Volleyball-Pokal: Friedrichshafen und Dresden siegen in Mannheim
Von Tillmann Bauer
Mannheim. Es wurde nicht zu viel versprochen. Lichteffekte, eine fast ausverkauftes SAP Arena. Vier würdige Finalteilnehmer. Und Volleyball-Sport auf allerhöchstem Niveau. Die Endspiele des Deutschen-Volleyball-Verbandes (DVV) waren einmal wieder der Höhepunkt des Jahres. 11.354 Zuschauer kamen gestern ins Bösfeld, am Ende jubelten der VfB Friedrichshafen und der Dresdner SC; beide Favoriten setzten sich durch. Ein blaues und ein rotes Fanlager hatte am Ende Grund zum Feiern. "Jetzt steigt eine riesige Party", war sich VfB-Zuspieler Simon Tischler sicher. Er wusste, dass das Finale kein Spaziergang und die Bisons aus Bühl ein würdiger Endspielgegner waren: "Wir mussten heute alles spielen, was wir können - das war auf keinen Fall so eindeutig, wie es vielleicht aussah."
Die Herren eröffneten die große Volleyball-Party. Der Underdog aus Bühl versuchte, das scheinbar Unmögliche zu schaffen; den VfB Friedrichshafen zu schlagen. Und das mit allen Mitteln. Die Bühler hatten sogar die Stadtkapelle mit im Gepäck. Mit Trompeten und Posaunen heizten sie ihrer Mannschaft schon vor Spielbeginn ein. Das Badner-Lied sollte es sein, was auch sonst. Man merkte, Bühl hatte Lust auf dieses Finale. Die beiden Angreifer Felix Orthmann und Tim Stöhr hatten sich sogar das Bisons-Logo auf den Hinterkopf einfärben lassen. Die Einstellung stimmte also.
Und sportlich? Der Favorit hatte nur zu Beginn einige Probleme. Vor allem mit einem: Superstar und Kapitän Massahiro Yanagida. Der Japaner hielt, was er versprach, sorgte mit seinen Angriffsbällen für wichtige Bühler Punkte. Insgesamt waren die Männer in blau aber einfach zu abgezockt. Man merkte, dass Friedrichshafen nicht umsonst seit nun 31 (!) Pflichtspielen wettbewerbsübergreifend ohne Niederlage ist. Eine beeindruckende Serie. Mit laufender Spieldauer wurde die Überlegenheit des VfB immer deutlicher, mit einer unglaublichen Souveränität entschied der VfB das Endspiel für sich. Titelverteidigung geglückt: Friedrichshafen heißt der alte und neue Pokalsieger, zum bereits 15. Mal.
Die Begegnung war einseitig, das war vorherzusehen. Die Stimmung aber, die blieb gut. Auch auf Seiten der Bühler: Sie feierten, dass sie dieses Finale vor so einer Kulisse spielen durften. Um 14.48 Uhr schwappte erstmals die Laola-Welle über die Ränge. VfB-Zuspieler Tischler nannte die Atmosphäre "einmalig", so etwas erlebe man als Profi nicht oft.
Zum dritten Mal fand das Großsport-Ereignis im "Ufo" statt. Und das wird auch die kommenden zwei Jahre so bleiben. Aus gut unterrichteter Quelle erfuhr die RNZ, dass der Vertrag verlängert wurde und das DVV-Endspiel auch in den kommenden zwei Spielzeiten in der Quadratstadt beheimatet sein wird.
Als die Frauen aus Dresden und Wiesbaden aufschlugen, ging der Lautstärkepegel noch einmal in die Höhe. Beide Teams hatten große Fanlager mitgebracht. Diesmal wurde dem Feld mehr Spannung erwartet. Die gab es auch, zumindest anfangs. Die Wiesbadenerinnen hielten gut mit, mussten aber dennoch die ersten beiden Sätze knapp abgeben. Am Ende fehlte etwas die Konzentration. Nach 90 Minuten stand der verdiente Pokalsieger fest. "Die Stimmung ist unheimlich toll, heute reißen wir die Stadt noch ab", sprudelte es aus Dresdens Mareen Apitz heraus. Die Blondine strahlte - und machte sich mit einem breiten Grinsen auf den Weg zu den jubelnden Fans.
DVV-Pokalfinale, Männer: VfB Friedrichshafen - Bisons Bühl 3:0 (25:20, 25:8, 25:21); Frauen: VC Wiesbaden - Dresdner SC 0:3 (21:25, 22:25,18:25).

