Zwei Duelle der Gegensätze im Zoi DVV-Pokalfinale
Wenn am 28. Februar zum letzten Mal der Vorhang für das Zoi DVV-Pokalfinale in Mannheim aufgeht, können sich Volleyballfans auf zwei Endspiele freuen, die Pokalpremieren und -traditionen vereinen. In der SAP Arena stehen vier Teams auf dem Feld, deren Voraussetzungen und Wege ins Finale nicht unterschiedlicher sein könnten.
VfB Suhl LOTTO Thüringen vs. Allianz MTV Stuttgart
Mannheim-Neuling fordert einen Stammgast
Der VfB Suhl LOTTO Thüringen ist Debütant in Mannheim und hat sich nach packenden Duellen ins Finale gekämpft. Besonders im Halbfinal-Derby gegen den Titelverteidiger Dresdner SC setzte sich Suhl in einem dramatischen Fünf-Satz-Krimi mit 3:2 durch. Damit stehen die Thüringerinnen erstmals seit 2014 wieder im Endspiel um den nationalen Titel – und greifen nach dem zweiten Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Der bisher einzige Triumph gelang 2008. In den vergangenen Jahren war für Suhl mehrfach im Viertelfinale Endstation.
Allianz MTV Stuttgart hat sich unterdessen mit beeindruckender Souveränität den Platz im Finale gesichert. Durch klare 3:0-Erfolge im Achtel-, Viertel- und Halbfinale – zuletzt gegen den amtierenden deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin – zeigte das Team von Trainer Konstantin Bitter seine Stärke und Konstanz. Die Stuttgarterinnen gehen als Topfavoritinnen und Veteraninnen der SAP Arena in das Endspiel: Acht Finalteilnahmen stehen zu Buche, sechs davon in Mannheim. Drei der insgesamt fünf Titel holten die Stuttgarterinnen ebendort. Das diesjährige Finalduell ist zugleich die Neuauflage des Endspiels aus dem Jahr 2011, als die Schwäbinnen mit 3:0 den Titel gewannen.
Der VfB Suhl LOTTO Thüringen zog mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger Dresdner SC ins Zoi DVV-Pokalfinale ein.
(Foto: Stephan Rossteuscher)
Der Tabellenerste und -zweite setzen auf die besten Spielerinnen der Liga
In der Bundesliga gab es in dieser Saison bereits das Finalduell – dort behielt Stuttgart in der heimischen SCHARRena klar die Oberhand. Nur eine Woche vor dem Zoi DVV-Pokalfinal findet die „Generalprobe“ in der Suhler Wolfsgrube statt. Dann lädt der VfB, der vom Ungarn László Hollósy trainiert wird, zum zweiten Härtetest der Saison.
Beide Finalisten können auf starke Einzelspielerinnen bauen: Suhl stellt mit der tschechischen Diagonalangreiferin Monika Brancuska die bisherige Topscorerin der aktuellen Spielzeit. Zuspielerin Lara Nagels liegt auf Platz drei der Saison-MVPs mit fünf goldenen und einer silbernen Medaille. Vor ihr im MVP-Ranking liegt Stuttgarts Mittelblockerin Lucia Varela. Die Spanierin kommt auf sieben goldene Auszeichnungen. Ihre Teamkollegin, Diagonalangreiferin Pauline Martin, belegt derzeit den fünften Platz unter den Topscorerinnen der Liga und den vierten Platz in der MVP-Rangliste.
Allianz MTV Stuttgart erspielte sich gegen den amtierenden Deutschen Meister die Chance auf den sechsten Pokaltitel.
(Foto: Frank Voß)
Die erfahrenste Spielerin auf dem Feld wird Stuttgarts Libera Yurika Bamba sein. Die 34 Jahre alte Japanerin kennt Suhl bestens, spielte selbst zwei Jahre dort. Mit 1,53m Körpergröße steht auf selbiger Position auf anderer Seite die kleinste Spielerin auf dem Feld. Für Xiang-Chen Lai, die aus Taiwan stammt, ist Suhl die erste Auslandsstation. Mittelblockerin Varela misst indes 1,98m und ist damit die Größte auf dem Court. Das „Küken“ im Kader der Zoi DVV-Pokalfinalisten ist die erst 17 Jahre alte Außenangreiferin Leilani Slacanin in Diensten der Stuttgarterinnen.
