Fluch besiegt: SVG Lüneburg feiert nach Tiebreak-Krimi ersten Pokalsieg
Im vierten Anlauf hat die SVG Lüneburg ihren Finalfluch gebrochen und zum ersten Mal den Zoi DVV-Pokal gewonnen. Im Endspiel lieferte sich das Team von Stefan Hübner vor der Rekordkulisse von 12.508 Zuschauer:innen in der ausverkauften SAP Arena in Mannheim einen packenden Schlagabtausch auf höchstem Niveau mit dem Rekordpokalsieger Friedrichshafen und feierte am Ende einen knappen 3:2-Sieg (27:25, 21:25, 25:16, 21:25, 15:8). Es ist der erste Titel in der Vereinsgeschichte der SVG.
„Alle guten Dinge sind vier“, hatte Lüneburgs Trainer Stefan Hübner vor der Partie gesagt – und er sollte recht behalten. Nach vier Finalniederlagen – alle gegen den VfB Friedrichshafen – triumphierte sein Team erstmals im Endspiel und konnte am Ende den Pokal in die Höhe recken. Mehr als zwei Stunden lieferten sich beide Teams einen intensiven, spannenden und hochklassigen Pokalfight beim letzten Finale in der SAP Arena.
Die Partie begann komplett ausgeglichen, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Letztlich sicherten sich die Lüneburger knapp den ersten Durchgang. Auch in Satz zwei ging es hin und her, ehe sich diesmal die Friedrichshafener in der Crunchtime vorentscheidend absetzen konnten. Der dritte Satz ging etwas deutlicher an die SVG, wovon sich der VfB aber nicht aus der Ruhe bringen ließ und den Tiebreak erzwang. In diesem machten die Lüneburger von Beginn an mehr Druck und ließen keinen Zweifel daran, dass sie sich den ersten Titel der Vereinsgeschichte holen wollten. Als Daniel Gruvaeus direkt den ersten Matchball verwandelte, kannte der Jubel bei Spielern, Trainern und den zahlreichen Lüneburger Fans keine Grenzen mehr. Noch lange nach der Siegerehrung hallten „SVG“-Rufe durch die SAP Arena.
Die SVG Lüneburg konnte mit dem Sieg im Zoi DVV-Pokalfinale 2026 den ersten Titel der Vereinsgeschichte feiern.
(Foto: Kevin Mattig)
„Es fühlt sich großartig an und ich bin auch ein bisschen erleichtert, endlich haben wir den Titel, dieser Verein und diese Leute haben den Pokal verdient. Ich freue mich wirklich sehr für uns und den Verein. Es war ein sehr gutes Spiel, wir haben den Zuschauern ein geiles Spiel geliefert“, sagte Lüneburgs Zuspieler Santeri Välimaa nach dem Sieg. Der Player of the Match war auch von der Stimmung in der SAP Arena begeistert: „Die Atmosphäre war fantastisch. Alle waren zwar ziemlich weit weg, aber man konnte den Lüneblock direkt neben dem Platz bei uns spüren, wir hatten eine wirklich großartige Unterstützung und die haben wir auch gebraucht.“
Auf der anderen Seite war die Enttäuschung nach dem verpassten 18. Titel für Friedrichshafen groß: „Es war ein super knappes Spiel, jetzt draußen zu stehen und zu feiern würde sehr viel Freude machen. Es war eine super geile Atmosphäre, jeder hatte Bock auf ein Volleyballfest und das haben wir geliefert“, sagte Louis Kunstmann nach der knappen Niederlage. „Es war ein sehr gutes Spiel, im fünften Satz haben wir den Start verpasst. Lüneburg hat heute ein bisschen besser angenommen und abgewehrt, das hat vielleicht den Unterschied gemacht.“
Trotz einer starken kämpferischen Leistung blieb dem VfB Friedrichshafen der 18. Pokaltriumph verwehrt.
(Foto: Kevin Mattig)
„Player of the Match“: Monika Brancuska und Santeri Välimaa
Bei der anschließenden Siegerehrung überreichten Benjamin Hermann, CEO von Zoi , und Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht die Medaillen an die Zweitplatzierten. Anschließend nahmen Roosa Laakkonen, Kapitänin des VfB Suhl LOTTO Thüringen, und Jesse Elser, Kapitän von der SVG Lüneburg, im goldenen Konfettiregen die DVV-Pokale von DVV-Präsident Markus Dieckmann und VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema entgegen. Die Ehrung des Schiedsrichtergespanns übernahm Friedemann Bausch, Executive Vice President DEKRA Automobil GmbH Germany. Die „Player of the Match“, Diagonalangreiferin Monika Brancuska vom VfB Suhl LOTTO Thüringen und Lüneburgs Zuspieler Santeri Välimaa, wurden von Alexander Kaiser, Prokurist Strategische Partnerschaften FINN GmbH, ausgezeichnet.
Nach elf Jahren feierte das Zoi DVV-Pokalfinale mit zwei hochspannenden Fünf-Satz-Krimis vor Rekordkulisse einen gebührenden Abschied aus Mannheim. Am 27. Februar 2027 findet dann die nächste Auflage in der Kölner LANXESS arena statt. Tickets sind ab sofort unter dvv-pokal.de erhältlich.
Beim spektakulären Abschied von der SAP Arena in Mannheim durften Suhl und Lüneburg die Trophäen in die Höhe strecken.
