(Wochenendzusammenfassung 1745 - neu: weiteres Testspiel gegen Russland) Langer Weg zum Comeback: Handballerin Naidzinavicius ist zurück
In zwei Testspielen gegen Olympiasieger Russland feierte Handballerin Kim Naidzinavicius nach zehnmonatiger Verletzungspause ihre Rückkehr ins Nationalteam. Trotz der 31:35 und 33:36-Niederlagen war die neue Kapitänin der DHB-Auswahl nicht unzufrieden.Dessau/Nordhausen (dpa) - Bei ihrem Comeback hatten sie zweimal die Chance, den Olympiasieger zu schlagen. Aber zweimal fehlten der neuen Kapitänin Kim Naidzinavicius und den deutschen Handballerinen Nuancen zu Testspiel-Siegen gegen Russland. 31:35 (15:14) hieß es am Samstag in Dessau und 33:36 (20:16) am Sonntag in Nordhausen. «Das war ärgerlich, denn wir hätten zweimal gewinnen können, denn wir waren zweimal auf Augenhöhe mit den Russinnen», sagte die 27-Jährige: «In der entscheidenden Phase am Sonntag hat uns nach einer tollen ersten Hälfte die Kraft gefehlt.»Als sie am Samstag die deutschen Handballerinnen erstmals aufs Feld geführt hatte, war dies ein doppelt bedeutsamer Moment für Naidzinavicius gewesen: Nach zehnmonatiger Verletzungspause feierte sie ihr Länderspiel-Comeback, zudem war die Spielmacherin erstmals Kapitänin der DHB-Frauen. Sechs Mal traf die Rückkehrerin am Samstag, zwei weitere Treffer folgten am Sonntag.Für den seit Januar amtierenden Bundestrainer Henk Groener waren es mit der DHB-Auswahl die ersten Niederlagen auf deutschem Boden. «Die Ergebnisse waren eher zweitrangig, wichtiger war die Entwicklung der Mannschaft mit Blick auf die Europameisterschaft im Dezember», sagte Groener, der mit seinem Team sehr zufrieden war.Der Bundestrainer fand zudem lobende Worte für seine neue Kapitänin: «Kim hat sich in der Woche gut gezeigt und weiterentwickelt. Nach der langen Pause hat sie das zweimal hervorragend gemacht, aber am Ende war das Tempo für sie sehr hoch.» Naidzinavicius sei auf und neben dem Platz eine Führungspersönlichkeit, ergänzte er.Der Weg zurück auf die Platte war für die neue Kapitänin ein langer gewesen. Im Eröffnungsspiel der Heim-WM am 1. Dezember 2017 gegen Kamerun hatte sie sich nach 140 Sekunden einen Kreuzbandriss zugezogen - WM und Saison waren gelaufen.«Mit meiner Rückkehr bin ich generell zufrieden. So langsam kommt meine alte Form wieder, aber es ist klar, dass das noch etwas schwankend ist», sagte Naidzinavicius. Das galt auch für den Rest der deutschen Mannschaft, die sich in beiden Spielen gegen den favorisierten Gegner achtbar schlug.Groener setzte gegen Russland gleich vier Debütantinnen ein: Anna Seidel, Mia Zschoke und Amelie Berger (alle von Bayer Leverkusen) sowie Torfrau Lea Rühter vom Buxtehuder SV.Nach dem Achtelfinal-Aus bei der Heim-WM 2017 hatten acht Nationalspielerinnen ihre DHB-Karriere beendet, viele junge rückten nach. «Angesichts dieses Umbruchs war klar, dass auch ich mehr Verantwortung übernehmen werde», sagte Naidzinavicius.

