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Volleyball: HTV spielt im Konzert der Besten groß auf

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Von Jürgen Autenrieth

Heidelberg. Eigentlich war alles angerichtet für den großen Moment. Eltern, Freunde und Fans hatten sich gestern um die Mittagszeit im Sportzentrum Mitte am Spielfeld eingefunden, um ihre Mannschaft im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft zu unterstützen. Es hätte auch fast geklappt. Doch letztlich nutzte alles Schreien, rhythmisches Klatschen sowie alle aufmunternden Rufe nichts.

Die U 14-Volleyballer des HTV/USC Heidelberg mussten sich nach großartigem Kampf dem TSV Mühldorf knapp mit 1:2 (14:25, 25:21, 8:15) geschlagen geben. Weil das Spiel um Platz drei nicht ausgetragen wird, erhielten sie - wie auch der zweite Halbfinalverlierer, der SC Potsdam - die Bronzemedaille und gehen damit als die bisher erfolgreichste Mannschaft in die Vereinsgeschichte ein. Ein zusätzlicher, wenn auch schwacher Trost war der lang anhaltende Applaus der Zuschauer nach der Niederlage und die Gewissheit, dem späteren deutschen Meister einen Satz abgeknöpft zu haben. Außerdem waren die Heidelberger im Konzert der vier Besten das einzige Team, das sich als Zweiter der regionalen Entscheidung für diese nationalen Titelkämpfe qualifiziert hatte.

Mühldorf dominierte das Endspiel gegen den Schweriner SC (27:25, 25:12) letztlich sehr souverän. "Wir wollten zumindest eine Medaille. Dass es zum Sieg gereicht hat, ist umso schöner", sagte Mühldorfs Trainer Jogi Tille und vergaß auch nicht den Ausrichter, den Heidelberger TV, zu loben: "Das war alles perfekt wie vor vier Jahren bei der U 20-DM." Schwerins Trainer-Urgestein Horst "Willi" Holz, der mit den Organisatoren äußerst zufrieden war, hat den Finaleinzug seiner Mannschaft nicht erwartet: "Ich bin froh, dass es geklappt hat, zumal die Leistungsschwankungen in diesem Alter doch enorm sind."

Das sieht HTV/USC-Trainer Christian Lohse ähnlich. "Da kann jeder jeden schlagen. Wer die Schwächephasen, die jede Mannschaft hat, am besten kompensieren kann, ist im Vorteil." Im ersten Gruppenspiel gegen den TSV Markkleeberg wurde diese Einschätzung bestätigt. Die "Jungen Wikinger" lagen im ersten Satz mit 4:12 zurück und waren so gut wie geschlagen. Doch sie spielten geduldig, fanden ihren Rhythmus, machten weniger Fehler und gewannen mit 29:27. Der zweite Durchgang (25:16) war nur noch eine Formsache. Von diesem Erfolg beflügelt, ließen sie auch VoR Paderborn beim 2:0 keine Chance. Gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg aus Berlin reichte bereits ein Satzgewinn, um Sieger der Gruppe A2 zu werden und direkt ins Viertelfinale einzuziehen. Das gelang beim 25:22 sofort, obwohl der Berliner Coach für eine minutenlange Diskussion und damit Unterbrechung sorgte. Berlin gewann letztlich mit 2:1, wobei die Heidelberger in dem sehr spannenden Tie-Break (27:25) sechs Matchbälle vergaben, ehe Berlin den siebten verwandelte. Die Jungs bildeten einen Kreis und skandierten hüpfend: "Gruppensieger, Gruppensieger."

Im Viertelfinale wartete der Oldenburger TB auf den HTV/USC. Aber auch der Nordwest-Meister erwies sich nicht als Stolperstein. Mit dem 2:0-Sieg wurde der Halbfinaleinzug perfekt gemacht. Bertram Beierlein, der Trainer der Regionalliga-Frauen des HTV, sah sich in seiner Prognose bestätigt und meinte: "Die Mannschaft hat das Zeug dazu." Auch Martina Einsele war von den Ereignissen überwältig. Die Chefin der HTV-Volleyballer sprach sogar von einer Sensation: "Sportlich wie organisatorisch hatten wir zwei perfekte Teams. Besser geht es nicht." Auch Harald Schoch, der Präsident des Nordbadischen Volleyball Verbands (NVV), benutzte das Wort "sensationell". Er bescheinigte dem HTV nicht nur eine ausgezeichnete Jugendarbeit, sondern sieht den Klub auch prädestiniert für "höhere Aufgaben, wenn die neue Halle in Heidelberg fertig ist".

Sportkreisvorsitzender Gerhard Schäfer zeigte sich ebenfalls stark beeindruckt. Er attestierte dem HTV eine "tolle Leistung" und ergänzte: "Die Stadt sowie der Sportkreis können stolz darauf sein. So stelle ich mir Vereinsarbeit vor."

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