Waldbrunner "Katzenbuckel-Bikepark": Ein großer Sprung für das Trainingsgelände
Von Stephanie Kern
Waldbrunn-Waldkatzenbach. Der VfR Waldkatzenbach ist der Verein mit der größten Radsportabteilung im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis. Und er hat sich besonders die Förderung der Jugend auf die Fahnen geschrieben. Mountainbike fahren und trainieren kann man rund um den Katzenbuckel ja schon ziemlich gut, ein bisschen besser darf es aber laut den Vereinsmitgliedern noch werden. Die hatten schon vor geraumer Zeit die Idee, angrenzend an den Sportplatz in Waldkatzenbach einen Bikepark zu errichten. Und diese Idee steht nun kurz vor der Umsetzung.
"Die Bestrebungen, ein vernünftiges Trainingsgelände zu schaffen, sind schon länger gewachsen", erklärt Uwe Bornmann. Er ist Vorsitzender des Vereins und leitet momentan auch kommissarisch die Radsportabteilung. Vor drei bis vier Jahren, hätten einige Leute im Verein gesagt: Sollen wir das angehen? Die Antwort von Mitgliedern und Vereinsführung fiel positiv aus.
"Die erste Frage war natürlich die der Finanzierung", so Bornmann. "Also haben wir angefangen, Werbung zu machen." Kontakt gab es schon relativ zu Beginn mit Joscha Forstreuter, der hauptberuflich Bikeparks baut und dem Verein sein Know-How und Können zur Verfügung stellt. Eine andere wichtige Kontaktperson war von Beginn an auch Martin Säurle vom örtlichen "Leader-Programm". Bornmann: "Er war gleich von der Idee begeistert." Ein Großteil der Kosten in Höhe von 92.000 Euro wird nun auch durch das Förderprogramm "Leader" (60 %) und die Gemeinde Waldbrunn (10 %) gedeckt. Den Rest müssen die Mountainbiker selbst eintreiben. "Ohne Leader würde es nicht funktionieren, da wir als kleiner Verein nicht die Mittel haben", sagt Bornmann. Bis dato sei man mit dem Spendenaufkommen zufrieden - es gebe aber noch Luft nach oben.
Ganz wichtig für die Vereinsführung: Der Bikepark wird öffentlich zugänglich sein. Jeder interessierte Mountainbiker kann die Anlage nach ihrer Fertigstellung nutzen. Ab Mai (so der vage Wunsch der Verantwortlichen) soll es auf dem jetzigen Trainingsgelände - mehr schlecht als recht präpariert mit ein paar Erdhaufen - so genannte "Dirtlines", also Rampen für Sprünge, einen "Pumptrack" für die Kleinen und auch ein paar Technikelemente geben. Und auch wenn der Park nicht nur auf große Sprünge ausgelegt ist, für das Trainingsgelände selbst ist es ein solch großer Sprung. Auf ungefähr 600 Quadratmetern soll sich der Katzenbuckel-Bikepark dann erstrecken. Was dazu an Vorarbeiten nötig ist, wird im Verein ehrenamtlich erledigt. Planung, Konzeption, die Kontakte mit Joscha Forstreuter und die Bewerbung um die Fördermittel - all das absolvieren die Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit, und zwar für alle interessierten Radfahrer. "Es gibt ganz viele helfende Hände in dem Verein", sagt Uwe Bornmann, der sein Engagement nicht zu stark bewertet wissen will. "Vor allem die Radsportabteilung hat sich in diese Sache reingekniet. Die Namensliste würde sehr lange werden, wollte man alle nennen." Aber genau so habe Uwe Bornmann, ein Exil-Brandenburger, den Verein kennen gelernt: "Es sind alle da, wenn es drauf ankommt."
Das wird in den kommenden Wochen und Monaten sicher das ein oder andere Mal der Fall sein. Im Moment läuft der Bauantrag. Der Gemeinderat Waldbrunn hat schon zugestimmt, die Baurechtsbehörde des Landratsamtes muss nur noch nachziehen, dann können die Bagger anrollen. Neben den vielen Schanzen und Hügel(chen) müssen auch ein paar Technikelemente (Wippe, Holzrampe...) gebaut und gesetzt werden. Und natürlich müssen die zwei Startrampen (ausgediente Container) an die richtige Stelle gesetzt werden. Nach der Fertigstellung des Parks wird es eine wöchentliche Sichtkontrolle und gegebenenfalls Nacharbeiten sowie eine jährliche Abnahme durch den Tüv geben. Wie das genau abläuft, weiß man im Verein aber noch nicht. "Das ist für uns auch Neuland", meint Thorsten Kumpf, der als Kindertrainer in der Radsportabteilung aktiv ist. Jeden Dienstag (17.30 Uhr) trainiert er Kinder jeden Alters und Könnens. Und im nächsten Sommer möchten er und die Nachwuchsfahrer dafür auch den neuen Bikepark nutzen können...
Info: Der Verein hat sich bei einer Spendenaktion der "IngDiba" beworben. 1000 Euro kann gewinnen, wer online die meisten Stimmen erhält. Abstimmen kann man im Internet unter: goo.gl/KudKan.