VfB Friedrichshafen vs. SVG Lüneburg
Rekordpokalsieger trifft auf riesigen Titelhunger
Für die SVG Lüneburg ist es die vierte Finalteilnahme im Zoi DVV-Pokal seit dem Bundesliga-Aufstieg. Auf dem Weg nach Mannheim präsentierten sich die Niedersachsen in beeindruckender Form und gaben in allen vier Runden keinen einzigen Satz ab: Mit klaren Siegen gegen die BADEN VOLLEYS SSC Karlsruhe, die Helios GRIZZLYS Giesen und die SWD powervolleys Düren machte das Team von Trainer Stefan Hübner den Finaleinzug perfekt. Nach den verpassten Titelchancen 2015, 2019 und zuletzt 2022 – allesamt gegen den VfB Friedrichshafen – peilt Lüneburg nun den Pokalsieg und damit den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte an.
Der VfB Friedrichshafen steht erstmals seit 2022 wieder im Pokalfinale und greift nach dem 18. Titel. Der Rekordpokalsieger von Trainer Adam Swaczyna zog mit souveränen Erfolgen gegen die Energiequelle Netzhoppers KW und die FT 1844 Freiburg ins Halbfinale ein, ehe im Duell mit Titelverteidiger BERLIN RECYCLING Volleys ein dramatischer 3:2-Sieg folgte. Besonders Parker Van Buren und Routinier Vojin Ćaćić übernahmen in den entscheidenden Momenten Verantwortung und führten die „Häfler“ zurück auf die große Pokalbühne. Der Montenegriner Ćaćić, der in seiner Heimat sechs Titel holte und auch 2022 bereits beim VfB an Bord war, ist international gesehen auch der erfolgreichste Teilnehmer. Während die SVG auf Revanche für die verlorenen Finals hofft, will der VfB seine beeindruckende Pokalhistorie weiter ausbauen.
Die SVG Lüneburg möchte nach einem souveränen Weg ins Zoi DVV-Pokalfinale dort ihren ersten nationalen Titel gewinnen.
(Foto: Anton Höfel)
MVP-Medaillensammler auf beiden Seiten – Lüneburg mit Vorsprung im direkten Vergleich
In der Bundesliga gab es in dieser Saison bisher zwei Aufeinandertreffen. Im Hinspiel gewann Lüneburg deutlich 3:0, das Rückspiel Anfang Februar in der Friedrichshafener SPACETECH ARENA ging mit 1:3 ebenfalls an die SVG. Während die Norddeutschen im Finale in Person von Christopher Byam mit dem besser platzierten Topscorer der Bundesligasaison antreten, hat Friedrichshafen mit Parker Van Buren einen der drei aktuellen Liga-MVPs im Kader. Doch auch SVG-Libero Sho Takahashi kann mit ebenfalls fünf goldenen MVP-Auszeichnungen diesen Status derzeit für sich beanspruchen.
Friedrichshafens Mittelblocker Marcus Böhme ist der Mann für die großen Zahlen. Mit 2,12 m ist der gebürtige Berliner nicht nur der größte Akteur auf dem Feld, sondern auch der routinierteste. Und das in mehrfacher Hinsicht: Mit 40 Jahren liegt er in der Altersstatistik vorn und bringt auch jede Menge Pokalfinal-Erfahrung mit. 2011 stand er bereits mit Friedrichshafen im Finale, holte 2012 und 2022 den Titel. Häufiger in einem DVV-Pokalfinale stand nur SVG-Trainer Stefan Hübner, der neben seinen drei Teilnahmen als Lüneburger Coach den Pokal im Jahr 2000 als Spieler für den SSC Berlin in die Höhe stemmen konnte. Er hat mit dem 1,71 m großen Sho Takahashi den kleinsten Spieler und mit dem 18-jährigen schwedischen Nachwuchstalent Axel Enlund auch den jüngsten Akteur des diesjährigen Pokal-Showdowns in seinem Kader.
Der Rekordpokalsieger VfB Friedrichshafen warf auf dem Weg nach Mannheim auch Serienchampion BR Volleys aus dem Rennen.
(Foto: Alexander Hoth)
Zwei spannende Paarungen beim letzten Zoi DVV-Pokalfinale in Mannheim
Wenn sich am 28. Februar um 14:30 Uhr die Türen in der SAP Arena zum Einlass öffnen, können sich Fans auf ein spektakuläres Doppelfinale der Kontraste zum Abschied vom Standort Mannheim freuen. Um 16 Uhr beginnt das Finalmatch der Frauen, um 19 Uhr startet das Endspiel der Männer.
Weitere Informationen und Tickets gibt es unter: dvv-pokal.de/

