch mit Valentina Roa Sanchez auf der 2 und Gloria Scarsi auf dem dritten Rang hat wohl kaum jemand gerechnet. Die Top 3 der Frauen waren übrigens allesamt auf Bikes mit Getriebe und Riemen unterwegs. Bei Gates dürfte man so langsam, aber sicher ins Schwitzen geraten …
- Die großen Favoritinnen – Vali Höll, Gracey Hemstreet, Myriam Nicole, Tahnée Seagrave und Marine Cabirou – haben allesamt den Sprung ins Finale geschafft, wenn auch teils mit LCQ-Umweg. Nicht im Finale dabei ist hingegen Nina Hoffmann, die ohnehin lädiert an den Start gegangen ist und in ihrem Quali-Run dann nochmal eine Bodenprobe genommen hat. Wir sind uns aber sicher, dass wir die Syndicate-Fahrerin bald wieder beim Kampf um den Sieg sehen werden!
- Generell ist das Wochenende für die deutschen Fahrerinnen und Fahrer eher bescheiden gelaufen: Auch für Max Hartenstern, Henri Kiefer und Lois Eller ist der World Cup in Südkorea vorzeitig beendet. Schade!
- An dieser Stelle möchten wir trotzdem insbesondere die Leistung von Lois Eller hervorheben, der bei seinem ersten Junioren-World Cup überhaupt bei der zweiten und dritten Split auf Platz 1 lag, bis ihm ein Plattfuß zum Verhängnis wurde. Trotzdem hat der Sohn von Cover-Legende Holger Meyer im Training mächtig Eindruck hinterlassen und gezeigt, dass er schon in seinem ersten Junioren-Jahr realistisch um den Sieg mitfahren kann.
- Stichwort Junioren: Sacha Brizin konnte sich bei den Knaben vor Favorit Jonty Williamson durchsetzen, bei den Juniorinnen ist Rosa Zierl ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Ihre Namensvetterin Rosa Marie Jensen ist ihr aber dicht auf den Fersen. Und generell muss man sagen, dass trotz einiger Abgänge die beiden Junioren-Kategorien wieder so unfassbar gut unterwegs sind, dass man sich beim Zuschauen ganz schön alt fühlt.
- Die Strecke hat sich insgesamt in einem guten Zustand präsentiert: Während des ersten Trainingstages teilweise noch sehr unaufgeräumt, hat sich mittlerweile eine ziemlich ordentliche Line in den staubigen und steinigen Boden gefahren. Der Spielraum für Fehler ist weiterhin äußerst gering und für die Fahrerinnen und Fahrer ist es schwer einzuschätzen, wo man richtig hart am Gas hängen muss und wo Zurückhaltung gefordert ist. Abgesehen vom Sprung, der nach dem ersten Training gesperrt werden musste, ist die Strecke aber durchaus eines World Cups würdig und mal was anderes.
- Obwohl der Downhill-Sport in Südkorea nicht besonders populär ist, war während der Quali schon was los am Streckenrand. Klar, es ist kein Vergleich zu europäischen World Cups und schon gar nicht zum ganz normalen Wahnsinn in Les Gets. Aber die Fans sind sehr begeistert, endlich mal die Stars aus nächster Nähe zu sehen, und standen nach der Quali Schlange für Selfies und Autogramme mit den Profis. Trotz diverser organisatorischer Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten ist es insgesamt ein schönes Event.
- Das Wetter verspricht zum Finale faire und gute Bedingungen. Bislang war es durchgehend trocken, wenn auch sehr kalt am Morgen des Quali-Tages. Bei Höchsttemperaturen von bis zu 20° hat es sich aber zwischendurch schon nach Frühsommer angefühlt. Der große Regen wird wohl erst am Sonntag pünktlich zu den XCO-Rennen kommen.
- Während ich diese letzten Zeilen tippe, läuft draußen im XC-Zielbereich eine Party mit wirklich absurd lauter Musik, für die man sich einerseits fremdschämt, zu der man sich aber andererseits auch gerne volllaufen lassen würde. Während des Short Tracks waren laut unserem XC-Fotografen Andy übrigens mehr Fans an der Strecke als bei so manchem europäischem World Cup und die Stimmung war sehr euphorisch.
- Wie kann man sich das Spektakel anschauen? Es gibt in den frühen Morgenstunden wie gewohnt einen Live-Stream auf Discovery+ (kostenpflichtig) sowie eine Übertragung auf Eurosport. Los geht’s ab 04:30 Uhr, die Elite-Kategorien beginnen gegen 6 Uhr. Hier geht’s zur Live Stream-Ankündigung.
- Für den langen Tag am Streckenrand habe ich mir im Convenience-Store noch ein Getränk namens Milkis gekauft. Und Milkis hat nicht zu viel versprochen – schmeckt ungefähr so, als würde man einen halben Liter Actimel Activ mit 10 Zuckerwürfeln vermengen und dann eine halbe Stunde lang durch den Soda Stream jagen. Prost!
- Wer macht morgen das Rennen? Das habe ich meinen Reisepartner Gregor gefragt. Seine Antwort: „Asa Vermette wird sich nach seiner grandiosen Performance in der Quali den Sieg sichern – der junge US-Amerikaner hat bereits Erfahrung mit hochkarätigen Elite-Rennen und kann dem Druck gut standhalten. Vali Höll macht auf der Strecke weiterhin einen sehr kontrollierten Eindruck und wird im Finale nochmal einen Zahn zulegen, was für den Sieg reichen könnte. Die Getriebe-Fraktion wird dadurch leider noch etwas auf das 100.000 €-Preisgeld warten müssen!” Ich tippe eher auf die Franzosen – einen Sieg der jungen Wilden würde ich aber sehr feiern!
Wird der Gates 100.000 €-Jackpot endlich in Südkorea geknackt?
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