(Foto: Justus Stegemann)
Weitere Stimmen zum Spiel
SVG-Topscorer Ethan Champlin (21 Punkte): „Es fühlt sich unfassbar an, mein Team hat die ganze Saison sehr hart gearbeitet. Es war ein großer Kampf, fünf lange Sätze. Der Sieg fühlt sich unfassbar gut an, ich bin sehr glücklich für mein Team. Wir werden das jetzt mit unseren Fans ordentlich feiern.“
SVG-Kapitän Jesse Elser: „Unser Team hat eine Superkraft, nämlich unsere Verbundenheit, unsere Beziehungen. Wir haben eine überragende Energie, das hat uns heute geholfen.“
SVG-Trainer Stefan Hübner: „Ich definiere mich nicht über Titel, aber ich gewinne gerne. Ich freue mich, dass wir heute gewonnen haben und dass es unser erster Titel ist. Das ist ein unglaublicher Moment für den Verein und uns alle, für die Spieler, die Trainer und alle, die dazugehören. Es war ein enges, superintensives Spiel. Beide Mannschaften hätten es verdient zu gewinnen. Es war ein offener Schlagabtausch, das Momentum ist hin und her geschwankt. Wir sind dann sehr gut in den fünften Satz gestartet, das war wichtig.“
Spielbericht VfB Friedrichshafen vs. SVG Lüneburg
Von Beginn an entwickelte sich ein packender und hochklassiger Schlagabtausch. Bis zum 6:6 ging es ausgeglichen hin und her, dann packte der Lüneburger Block das erste mal gegen Cacic zu und sorgte für das erste Break zum 6:8. Die SVG blieb leicht in Führung, doch der VfB ließ sich nicht abschütteln. Auf beiden Seiten wurde kein Ball verlorengegeben. Erst landete Byam bei einer spektakulären Rettungsaktion hinter der Bande, kurz darauf rutschte Champlin bis in die Mannschaftsbank – beide Male wurde der Einsatz nicht belohnt (15:16). Friedrichhafens Van Huizen sorgte schließlich für den 19:19-Ausgleich. Beide Teams hielten ihr Sideout, Young bescherte den Lüneburgern dann den ersten Satzball. Diesen wehrte Van Huizen ab, den zweiten vergaben die Norddeutschen mit einem Aufschlagfehler. Mit dem Punkt von Gruvaeus hatte die SVG ihren dritten Satzball und diesmal landete der Friedrichshafener Angriff im Aus.
Auch im zweiten Durchgang ging es umkämpft weiter. Das erste Break erzielte Van Huizen mit einem Ass zum 4:3, doch die SVG schlug mit einem Block von Välimaa gegen Cacic direkt zurück und erhöhte nach einem starken Zuspiel auf den blockfreien Gruvaeus auf 5:7. Doch auch Van Huizen packte im Block zu und sorgte damit für den 9:9-Ausgleich. Beide Teams begeisterten die Fans mit hochklassigen Ballwechseln, beide Zuspieler setzten ihre Angreifer überragend in Szene. Cacic punktete zum 13:11, dann war Young im Block zweimal nicht zu überwinden und Champlin erhöhte die Lüneburger Führung mit einem Ass auf 14:16. Das gleiche Bild auf der anderen Seite: erst blockten Maciel und Van Huizen zweimal, dann servierte Cacic ein Ass und Maciel erhöhte auf 20:17. Diesen Vorsprung ließen sich die Friedrichshafener nicht mehr nehmen. Mit einem Block von Cacic nutzten sie den ersten Satzball zum 1:1-Ausgleich.
Angefeuert von den 12.508 Fans und den beiden lautstarken Fanclubs pushten sich beide Teams auch im dritten Durchgang zu spektakulären Aktionen und längeren Ballwechseln (9:9). Dann schlichen sich bei den Friedrichshafenern ein paar Unsicherheiten ein, zudem servierte Byam zwei Asse, sodass die SVG auf 12:16 davon zog und dann den Vorsprung auf 14:20 ausbaute. Auch Zuspieler Välimaa trug sich auf das Scorerboard ein (14:22). Byam sorgte für den ersten Satzball, den Kunstmann noch abwehrte, doch dann landete Bataks Aufschlag im Netz.
Die Friedrichshafen zeigten sich jedoch unbeeindruckt von dem Satzrückstand und erspielten sich in Durchgang vier schnell eine 6:2-Führung, die SVG-Trainer Stefan Hübner zu einer frühen Auszeit zwang. Beide Teams leisteten sich nun einige Aufschlagfehler (12:8). Byam scheiterte am Block von Kunstmann, daraufhin brachte Hübner Enlund für Byam, der direkt punktete (15:11). Friedrichshafen hielt den Druck hoch, während den Lüneburger vor allem in Aufschlag zu viele Fehler unterliefen (19:14). Beim 21:16 schien der Satz bereits gelaufen, doch die SVG verkürzt mit einem Block und einem Angriff von Champlin auf 21:19. Friedrichshafen ließ das kalt, packte selbst im Block zu und hatte nach einem Aufschlagfehler von Enlund den ersten Satzball. Doch auch Van Burens Aufschlag landete im Aus. Der nächste Ballwechsel war hart umkämpft, beide Teams verteidigten gut, letztlich landete Enlunds Angriff im Aus, sodass die Entscheidung im Tiebreak fallen musste.
Dieser ging genauso hochklassig weiter: Nach einem spektakulären Ballwechsel gelang Enlund der erste Punkt. Dann unterliefen ausgerechnet dem überragenden Van Huizen Fehler, sodass Adam Swaczyna beim 1:5 bereits seine zweite Auszeit nahm. Mit einem weiteren Block von Enlund gegen Van Huizen führte Lüneburg beim Seitenwechsel mit 3:8. Angepeitscht von der Fankurve war die SVG nun entschlossener und druckvoller. SVG-Topscorer Champlin sorgte für den ersten Matchball. Der abschließende Ballwechsel war so spektakulär wie das ganze Spiel: Van Huizens knallharter Angriff landete auf Gruvaeus Fuß, der dann den Gegenangriff direkt verwandelte.

