Tennis: Bizarres Match mit deutscher Spielerin – Verband entschuldigt sich
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Ein W35-Turnier im Frauentennis findet in der Regel keine große Beachtung. Doch das Match in Nairobi zwischen einer Ägypterin und einer Deutschen macht Schlagzeilen. Der Grund ist skurril. Ein 37-minütiges Match ohne echte Gegenwehr, dazu Videos, die weltweit zu Kopfschütteln führten: Nach einem bizarren Auftritt der Ägypterin Hajar Abdelkader in der ersten Runde eines W35-Tennis-Turniers in Nairobi hat der Veranstalter nun einen Fehler eingeräumt. Abdelkader, die mit einer Wildcard ins Hauptfeld gerutscht war, unterlag der 25 Jahre alten Deutschen Lorena Schädel, die auf Weltranglistenplatz 1024 geführt wird, mit 0:6, 0:6. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Videos, in denen die Spielerin beim Aufschlag sichtlich überfordert wirkte. Insgesamt unterliefen ihr 20 Doppelfehler, sie holte nur drei Punkte – zwei davon durch Doppelfehler ihrer Gegnerin, einen durch einen unerzwungenen Fehler. W35-Turniere sind Teil der zweitklassigen ITF-Tour, die unterhalb der WTA-Tour angesiedelt ist. Die Turniersiegerinnen erhalten 35 Weltranglistenpunkte. An Preisgeld werden in dieser Kategorie insgesamt rund 26.000 Euro (30.000 Dollar) ausgeschüttet. Kenianischer Tennisverband räumt Fehler ein In einer Stellungnahme zeigte sich der kenianische Tennisverband einsichtig: "Im Nachhinein räumt Tennis Kenya ein, dass diese Wildcard nicht hätte vergeben werden dürfen. Der Verband hat diesen Vorfall zur Kenntnis genommen und wird sicherstellen, dass ein solch äußerst seltener Fall nie wieder vorkommt." Die Echtheit der Erklärung wurde der dpa bestätigt. Die Wildcard war ursprünglich für eine andere Spielerin vorgesehen, die kurzfristig zurückzog. "Frau Abdelkader war zu diesem Zeitpunkt die einzige andere Spielerin, die eine Wildcard beantragt hatte", erklärte Tennis Kenya. Die Entscheidung sei auch mit dem Ziel getroffen worden, "die Entwicklung des Tennissports in Afrika" zu unterstützen. Laut Verband habe Abdelkader angegeben, über ausreichend Wettkampferfahrung zu verfügen. Diese Angabe war Grundlage für die Vergabe. Doch der ägyptische Tennisverband widersprach dem inzwischen deutlich. Der Technische Direktor Dia Nabil Loutfy sagte der BBC: "Wir haben weder direkt noch indirekt irgendeine Rolle bei der Nominierung, Genehmigung oder Ausstellung dieser Wildcard gespielt." Abdelkader sei nie als Spielerin des Verbands registriert gewesen und nicht im Namen Ägyptens gemeldet worden.

