Deutscher Volleyball Pokal: Mannheim bleibt die Volleyball-Heimat
Von Tillmann Bauer
Mannheim. Holger Schell wirkte entspannt. Der Geschäftsführer des nordbadischen Volleyball-Verbandes (NVV) wusste, dass alles nach Plan lief. Die Siegerehrung war gerade beendet, das Pokalfinale 2018 des deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) Geschichte. Hunderte goldene Konfetti-Streifen zierten den Boden der SAP Arena. Die Topteams aus Friedrichshafen, Bühl (Herren), Dresden und Wiesbaden (Damen) hatten den Zuschauern eine echte Volleyball-Show geboten. Wieder einmal.
Genauer: Zum dritten Mal bildete das Mannheimer "Ufo" den Austragungsort für das größte Volleyball-Event des Jahres. Schell war zufrieden. Aufgeregt sei er nicht gewesen, die Arena biete grundsätzlich "optimale Bedingungen". Bessere Infrastruktur, modernere Ausstattung - deshalb zog man 2016 aus Halle/Westfalen in die Quadratstadt. Damals schloss der DVV einen Vertrag mit der SAP Arena über drei Jahre. Und verzeichnete direkt im ersten einen Zuschauerrekord: 12.000 Volleyball-Fans kamen, ausverkauftes Haus. Zweites Jahr - fast ein identisches Bild: Die Arena nicht ganz voll, aber wieder waren über 11.000 begeisterte Fans mit dabei.
Und diesmal? Mit 11.354 Zuschauern stand auch am Sonntag eine beeindruckende Zahl. "Das ist echt top, es wird hier einfach eine tolle Kulisse geboten", so Schell. Er weiß auch: Volleyball in Mannheim, das wird angenommen.
Nun lief der Vertrag aber nur für drei Jahre. Stellt sich also die Frage, wie es weitergeht. Und die Antwort gibt es gleich hinterher: Nämlich so, wie bisher. Gestern bestätigte der DVV offiziell, dass der Vertrag bis 2020 verlängert wurde - das DVV-Endspiel wird auch in den nächsten zwei Jahren in der SAP Arena ausgetragen. Die logische Schlussfolgerung aus drei erfolgreichen Jahren. Der Termin im kommenden Jahr steht bereits fest und fällt auf den 24. Februar 2019.
Sportlich waren am Sonntag beide Partien schnell entschieden. Leider. Für die Unterhaltung der Fans war das nicht optimal. Friedrichshafen schoss Bühl mit 3:0 ab, Dresden zeigte Wiesbaden ebenfalls mit 3:0 die Grenzen auf. "Letztendlich war das Herren-Finale noch deutlicher als das Endspiel bei den Frauen", zog Schell sein Fazit, "Friedrichshafen war schon extrem dominant, sie waren einfach unaufgeregt stark." Klar sei es auch schade für die Zuschauer gewesen: "Aber es war zu befürchten." Dennoch: Schell ist froh, dass es der Stimmung trotzdem keinen Abbruch tat.
Denn die sei in der SAP Arena schon besonders. Darin waren sich Trainer, Spieler und Betreuer einig. Gerade im Volleyball kommt es nur bei absoluten Topspielen vor, dass mehr als 8 000 Zuschauer eine Bundesliga-Partie live verfolgen. Die Teams aus Friedrichshafen und Dresden kannten die Atmosphäre in Mannheim schon. 2016 holten die Sächsinnen den Pokal, Friedrichshafen hatte als Titelverteidiger sowieso keine Probleme mit der Kulisse. "Das hat man gemerkt, die kamen einfach schneller zurecht", ist sich Schell sicher. Das DVV-Pokalfinale in Mannheim ist eben besonders. Und wird es auch zumindest die kommenden zwei Jahre bleiben ...

