"Wir wollen den nächsten Schritt machen"
Während ihrer Aktivzeit setzte Saskia van Hintum als Passeuse ihre Mitspielerinnen gekonnt in Szene, nun dirigiert die 51-jährige Niederländerin seit eineinhalb Jahren das Volleyball-Nationalteam der Schweizer Frauen.
Wie schon 2019 unter ihrem Vorgänger Timo Lippuner qualifizierten sich die Schweizerinnen auch unter der 275-fachen Internationalen für die EM-Endrunde. Vor dem ersten Gruppenspiel am Donnerstag gegen den Co-Gastgeber Kroatien sprach die Nationaltrainerin im Interview mit Keystone-SDA über die Ziele, das Energie-Management und die zwei Ausnahmekönnerinnen im Nationalteam.
Als Spielerin waren Sie mehrmals an einer EM dabei, nun steht Ihnen die Premiere als Cheftrainerin bevor. Kribbelt es schon?
"Ja, ich freue mich sehr auf das, was kommt. Es war mein Ziel, dass ich mit der Schweiz zur EM fahren und diese Erfahrung sammeln kann. Ich war als Headcoach im Beach- und Hallen-Volleyball schon an Olympischen Spielen dabei oder betreute Juniorenauswahlen an EM- und WM-Turnieren. Eine EM-Teilnahme als Cheftrainerin bei der Elite ist eine neue Erfahrung für mich. Ich bin mir sicher, dass ich viel Spass haben werde. Wir werden zeigen, wie sich Swiss Volley in den letzten Jahren entwickelt hat."
Die Schweiz nimmt in der Gruppe C mit Italien, Kroatien, Belarus, Ungarn und der Slowakei eine Aussenseiterrolle ein. Nur die Top 4 überstehen die Vorrunde. Was liegt mit ihrem Team drin?
"Es stehen uns fünf wichtige Spiele bevor. Wir wollen unbedingt den nächsten Schritt machen. Vor zwei Jahren hat es das Team verpasst, sich für die Achtelfinals zu qualifizieren. Wir setzen alles daran, um diesmal die K.o.-Phase zu erreichen."
Das Programm mit fünf Spielen innert acht Tagen ist happig. Wie haushälterisch muss man da mit den Kräften umgehen?
"Wir haben in den letzten eineinhalb Monaten wirklich hart trainiert. Ich glaube, wir sind auf das, was kommt, sehr gut vorbereitet. Zuletzt haben wir die Intensität bewusst etwas reduziert, damit wir genug frisch und fit ins Turnier starten können. Ein Vorteil ist auch, dass wir mit einer Ausnahme zwischen den einzelnen Spielen immer einen spielfreien Tag haben."
Sie haben mit Laura Künzler und Maja Storck zwei Legionärinnen im Team, die hierzulande als Ausnahmekönnerinnen gelten. Welche Bedeutung kommt dem Duo zu?
"Laura und Maja sind mit ihren Ausland-Erfahrungen sehr wichtig für uns. Sie wissen, wie man mit Druck umgeht und haben schon viele Spiele auf hohem Niveau bestritten. Am Ende brauchen wir aber alle, um unser Ziel zu erreichen."
Zum Abschluss der Vorbereitung gab es ein 3:0 und 3:2 gegen den EM-Teilnehmer Spanien. Wie wichtig waren diese beiden Siege fürs Selbstvertrauen?
"Unheimlich wichtig. Wir waren zuvor in den Testspielen gegen Tschechien schon zweimal sehr nahe dran am Sieg. Für die Moral waren die beiden Erfolge gegen die höher klassierten Spanierinnen von grossem Wert. Wir wissen nun, zu was wir fähig sind - und unsere Gegner, dass mit der Schweiz zu rechnen ist. Wir werden auf jeden Fall alles geben. Dann schauen wir, wo uns der Flieger hinbringt. Ob es zurück nach Zürich geht oder weiter zum Achtelfinalspiel nach Belgrad."
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