Von Marcus Schulze.
Jena. Es war kein schönes Spiel, welches sich die Jenaer mit dem TSV Eibelstadt lieferten, dafür war es gen Ende sehr spannend…
Die Enttäuschung stand Christian Schumann ins Gesicht geschrieben – ohne Wenn und Aber. Ja, die Miene des VSV-Trainers war regelrecht versteinert; seine Mundwinkel hingen geradezu hoffnungslos nach unten, als die Partie gegen die Gäste des TSV Eibelstadt am Sonnabend Geschichte war. Da half nur noch eine Maurerbrause zu fortgeschrittener Stunde im Sportkomplex Lobeda-West, um die Leiden des Trainers – zumindest ein Stück weit – zu lindern.
Über zwei Stunden lieferten sich die Volleyballer des VSV Jena mit ihrem sportlichen Gegenüber aus dem Landkreis Würzburg einen wahrlich aufreibenden Schlagabtausch, der erst im Tie-Break nach einigem Hin und Her einen Sieger fand – und das war am Ende der TSV Eibelstadt, der den finalen Satz mit 15:13 für sich entscheiden konnte.
„Es war definitiv ein Kampfspiel, alles andere als schön; und obwohl Eibelstadt nicht in voller Montur anreiste, gelang es uns nicht, eine erwachsene Leistung aufs Feld zu bekommen und konstant einen Satz zu Ende zu spielen. Stattdessen erlauben wir uns dann in der entscheidenden Phase Fehler und finden keine Lösung. Ich dachte, dass wir da schon weiter sind – und das ist einfach nur ärgerlich“, resümierte Christian Schumann, dessen Stimme reichlich heiser war.
Im Vorfeld erinnerte der VSV-Coach daran, dass die Begegnungen mit den Volleyballern aus Unterfranken seit ihrem ersten Aufeinandertreffen in der dritten Liga – beide Teams stiegen 2018 auf – fast immer im Tie-Break enden würden. Und in exakt jener Tradition stand nun auch die Begegnung am Sonnabend. Den ersten Satz konnten die Gäste deutlich mit 25:19 für sich entscheiden, den zweiten die Hausherren – und zwar überdeutlich – mit 25:15. Zum Volleyball-Thriller à la Hitchcock oder Chabrol mutierte die Partie schließlich im dritten Akt, den Eibelstadt mit 25:22 gewann – und in diesem war über weite Strecken keine Tendenz in Sachen Sieger auszumachen. Runde vier ging schließlich an die Hausherren mit 25:21. Ergo: Tie-Break…
Nach dem Spieltag rangieren die Volleyballer von der Saale auf Platz fünf der Vorrunden-Staffel – und damit auf einem Abstiegsplatz.
Während nun der VSV-Trainer nach der Partie eher missmutig aus seiner Kluft blickte, war Eibelstadts Trainer Philipp Fischer einfach nur groggy, schließlich hatte er in das Geschehen auf dem Platz aktiv mit eingegriffen. „Es war einfach nur ein verdammt anstrengendes Spiel. Es hat nicht an langen Ballwechseln gemangelt – und das kann einen echt mürbe machen. Am Ende war ich einfach nur froh, dass es vorbei ist“, sagte Philipp Fischer, der auf der Position des Zuspielers beheimatet ist.
Für seinen Trainerkumpel aus Eibelstadt, mit dem er gemeinsam die A-Lizenz im vergangenen Jahr erwarb, hatte Christian Schumann dann noch ein Präsent auf Tasche: ein gar edler Tropfen aus der Region. „Das Beste, was wir in Thüringen in Sachen Wein zu bieten haben“, sagte Christian Schumann und lachte herzhaft. Ja, beim Wiedersehen mit dem einstigen Mitstreiter aus der Trainer-Arbeitsgruppe wurde seine Laune sichtbar besser. „Die Reben stehen bestimmt direkt an der Grenze zu Bayern“, erwiderte indes der TSV-Trainer, der das Geschenk jedoch nicht verschmähte und zudem betonte, dass sein Trainer-Pendant aus Jena und er den gleichen Humor und auch die gleiche Arbeitsweise an den Tag legen würden. Gleich und Gleich und so…
Fischer wiederum hatte Schumann beim letzten Auswärtstermin in Eibelstadt eine Flasche Federweißer aus Unterfranken geschenkt, sodass sich der VSV-Coach nun in der Pflicht sah – denn Rituale unter Trainern wollen gepflegt werden. Niederlage hin, Niederlage her…
Foto: Jan Giesecke